Fahrradsättel: Gesäß-Anatomie und Sattelbreite

Foto: gebioMized

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Unabhängig vom Material des Sattels beeinflusst hauptsächlich die Anatomie des Gesäßes das Sitzgefühl und entscheidet darüber, wie lange es der Fahrer im Sattel schmerzfrei aushält. Vor dem Kauf sollte man daher zunächst das eigene Gesäß ausmessen (oder ausmessen lassen) und die bevorzugte Sitzposition bestimmen. Mit diesen beiden Parametern kann die Suche nach dem optimalen Sattel beginnen.

Foto: SQLab

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Das wichtigste Kriterium zur Bestimmung der richtigen Sattelbreite ist der Abstand zwischen den beiden Sitzbeinhöckern. Muskulatur und Fettpolster spielen nur sekundär eine Rolle. Liegen die beiden Sitzbeinhöcker optimal auf dem Sattel auf, bleiben langfristig Schmerzen beim Fahrradfahren aus. Drücken sie dagegen beispielsweise auf die Sattelkante, sind Druckstellen die Folge. Nerven und Blutbahnen werden blockiert, Taubheitsgefühle entstehen.

Foto: gebioMized

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Den Abstand zwischen den Sitzhöckern kann man leicht selbst bestimmen, indem man sich mit bloßem Gesäß auf ein Stück Wellpappe setzt. Die Sitzbeinhöcker hinterlassen einen signifikanten Abdruck, der dann ausgemessen werden kann. Alternativ können die Maße auch in einem Fachgeschäft mittels druckempfindlicher Folien ermittelt werden.

Foto: SQLab

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Die Sattelbreite hängt zweitens nach der Faustregel „je aufrechter, desto breiter“ von der Sitzposition ab. Wenn hauptsächlich aufrecht gefahren wird, addiert man zum Abstand der Sitzbeinhöcker vier Zentimeter, bei einer eher vornüber gebeugten Fahrhaltung zwischen drei Zentimetern (leichte Beugung, 15° Sitzhaltung, zum Beispiel auf dem Mountain-Bike) und einem Zentimeter (starke Beugung, 45° Sitzhaltung, Tourfahrer) hinzu. Für die „Rennfahrerhaltung“ lautet der Wert Null. Im Zweifelsfall ist es besser, einen größeren als einen kleineren Wert zu wählen.

Tipp: Hersteller wie gebioMized oder Physiunic bieten Sättel nach Maß an (gebioMized: Rennmodelle, Tourenmodelle, Komfortmodelle, Physiunic: Mountainbike, Rennrad), die jedoch rund 300 Euro kosten.

Autor: Wolfgang