Exzenterschleifer von Bosch Pro im Einsatz Exzenterschleifer sind ideal für den extra feinen Feinschliff. (Bildquelle: amazon.de)

Exzenterschleifer arbeiten mit einer Kombination aus Dreh- und Schwingbewegung, wodurch ein gleichmäßiges Schleifbild ohne Rillen und Riefen erzielt wird. Sie erreichen mit den Geräten eine hohe Abtragsleistung, können damit aber auch Feinschleifarbeiten durchführen oder Oberflächen polieren. Konstruktionsbedingt ist der Exzenterschleifer nicht für das Bearbeiten von Ecken geeignet. Die Schleiftellergröße der am Markt erhältlichen Geräte variiert zwischen 80 und 150 Millimetern. Von Vorteil ist es, wenn Sie die Drehzahl des Geräts regeln können, um die Schleifgeschwindigkeit dem Material anpassen zu können.

Was muss ich beim Kauf eines Exzenterschleifers bedenken?

Je nachdem, welche Oberflächen Sie abschleifen wollen und wie groß diese sind, sollten Sie die Schleiftellergröße wählen. Die Durchmesser variieren zwischen 80 und 150 Millimetern. Wie stark ein Exzenterschleifer ist, lässt sich anhand seiner Drehzahl erkennen. Die Leerlaufdrehzahl liegt in der Regel zwischen 10.000 und 13.000 Umdrehungen pro Minute. Empfehlenswert ist ein Modell mit regulierbarer Drehzahl, sodass Sie bei empfindlicheren Oberflächen die Drehzahl verringern können. Wie effektiv der Schleifer arbeitet, hängt jedoch auch vom Schleifteller, dem gewählten Schleifmittel und von einer guten Staubabsaugung ab.

Zusammenhang zwischen Schleifteller, Schleifpapier und Absaugung

Sie können zwischen unterschiedlich großen harten und weichen Schleiftellern wählen. Weiche Schleifteller sind zum Beispiel ideal, um auch gewölbte Oberflächen oder leichte Rundungen zu schleifen, da sich der Schleifteller der Form anpasst. Feste Schleifteller sind hingegen gut für ebene Flächen. Fast jeder Hersteller hat ein eigenes Schleiftellermuster, was nichts mit Design zu tun hat, sondern mit der Staubabsaugung. Durch die Löcher kann der Staub richtig abgesaugt werden. Aber nur dann, wenn die aufgesetzte Schleifscheibe das gleiche Lochmuster aufweist, ansonsten funktioniert der Staubabtransport nicht richtig.

Inzwischen gibt es auch viele Schleifmittel, die nicht mehr auf einem Trägepapier fixiert sind, sondern auf einem Gitternetz. Diese haben den Vorteil, dass die Staubabsaugung immer optimal funktioniert, da die Löcher zur Absaugung nicht verdeckt werden. Somit können diese Schleifscheiben mit jedem Exzenterschleifer benutzt werden. Nachteil: Diese sind im Vergleich zu den „normalen“ Schleifscheiben um einiges teurer, aber sie verschleißen weniger schnell und sorgen für optimale Sicht und beinahe staubfreies Arbeiten. Denn Schleifstäube können gesundheitsschädlich sein, daher sollten Sie immer eine externe Staubabsaugung mit einem Werkstattsauger bevorzugen oder zumindest im Freien mit Staubmaske arbeiten.

Der Schleifmittelwechsel ist sehr einfach, da alle Exzenterschleifer mit einem Klettsystem ausgestattet sind, wodurch die Schleifscheiben, egal ob Papier-, Textil- oder Gitternetzträger schnell gewechselt werden können. Wenn das Klettsystem keine Haftung mehr haben sollte, dann müssen Sie sich leider einen neuen Schleifteller zulegen, weil ansonsten kein richtiges Schleifen mehr möglich ist.

Schwingschleifer oder Exzenterschleifer?

Beide Schleifer haben ihre Berechtigung und sind auf bestimmte Einsatzgebiete spezialisiert. Daher ist es mitunter von Vorteil, wenn Sie beide Geräte besitzen, da sie sich gut ergänzen.
ExzenterschleiferSchwingschleifer
Schleifbewegung
  • Dreh- und Schwingbewegungen
  • nur Schwingbewegung
Schleifbild
  • sehr feines, gleichmäßiges Schleifbild ohne Rillen bei richtiger Technik
  • kann auch zum Polieren eingesetzt werden
  • teils ungleichmäßig
  • Ecken können sauber geschliffen werden
  • bei unsachgemäßer Anwendung können schnell Schleifrillen entstehen
Abtragsleistung
  • hohe Abtragsleistung, schneller Arbeitsfortschritt
  • geringerer Abtrag als bei Exzenterschleifern
  • mehrmaliges Bearbeiten der Fläche nötig
Geeignet für
  • große Flächen
  • gerundete, gewölbte Oberflächen
  • ebene, kleinere Oberflächen
  • Ecken

Ergonomie und Handling

Für eine komfortable und auch sichere Handhabung sollte der Exzenterschleifer ergonomisch geformte Griffe haben. So kann das Gerät längere Zeit sicher und ermüdungsfrei geführt werden. Manche Modelle werden nur mit einer Hand bedient, andere mit beiden Händen. Sicherer ist das zweihändige Arbeiten. Probieren Sie am besten mehrere Schleifmaschinen aus, welche besonders gut in der Hand liegt. Die Schleifer haben alle ähnliche, aber dennoch unterschiedliche Formen und Griffe. Zudem ist auf eine gute Vibrationsdämpfung zu achten, vor allem wenn Sie größere Schleifarbeiten planen. Denn das feine dauerhafte Kribbeln in den Händen hält nach so einem Einsatz noch eine Weile an. Geräte von Markenherstellern wie zum Beispiel Bosch (Professional), Makita und Metabo sind mit einer Vibrationsdämpfung ausgestattet. Auch wenn diese Schleifer mehr kosten, ist der gewonnene Komfort nicht zu unterschätzen.

Bei den Schleifarbeiten kommt es selbstverständlich immer zu Staubbildung. Um diesen Staub gar nicht erst in die Luft gelangen zu lassen, sollte man zu einem Schleifer mit Staubauffangvorrichtung greifen. Diese saugt idealerweise den Staub mittels Unterdruck genau dort auf, wo er entsteht: an der Schleifscheibe. Ein Fangsack am hinteren Ende der Maschine nimmt den Staub auf - perfekt für Überkopfarbeiten. Hat man lang andauernde Arbeiten vor sich, kann ein zusätzlicher Adapter für einen Werkstatt- oder Nass- und Trockensauger nicht schaden.

von Judith-Helen Sengespeik