26-Zoll-FahrradreifenFahrradreifen in der Größe 26 Zoll (und analog 28-Zoll-Fahrradreifen) gibt es in einer Vielzahl von unterschiedlichen Benennungsarten. Es bereitet dem Kunden nicht selten Verdruss, wenn ihm vom Fachhändler ein halbstündiger Vortrag über zöllige und metrische Maße, Dezimal- oder klassische Brüche und ungefähre Außendurchmessern eines Reifens gehalten wird – und erfährt, dass selbst er nur ungern mit dieser verwirrenden Praxis lebt. Dem unschlüssigen Laien mag es so vorkommen, als gäbe es hier Lösungswege für ein Problem, das gar keines ist: Wozu einen 26-Zoll-Reifen konstruieren, wenn er dann doch nur so ungefähr 26 Zoll misst?

26-Zoll-Reifen können unterschiedliche Durchmesser besitzen

Um das zu verstehen, lohnt sich ein Klick in die Chronik des Fahrradbaus. Denn heute sind immer noch veraltete Größenangaben am Markt vertreten, wie sie noch heute im angelsächsischen Sprachraum und zu Zeiten der Stempelbremse verwendet wurden. Der Außendurchmesser eines Reifens war damals schlicht durch die Bremse vorgegeben - und je nach Reifenbreite gab es unterschiedliche Standards für den Innendurchmesser. Noch heute sind insbesondere im MTB-Sport die älteren Zollbezeichnungen verbreitet und werden wohl auch künftig das Maß aller Dinge bleiben. Schwalbe, der unangefochtene Marktführer im Reifensegment, listet dankenswerterweise alle noch gängigen oder früher verwendeten Größenangaben auf seiner Webseite und reicht sogleich die Erklärung nach, dass man zum Beispiel Durchmesser 559 mm (MTB), 571 mm (Triathlon) und 590 mm (holländische Tourenräder) mit 26-Zoll bezeichnet. Zollangaben, das sei leider so, seien weder präzise noch eindeutig, so ist es sehr häufig auf Herstellerseiten zu lesen. Eine klare Zuordnung zur Felgengröße sei so nicht möglich.

Metrische Maße durch ERTRO-Norm beim 26er-Reifen

Damit der Reifenkauf nicht mehr zu Hexerei mutiert, hat die Europäische Reifen- und Felgen-Sachverständigenorganisation ERTRO die Sache vereinheitlicht – oder zumindest auf den Weg gebracht. Nach dieser europäischen Norm sind Reifenbreite und Felgendurchmesser im metrischen Maß angegeben, und um beim 26-Zoll-Fahrradreifen zu bleiben, zum Beispiel mit der Nomenklatur 37-622 belegt. Die erste Zahl nennt die Reifenbreite im aufgepumpten Zustand, die zweite den exakten Innendurchmesser des Reifes – beide in Millimeter. Beim zölligen Maß aus englischer Tradition wird und war es immer komplizierter. Wer einen 26-Zoll-Reifen kauft, muss heute noch wissen, dass er es mit einem Maß von 26 x 1,35 oder 26 x 1 5/8 oder gar einem 26 x 1 5/8 x 1 3/8 zu tun bekommen könnte. Letztgenanntes bezeichnet den Zirka-Außendurchmesser mal Reifenhöhe x Reifenbreite. Wer nicht so viel Wert auf Genauigkeit legt – etwa weil er keinen Tachometer auf die Reifengröße abstimmen und daher den Umfang seines Reifens aus der Formel (Reifenhöhe x 2 + Reifeninnendurchmesser) x pi berechnen muss, für den wird die einfache Zollangabe aber völlig ausreichen.

von Sonja Leibinger

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