Kredit: Was Bestpreis-Garantien wirklich wert sind

Immer mehr Banken gewähren bei Verbraucherkrediten eine Bestpreis-Garantie: Findet der Kunde ein vergleichbares Darlehen bei einem Konkurrenten günstiger, kann er entweder von Darlehensvertrag zurücktreten oder eine Anpassung der Konditionen verlangen. Was auf den ersten Blick sehr kundenfreundlich erscheint, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen schnell als Werbetrick.

Bei den meisten Banken ist die Bestpreis-Garantie auf zwei Wochen beschränkt. Genau so lange aber gilt ohnehin – auch nach der Auszahlung des Kredits – das gesetzliche Widerrufsrecht. Kreditnehmer können während dieser Frist jederzeit vom Darlehensvertrag zurücktreten, wenn sie ein günstigeres Angebot finden.

Auch bei längeren Garantien handelt es sich selten um echte Mehrwerte. Kreditnehmer müssten zur Geltendmachung der Garantie ein verbindliches Angebot einer anderen Bank vorlegen. Wird kurz nach dem ersten Darlehen jedoch erneut nach einem Kredit gefragt, fällt die Bonitätseinstufung bei der anderen Bank im Regelfall schlechter aus – und der Zinssatz damit höher. Darüber hinaus können auch scheinbar nebensächliche Unterschiede – wie etwa die Möglichkeit kostenfreier Sonderzahlungen oder eine anfängliche Zahlpause – die Garantie unwirksam machen.

Fazit: Tatsächliche Vorteile bleiben auf Einzelfälle beschränkt – Bestpreisgarantien sind in der Regel kein Kaufargument.

Autor: JL