Baufinanzierung: Hypothekendarlehen - Bankentricks bei der Vorfälligkeitsentschädigung

  • Gefiltert nach:
  • Vorfälligkeitsentschädigung: Bankentricks
  • Alle Filter aufheben

Viele Banken verlangen zu hohe Vorfälligkeitsentschädigungen, wenn der Kreditnehmer sein Hypothekendarlehen vorzeitig kündigt. Die Geldhäuser setzen bei der Bemessung der Entschädigung zu hohe Kosten an und benachteiligen dadurch Kreditnehmer.

Die Entschädigung dient im Grundsatz dazu, die Differenz zwischen den im Vertrag vereinbarten Zinszahlungen und den Zinserträgen, die die Bank bei Wiederanlage der Rückzahlung am Kapitalmarkt erzielt, auszugleichen. Banken setzen als Wiederanlagerendite gerne den Zinssatz öffentlicher Anleihen (also zum Beispiel Bundeswertpapiere) an. Angemessen – und durch die Rechtsprechung festgelegt – ist jedoch der höhere Zinssatz von Pfandbriefen. Ein höherer Wiederanlagezins verringert den Schaden der Bank und damit die Vorfälligkeitsentschädigung.

Zahlt ein Kreditnehmer sein Darlehen vorzeitig zurück, reduziert sich aus Sicht der darlehensgebenden Bank das Adressausfallrisiko. Dies muss bei der Vorfälligkeitsentschädigung ebenfalls (kostenmindernd) berücksichtigt werden.

Die Vorfälligkeitsentschädigung muss weiterhin etwaige vertragliche Vereinbarungen zu möglichen kostenfreien Sonderzahlungen berücksichtigen, von deren Inanspruchnahme bei der Bemessung auszugehen ist.

Für Teile der Kreditlaufzeit, die zehn Jahre nach der vollständigen Auszahlung des Darlehens liegen, darf die Bank ebenfalls keine Kosten in Rechnung stellen. Nach Ablauf von zehn Jahren kann jedes Hypothekendarlehen unabhängig von der Dauer der Zinsbindungsfrist erstmalig kostenfrei gekündigt werden.

Autor: JL