Kingtop mechanische Tastatur Teuer, aber langlebig: Mechanische Tastaturen sind eine lohnenswerte Investition für Enthusiasten. (Bildquelle: amazon.de)

Sie tippen viel oder sind leidenschaftlicher PC-Spieler? Ihre aktuelle Tastatur leidet bereits unter Abnutzungserscheinungen? Dann ist es vielleicht an der Zeit, über die Anschaffung einer mechanischen Tastatur nachzudenken. Die alternativen Tastenbretter sind zwar teurer als eine 0815-Membrantastatur, halten dafür aber auch länger und bieten oftmals einen deutlich besseren Tippkomfort. Leisetreter sind sie allerdings nicht.

Wie unterscheiden sich mechanische Tastaturen von Standard-Tastaturen?

Günstige Standardtastaturen nutzen sogenannte Membranschalter. Unter jeder Tastenkappe ist eine kleine Gummikuppel (Rubberdome), die auf eine Membran heruntergedrückt wird. Das Material ermüdet recht schnell, was sich langfristig auf den Tippkomfort auswirkt. Mechanische Tastaturen setzen hingegen auf einen robusten Federmechanismus, der sich erst nach sehr langer und intensiver Beanspruchung abnutzt. Dadurch halten mechanische Tastaturen locker fünf, wenn nicht sogar zehn Jahre und länger durch – zumindest solange die Tastenkappen noch nicht völlig abgerieben sind. Einige Hersteller bieten sogar Ersatz-Tastenkappen an, um dieses Problem zu beheben.

Die robuste Mechanik geht oftmals mit einer lauten Geräuschkulisse einher. Selbst wenn eine mechanische Tastatur mit extraleisem Anschlag beworben wird, ist sie in der Praxis lauter als eine durchschnittliche Membrantastatur. Im Großraumbüro könnte die Nutzung einer mechanischen Tastatur also den Zorn der Kollegen wecken.

Mechanische Tastaturen eröffnen Ihnen zudem Raum für Individualisierung: Auf dem Markt haben sich viele unterschiedliche Schaltertypen etabliert, die jeweils einen bestimmten Nutzertyp ansprechen sollen oder etwaige Nachteile der Technik kompensieren:

Wie unterscheiden sich die Schaltertypen bei mechanischen Tastaturen?

Ein typischer mechanischer Schalter von Cherry (Bildquelle: cherrymx.de)

Mechanische Tastaturen sprechen vor allem zwei Zielgruppen an: Vieltipper und PC-Gamer. Die beiden Fraktionen haben unterschiedliche Anforderungen. Vieltipper bevorzugen in der Regel einen klaren Druckpunkt und ein spürbares Auslösen. Ein hoher Druckwiderstand hilft zudem dabei, Vertipper zu verhindern.
Spielernaturen sind hingegen eher auf schnelle Reaktionszeiten aus. Die Tasten sollten also schon bei geringem Druck auslösen.
Der Tastaturhersteller Cherry war ein Vorreiter bei den mechanischen Tastaturen und stellt seine Schalter anderen Herstellern zur Verfügung. Die Cherry-Schalter sind für die meisten Hersteller von mechanischen Tastaturen erste Wahl. Andere Schalterhersteller wie Kailh, Omron, Razer und Roccat orientieren sich bei ihren Eigenkreationen oftmals an den Klassikern von Cherry.

Da auch die Bezeichnungen oftmals ähnlich ausfallen, bietet Cherrys Schalter-Portfolio einen guten Überblick über die gängigen Schaltertypen:

  • MX Red: Geringer Kraftaufwand nötig. Lösen schnell aus. Standardschalter bei vielen Gaming-Tastaturen.
  • MX Brown: Spürbares Feedback beim Auslösen, aber ohne Klickgeräusch. Kurzer Auslöseweg. Kompromiss für Gamer und Vieltipper gleichermaßen.
  • MX Blue: Hoher Widerstand und prägnantes Auslösegeräusch. Optimal für Vieltipper, aber viel zu laut für das Großraumbüro.
  • MX Black: Sehr hoher Widerstand, kein spür- und hörbarer Klick. Geringe Wahrscheinlichkeit für Vertipper.
  • MX Silver: Lösen sehr schnell aus und haben geringen Widerstand. Ideal für Gamer oder sehr treffsichere Schnellschreiber.
  • MX Silent: Leise Varianten von Red, Black und Co. mit zusätzlicher Geräuschdämpfung.
Mechanische Schalter können entweder linear oder taktil auslösen: Lineare Schalter lassen sich gleichmäßig durchdrücken und bieten keinen zusätzlichen Widerstand am Auslösepunkt. Taktile Schalter haben hingegen einen spürbaren Druckpunkt, der überwunden werden muss.

Welche Ausstattungsmerkmale sind bei mechanischen Tastaturen wichtig?

Wenn Sie eine Tastatur für lange Schreibarbeiten suchen, sollten Sie besonders auf die Ergonomie achten. Eine Handballenauflage und Standfüße zur Höhenverstellung tragen entscheidend dazu bei, die Hände zu schonen. Die natürlichere Handgelenkposition hilft dabei, langfristige Schäden zu verhindern. Auch das Layout kann sich von Modell zu Modell unterscheiden: So können zum Beispiel die Return-Taste zugunsten einer Sonderzeichen-Taste verkleinert oder in der unteren Reihe eine zusätzliche Funktionstaste (Fn) untergebracht sein. Wenn Sie viel mit Zahlen und Tabellen arbeiten, ist eine Tastatur mit Ziffernblock zudem ratsam.

Soll es eine Gaming-Tastatur werden, gibt es eine Vielzahl an interessanten Funktionen, die von Nutzen sein können. Glücklicherweise sind die meisten Gamingtastaturen hier recht einheitlich bestückt. Eine individualisierbare Tastenbeleuchtung, Profilspeicher und Makrofunktionen sind in der Regel integriert. Die Wahl der Gamingtastatur kann also vor allem vom verwendeten Schaltertyp abhängig gemacht werden.

Viele mechanische Tastaturen bieten zudem zusätzliche Anschlüsse für USB-Geräte und Kopfhörer. Wenn Sie so etwas benötigen, lohnt es sich, gezielt nach solchen Modellen Ausschau zu halten.

Wie reinigt man eine mechanische Tastatur am besten?

Mechanische Tastatur Tastenkappen entfernen Ein Keycap Remover hilft bei der Reinigung von mechanischen Tastaturen. (Bildquelle: amazon.de)

Nicht nur aus hygienischen Gründen, sondern auch, um die Lebensdauer zu verlängern, empfiehlt sich eine regelmäßige Reinigung der mechanischen Tastatur. Die modulare Natur der mechanischen Tasten hat hier einen positiven Nebeneffekt: Die Tastenkappen lassen sich einfach abnehmen, was die Reinigung deutlich erleichtert. Viele Hersteller liefern mit der Tastatur ein Werkzeug mit, mit dem sich die Kappen leicht abziehen lassen. Wenn sowas nicht vorhanden ist, können Sie einen sogenannten Keycap Remover auch für wenig Geld im Onlinehandel erwerben.

  • Vor der Reinigung sollte die Tastatur vom Rechner abgezogen werden!
  • Je nach Verschmutzungsgrad kann es bereits helfen, die Tastatur umzudrehen und kräftig auszuschütteln. Ein Handstaubsauger ist auch ein gutes Hilfsmittel gegen Staub und Krümel.
  • Für die Reinigung empfiehlt sich ein Mikrofasertuch, das auch leicht feucht sein darf. Papiertücher sollten nicht genutzt werden, weil sie häufig Partikel zurücklassen.
  • Nach der Reinigung mit dem Mikrofasertuch sollte die Tastatur mit einem anderen, trockenen Tuch abgerieben werden. Es ist zudem empfehlenswert, vor der Wiederinbetriebnahme der Tastatur ein wenig zu warten, damit auch noch die Restfeuchtigkeit entfleuchen kann.
Wenn Sie die Tastenkappen gelöst haben und reinigen wollen, können Sie ein Wasserbad nutzen. Legen Sie die Kappen in einen Topf mit warmem (nicht heißem!) Wasser und lassen Sie sie ein paar Stunden einweichen. Danach einfach die Tastenkappen abwischen und abtrocknen und wieder einsetzen. Achtung: Bei gummierter Tastenkappenbeschichtung ist das Einweichen nicht ratsam. Normale Kunststoffkappen überstehen den Prozess unbeschadet.