Stichsäge im Einsatz Kurvenschnitte - die Premiumdisziplin für Stichsägen. (Bildquelle: amazon.de)

Mit einer (Pendelhub-)Stichsäge lassen sich unterschiedliche Materialien bearbeiten. Je nach Sägeblatt können Sie Holz sowie Metalle und Kunststoffe zusägen. Auch Kurvenschnitte sind mit dem Werkzeug möglich. Es gehört aufgrund seiner flexiblen Einsatzgebiete in jede Heimwerkerkiste.

Worauf achten Fachmagazine beim Testen von Stichsägen?

In Vergleichstests wird Wert darauf gelegt, dass Ihnen mit einer Stichsäge saubere und präzise am Anriss führbare Schnitte gelingen. Kurvenschnitte sind ebenfalls eine Disziplin, die eine Stichsäge leisten sollte. Dabei gibt es große Unterschiede - und die sind nicht abhängig davon, ob Sie eine Profimaschine oder ein Einsteigermodell haben. Selbst Modelle für Heimwerker und Einsteiger können durchweg gute Sägeleistungen erbringen.

Die Säge sollte sich gut handhaben lassen. Auch der Wechsel der Sägeblätter oder das Verstellen des Fußes sollten werkzeuglos möglich sein. Produkte von Einhell überzeugen durch ihr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, aber auch Ryobi und Bosch (grün) schneiden im DIY-Bereich gut ab. Im Profi-Segment liegen in der Regel Makita, Festool sowie AEG an der Spitze.

Auf welche Ausstattungsdetails soll ich achten?

Für eine komfortable Bedienung sollte sich das Sägeblatt leicht auswechseln lassen. Die meisten Modelle besitzen ein Schnellwechselsystem, damit Sie die Sägeblätter ohne Werkzeug austauschen können. Bei Einsteigermodellen bzw. preiswerten Vertretern müssen Sie das Sägeblatt mit einem Inbusschlüssel oder Schraubendreher lösen. Das ist umständlich und kostet Zeit. Auch die Fußplatte sollte sich leicht verstellen lassen. Dann können Sie auch einfache Gehrungsschnitte herstellen. Dabei sind Stellschrauben sehr praktisch und komfortabel. Allerdings ist die Genauigkeit der Schrägschnitte meist nicht hundertprozentig.

Profi-Geräte besitzen meist einen robusten gegossenen Metallfuß. Einfachere Modelle sparen hier und besitzen einen Fuß aus gebogenem Blech, der natürlich nicht so langlebig ist, aber für den gelegentlichen Einsatz seinen Zweck vollkommen erfüllt. Modelle mit einer Auslaufbremse stoppen das Sägeblatt schneller; es läuft nicht so stark nach. Das erhöht die Sicherheit und verlängert die Lebenszeit des Sägeblatts. Einige moderne Geräte verfügen zudem über eine Laser-Schnittlinienführung. Diese brauchen Sie aber nicht unbedingt, solange eine gute Blasfunktion und eine Peilhilfe am Sägeschuh vorhanden sind. Ein LED-Licht zur Schnittausleuchtung kann ebenfalls hilfreich sein. Die meisten Stichsägen verfügen auch über einen Adapter für eine Staubabsaugvorrichtung, was besonders beim Sägen in Innenräumen von Vorteil ist. Ebenfalls sinnvoll ist eine Drehzahlregulierung, damit Sie die Schnittgeschwindigkeit auch auf empfindlichere Materialien abstimmen können.

Brauche ich eine Säge mit Pendelhub?

Wenn Sie die Stichsäge nur selten benutzen, können Sie zu einem herkömmlichen Modell ohne Pendelhub greifen. Bei häufigem Gebrauch empfiehlt sich jedoch der Kauf einer Pendelhub-Stichsäge. Den Schalter für den Pendelhub finden Sie meist seitlich an der Säge. Damit bewegt sich das Blatt nicht nur in vertikaler Richtung - also hoch und runter -, sondern auch vor und zurück. Das ermöglicht ein schnelleres Arbeiten und Sie haben eine bessere Sicht auf den Schnitt, da durch die Pendelbewegung die meisten Späne nach unten transportiert werden. Das Sägeblatt hat zudem weniger Kontakt mit dem Material, wodurch es sich nicht so stark erhitzt und somit im Idealfall länger hält.

Zusätzlich ermöglicht eine Pendelhubstichsäge das Sägen von Tauchschnitten. Bei einer herkömmlichen Stichsäge muss dazu vorher ein Loch in das Material gebohrt werden. Allerdings sind Schnitte mit einer Pendelhubfunktion wesentlich unsauberer und haben ein ausgefranstes Schnittbild zur Folge. Um das zu minimieren, können Sie einen Spanreißschutz in den Fuß vor dem Sägeblatt einsetzen.

Tipp: Wenn Sie sich eine Stichsäge zulegen wollen, dann am besten gleich eine mit Pendelhubfunktion. Was praktisch ist: Wenn Sie die Pendelhubfunktion nicht benötigen, können Sie sie ausstellen. Ansonsten gilt: je stärker das Material, je höher auch die einzustellende Pendelstufe.

VorteileNachteile
  • schnellerer Arbeitsfortschritt bei weniger Kraftaufwand
  • weniger Sichtbehinderung, da durch die Pendelbewegung die meisten Späne nach unten abtransportiert werden
  • weniger Reibung am Sägeblatt = höhere Lebensdauer des Sägeblatts
  • ideal für dickere Materialien
  • unsauberes, ausgefranstes Schnittbild vor allem bei Weichholz (z. B. Tanne, Kiefer) und beschichteten Materialien (z. B. Küchenarbeitsplatten)
  • bei Kurvenschnitten nicht benutzen
  • nicht für Schnitte in Metall geeignet

Bosch Stichsäge Mit einer deutlichen Sägelinienführung ist es einfacher, dem Anriss zu folgen. (Bildquelle: bosch-do-it.de)

Wissenswertes zum Sägeblatt

Durch die feinen Sägeblätter einer Stichsäge können auch filigrane Sägearbeiten ausgeführt werden. Da die Blätter flexibel sind, passen sie sich dem Material und den Schnittformen sehr gut an. Allerdings vibrieren die Sägeblätter recht stark und brechen schnell. Um das zu verhindern bzw. zu minimieren, verfügen viele Modelle über eine Rolle, die sich hinter dem Bereich des Sägeblatts befindet. Diese Rolle stützt das Sägeblatt, gibt ihm Stabilität und ermöglicht dadurch einen sauberen Schnitt.

Das Sägeblatt bestimmt, welches Material Sie zusägen können. Aber auch Dicke und Form sowie die Lage der Sägezähne (nach oben gerichtet/nach unten gerichtet, eng oder weit auseinander) bestimmen über den Sägeschnitt. Die Schnitttiefe der Stichsäge wird von der Sägeblatttiefe und der Leistung der Säge vorgegeben. Mit dem richtigen Sägeblatt sind feine, grobe oder auch Kurvenschnitte möglich. Bei Stichsägen müssen Sie darauf achten, welche Sägeblattaufnahme Ihr Gerät verwendet. Der sogenannte T-Schaft (von Bosch entwickelt) ist weit verbreitet. Bei älteren Geräten oder Herstellern wie Makita, Fein und Black + Decker werden zum Beispiel andere Schaftformen verwendet. Wenn das Stichsägeblatt halten soll, müssen die Aufnahme der Säge und die Form des Sägeblattes zueinanderpassen. Achten Sie einfach auf die Herstellerangaben: Es wird stets vorgeschlagen, welche Sägeblätter für welche Aufgaben geeignet sind.

Autor: Judith-H.