Kredit: Restschuldversicherung - Diese Fakten sollten Kreditnehmer kennen

Mehr als jeder vierte Ratenkredit in Deutschland wird mittlerweile mit einer Restschuldversicherung ausgestattet. Die Policen sollen gegen Zahlungsausfälle bei unverschuldeter Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit und Tod schützen und so im Zweifel die Bonität retten.

Verbraucherschützer und Finanzexperten aber kritisieren Restschuldversicherungen, seit es sie gibt. Das Preis-Leistungsverhältnis der Policen ist ausgesprochen unfair – Restkreditversicherungen sind nur für die Bank ein gutes Geschäft. Die Gesamtkosten des Versicherungsschutzes summieren sich über die Laufzeit eines Ratenkredits schnell auf die Höhe der Finanzierungskosten insgesamt.

Viele Kunden rechnen sich die Kosten nicht aus oder interpretieren die Preisangabe falsch. Banken machen sich das zunutze. Beläuft sich die monatliche Prämie einer Restschuldversicherung auf 0,25 Prozent der anfänglichen Kreditsumme, führt dies bei einem Kredit über 10.000 Euro mit einer Laufzeit von 72 Monaten zu Gesamtkosten im Umfang von 1.800 Euro.

Das entspricht einem zusätzlichen effektiven Jahreszins von fast 6 Prozent. Dabei ist noch nicht berücksichtigt, dass die Versicherungsprämie in den meisten Fällen dem Kreditbetrag zugeschlagen und mitfinanziert wird.

Ein Blick ins Kleingedruckte der Versicherungsbedingungen zeigt schnell, dass die hohen Kosten kaum gerechtfertigt sind: Wird der Versicherungsnehmer arbeitslos, zahlt die Versicherung regelmäßig erst nach Ablauf einer Karenzzeit von drei Monaten. Auch darüber hinaus finden sich im Versicherungsvertrag einer durchschnittlichen Restschuldversicherung zahlreiche Ausschlüsse.

Autor: JL