Fahrradrucksäcke: Der Daypacker

Fahrradrucksäcke für eine ausgedehnte Tagestour, sogenannte Daypacks, sollten ein Stauvolumen von 12 bis 15 Litern bieten. In Mini-Daypacks unter 10 Litern lassen sich nämlich kaum Werkzeug, Pumpe, Karte, Erste-Hilfe-Pack, Verpflegung sowie die zusätzlichen Kleidungsstücke gegen die Eventualitäten eines Wetterumschwungsunterbringen. Beim Gewicht wiederum markieren 1000 Gramm die Obergrenze, die leichtesten Modelle bringen rund 600 Gramm auf die Waage.

Ein entscheidendes Komfortmerkmal eines Daypacks ist das Tragesystem. Bewährt haben sich mit Netzstoff bespannte Polster, die auf der verstärkten Rückenplatte des Rucksacks angebracht werden. Sie verringern die Auflagefläche und sorgen außerdem mittels eines Kamineffekts für eine gute Luftzirkulation – vorausgesetzt, sie werden nicht zu voll bepackt, da sie sich dann nämlich häufig verformen und die Belüftung nachlässt.

In der Regel weniger effektiv für Radfahrer sind die von Wanderrucksäcken her bekannten Netzträgersysteme, bei denen ein Netzteil vor die Rückseite des Rucksacks gespannt wird. Durch die stark ausgeprägte Vorspannung steht der Rucksack relativ weit vom Oberkörper ab. Dies bietet zwar Pluspunkte hinsichtlich der Luftzirkulation. Netzrücken-Modelle geraten dafür häufig schneller ins Rutschen driftet in Kurven gern nach außen ab. Übrigens: Tests haben ergeben, dass Rucksäcke mit Strukturpolstersystem im Fall eines Sturzes häufig auch einen guten Rückenprotektor abgeben und vor Prellungen und Abschürfungen schützen. Bei Netzträgersystemen ist dieser Schutzeffekt weniger stark ausgeprägt.

Relativ neu ist das Tragesystem „Flink“ des Herstellers Ergon. Stauraum und Tragerskelett sind hier über ein Gelenk entkoppelt, das Gewicht ruht vorrangig auf den Hüften. Rücken- und Schulterpartie lassen sich deshalb frei bewegen – ein Vorteil, der sich vor allem auf kurvigen Strecken positiv bemerkbar macht. Nachteilig wirkt sich dagegen der enge Sitz des Hüftgurts aus. Außerdem stellten Tests eine deutlich spürbare Beeinträchtigung der Balance des Fahrers bei hohen Zuladungen fest – perfekt ausgereift ist das Tragesystem demnach noch nicht.

Im Innern eines Tagesrucksack sorgen ein erweiterbares Hauptfach mit mehreren Einzelfächern und Netzteile aus (idealerweise) hellem Material für Ordnung – je mehr Möglichkeiten ein Daypack hier bietet, desto einfacher gestaltet sich später die Suche nach einem bestimmten Gepäckstück. In viele Tagesrucksäcken kann sogar ein Trinksystem integriert werden – wenn nicht sogar schon eines vorhanden ist (Ratgeber Trinkrucksäcke).

Ein hohes Organisationspotenzial sollten natürlich auch die Außenfächer aufweisen. Nicht fehlen dürfen außerdem extra gepolsterte Fächer für elektronische Geräte (Handy, DigiCam) oder die Sonnenbrille. Extrem praktisch und deshalb besonders lobenswert sind auf dem Hüftgurt angebrachte Fächer, da sie einen blitzschnellen, unkomplizierten Zugriff erlauben, ohne dass der Rucksack abgenommen werden muss. Und je breiter schließlich noch die Schultergurte sowie der Hüftgurt ist, desto besser verteilt sich der Druck.

Eine Auswahl aktueller Fahrradrucksäcke, geordnet nach ihren Testergebnissen, findet sich unter diesem Link.

Autor: Wolfgang