reifen-rudDie Anforderungen an einen Fahrradreifen sind hoch. Er sollte pannensicher, robust und leicht sein, guten Grip bieten und einen geringen Rollwiderstand aufweisen. Wichtig ist dabei gerade Letzteres - schließlich trübt ein schwer laufender Reifen den Fahrspaß enorm. Wie lassen sich Rückschlüsse auf diesen Widerstand ziehen? Welche Details oder Kennzahlen beeinflussen ihn? Kann man ihn selbst verändern? Ein Überblick.

Luftdruck und Material

148918Den Rollwiderstand eines Reifens bestimmen mehrere Faktoren: der Druck des Reifens, der Durchmesser, die Breite, der Aufbau, das Profil sowie die Bodencharakteristik. Auf glatter Straße etwa ist der Rollwiderstand umso geringer, je stärker der Reifen mit Luft gefüllt bzw. je höher der Luftdruck ist. Im Gelände sieht es anders aus. Hier gilt: Ist der Luftdruck geringer, passt sich der Reifen besser an Unebenheiten an. Er sinkt weniger ein, rollt leichter ab und der Widerstand sinkt. Das Material wiederum ist ebenfalls von Bedeutung. Harte Reifen rollen dabei tendenziell schwerer wie weiche Exemplare. Der Grund: Ein Reifen aus flexiblem Material (z.B. aus Gummi) verformt sich leichter und lässt sich mit weniger Kraftaufwand in Bewegung versetzen.

Breite des Reifens

Breite Reifen fahren mit einem geringeren Rollwiderstand als dünne Reifen – so erstaunlich das klingen mag. Allerdings gilt dieser Zusammenhang nur bei identischem Luftwiderstand. Das Geheimnis dahinter ist die unterschiedliche Form der Kontaktfläche, auch Bodenaufstandsfläche genannt. Bei einem dünnen Reifen ist diese Fläche schmal und lang, bei einem breiten Reifen hingegen kurz und breit. Konsequenz: Der sogenannte Hebelarm eines breiten Reifens fällt geringer aus, dadurch sinkt dessen Bremswirkung und damit auch der Rollwiderstand.

Auf den EPI-Wert achten

reifen5Unabhängig von den genannten Eigenschaften eignet sich der EPI-Wert, um den Rollwiderstand eines Reifens zumindest grob einzuschätzen. EPI steht dabei für "Ends per Inch" und gibt Auskunft darüber, wie viele Fasern in die Karkasse verwebt wurden. Dabei gilt grundsätzlich: Je höher die Dichte des Karkassengewebes (hohe EPI-Wert), desto geringer der Rollwiderstand und desto besser darüber hinaus der Pannenschutz. Doch Vorsicht: Aber einem EPI-Wert von ungefähr 70 sind die Fasern außerordentlich dünn und anfällig für Beschädigungen, der Pannenschutzt geht also wieder zurück. Generell bewegen sich die EPI-Werte grob zwischen 25 und 125, einen guten Kompromiss zwischen leichtem Gewicht, geringem Rollwiderstand und hohe Robustheit bieten dabei Werte um 50 bis 6 EPI. Wichtig ist zu guter Letzt, dass man sich genau ansieht, wie sich eine EPI-Angabe genau zusammensetzt. So gibt es vereinzelt Hersteller, die einfach die EPI-Werte aller Gewebelagen einer Karkasse addieren und so etwa auf einen Gesamtwert von über 200 EPI kommen (3 Lagen a 67 EPI). Man sollte sich also nicht irreführen lassen, sondern ein wenig recherchieren oder einfach im Fachhandel nachfragen.

von Stefan Doll

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