Marktüberblick: Kabel war gestern

Moderne Fahrradcomputer messen längst nicht mehr nur die Geschwindigkeit, sondern erfassen eine Unmenge an Daten. Vor dem Kauf sollte daher gründlich überlegt werden, welche Daten für den persönlichen Gebrauch wirklich sinnvoll sind – und zwar allein schon aus Kostengründen. Einfache Fahrradtachos sind nämlich schon ab 20 Euro zu haben. Sie dokumentieren Tempo (Durchschnitts-, Maximal-, Minimal-Geschwindigkeit), gefahrene Kilometer sowie Fahrzeit. Qualitätskriterien sind Größe und Ablesbarkeit des Displays (auch mit Fahrradbrille) sowie ein einfaches und komfortables Handling.

Kabelgebundene Fahrradcomputer sind auf dem Rückzug. Die Datenübertragung zwischen dem Laufradsensor und dem Computer erfolgt bei vielen Geräten inzwischen per Funk, selbst bei den günstigen. Die neueste Entwicklung sind Fahrradcomputer, die den Laufradsensor durch ein GPS-Modul ersetzen und umfangreiche Navigations- sowie Trainingsfunktionen ins Spiel bringen. Teurere Modelle (z. B. der Rox 12.0 Sport von Sigma) arbeiten mitunter sogar völlig autark und erlauben den Download von Kartenmaterial oder die Übertragung der Trainingsdaten auf Drittanbieter-Plattformen per WiFi.

Fahrradcomputer mit GPS: Wie zuverlässig arbeiten sie in den Tests?

Der GPS-Empfang ist bei den meisten Modellen recht stabil, kann aber in schwierigem Gelände mitunter abbrechen, etwa in tiefen Schluchten oder dichten Wäldern – eine generelle Schwäche von GPS. Ein durchwachseneres Bild ergibt sich hingegen bei der Ortungsgeschwindigkeit nach dem Einschalten.

Mit besten Empfehlungen unserer Testquellen: Die besten Fahrradcomputer mit GPS
  1. Garmin Edge 130 Plus
    Garmin Edge 130 Plus
    • Sehr gut

      1,4



Hintergrundinfo: GPS ermittelt von Haus aus nur einen ungefähren Standort. Im Regelfall belaufen sich die Ungenauigkeiten auf wenige Meter. In der Praxis, etwa bei Nutzung von Navigationsfunktionen oder Routenaufzeichnungen, spielt das keine Geige. Kommt der GPS-Empfang aber zum Erliegen, versagen auch alle damit verbundenen Funktionen. Legen Sie also zum Beispiel großen Wert auf exakte Tachodaten, und das zu jedem Zeitpunkt, bleibt Ihnen im Grunde nichts anderes übrig, als auf einen konventionellen Fahrradcomputer mit Laufrad-Sensor zu greifen.


Alternative Ortungssysteme: Gleichzeitige Nutzung von GPS, Glonass und Galileo – bringt das etwas?

Topgeräte am Markt erfassen den Standort nicht nur auf Basis von GPS-Daten, sondern binden zusätzlich alternative Ortungssysteme wie Galileo und/oder Glonass ein. Das kann ein Vorteil sein, wenn die Anzahl der empfangbaren GPS-Satellitensignale zu gering ist – zur genauen Standortbestimmung sind mindestens drei nötig. Auch eine ungünstige Position der GPS-Satelliten beeinträchtigt die Genauigkeit.

Unter idealen Bedingungen bringt Ihnen der Verbund mehrerer Ortungssysteme (noch) keinen Mehrwert – sprich: höhere Genauigkeit – gegenüber der ausschließlichen Nutzung von GPS, wie unsere Testquelle navigation-professionell.de meint und dies mit derzeit noch fehlenden Hardware-Voraussetzungen begründet. Langfristig könne sich das mit der Einführung besserer Empfangschips ändern.

Tipp aus Tests und Meinungen: Wir empfehlen wir Ihnen Geräte, bei denen sich Galileo bzw. Glonass separat zu- und abschalten lassen. Denn Satellitenortung frisst wie beim Handy viel Strom. Vorteilhaft ist es auch, wenn sich GPS & Co. bei Nicht-Gebrauch komplett deaktivieren lassen. Das ist leider nicht selbstverständlich.


Fahrradcomputer oder doch lieber Smartphone?

Deutlich günstiger sind sie mit Trainingsapps fürs Smartphone unterwegs. Manche unterstützen sogar das weitverbreitete ANT-Protokoll, über das sich verschiedene Messsensoren wie Pulsmesser oder Trittfrequenz-Sensoren andocken lassen. Marktführer auf diesem Gebiet ist die Runtastic-App, die es auch als Variante speziell für Mountainbiker und Rennradfahrer gibt. Eine echte Option ist das Smartphone aber nur bei Schönwetter-Touren, denn schon bei leichtem Regen ist das Touchdisplay kaum noch bedienbar. Das gilt allerdings auch für Fahrradcomputer mit Touchdisplay wie die Geräte aus der Edge-Reihe von Garmin. Auch auf die barometrische Höhenmessung müssen Sie beim Smartphone verzichten, da ein Luftdrucksensor fehlt.

Wasser- und Staubschutz: Welche Schutzart ist sinnvoll?

Wie gut ein Gerät vor Wasser geschützt ist, verrät der zweistellige IP-Code. Die erste Ziffer gibt den Schutz vor dem Eindringen von Festkörpern an (z. B. Staub), die zweite das Wasserschutzniveau. Wird eine der Ziffern nicht angegeben, tritt an deren Stelle ein X. Tipp: Die Wasserschutzklasse IPX4 ist bei Regen völlig ausreichend. Der Staubschutz sollte mindestens der Schutzklasse IP5X entsprechen.

Die wichtigsten Schutzklassen in der Übersicht:
1. ZifferSchutz gegen Fremdkörper2. ZifferWasserschutz
0Kein Schutz0Kein Schutz
1Schutz gegen Fremdkörper mit Durchmesser >= 50 mm1Schutz gegen Tropfwasser
2Schutz gegen Fremdkörper mit Durchmesser >= 12,5 mm2Schutz gegen Tropfwasser
3Schutz gegen Fremdkörper mit Durchmesser >= 2,5 mm3Schutz gegen Sprühwasser
4Schutz gegen Fremdkörper mit Durchmesser >= 1 mm4Schutz gegen Spritzwasser
5Schutz gegen Staub in schadhafter Menge5Schutz gegen Strahlwasser
6Absolut staubdicht6Schutz gegen Strahlwasser
--7Wasserdicht bei kurzem Untertauchen
--8Wasserdicht bei dauerhaftem Untertauchen