Kredit: Was Anleger bei Effektenkrediten beachten müssen

  • Gefiltert nach:
  • Beachtenswertes
  • Alle Filter aufheben

Effektenkredite sind eine zinsgünstige und unbürokratische Möglichkeit, die finanziellen Spielräume bei der Kapitalanlage zu erweitern. Ein bestehendes Wertpapierdepot wird einfach zu einem gewissen Prozentsatz beliehen – die Tilgung erfolgt zu einem beliebigen Zeitpunkt in der Zukunft, die Zinsen übersteigen nur selten 7 Prozent p.a.

Effektenkredite bergen allerdings einige Risiken. Zum einen kann die von der Bank eingeräumte Kreditlinie kurzfristig verringert werden. Sinkende Kurse können dafür ebenso ursächlich sein wie eine insgesamt angestiegene Volatilität an den Märkten. Wird die Kreditlinie zum Zeitpunkt der Kürzung vollständig genutzt, sind kurzfristige Verkäufe notwendig, die nicht immer ins Konzept passen.

Auch die Hebelwirkung, die mit kreditfinanzierten Wertpapierkäufen einhergeht, stellt ein Risiko dar. Werden alle liquiden Mittel in den Aktienmarkt investiert, führt ein Rückgang der Kurse um 10 Prozent bei einem Beleihungswert von 50 Prozent zu einem Depotverlust im Umfang von 15 Prozent. Der Verlust wird durch die Kreditzinsen noch ausgeweitet.

Effektenkredite eignen sich deshalb nur für Anleger, die sich der Risiken eines kreditfinanzierten Engagements in den Wertpapiermärkten bewusst sind. Das gilt ganz besonders dann, wenn das Depot mit mehr als 50 Prozent seines Wertes beliehen wird.

Autor: JL