Blu-ray-Player: Sechs Kandidaten - ein Sieger, zwei Kauftipps

top-test-6-blu-rayBislang durfte man sich bei einem Blu-ray-Player nicht nur auf scharfe Bilder und diverse Zusatzfeatures freuen, sondern musste auch einige Kinderkrankheiten in Kauf nehmen. Mit der neuen Generation – so die Hersteller – soll sich das ändern. Die Zeitschrift „Video-HomeVision“ hat sechs Geräte auf Bildqualität, Klangqualität, Ausstattung, Bedienung und Verarbeitung geprüft. Neben dem Testsieger gibt es zwei Kauftipps.

Der erste Kauftipp ist einer der günstigsten Player dieses Vergleichs. So wird der Samsung BD-P 1600 bei amazon zur Zeit schon für knapp 220 Euro angeboten. Dennoch zeigt das Modell keine Schwächen und lieferte im Test ein „überragendes“ Bild. Selbst der De-Interlacer für DVD-Filme bot eine nahezu fehlerfreie Vorstellung. Bei der Audiosektion kommt der Samsung nicht ganz so gut weg. So fand man die Ausgabe über den analogen Stereoausgang zwar kräftig, dabei aber zu undifferenziert für „entspannten Musikgenuss“. Hier empfiehlt sich der Griff zum AV-Receiver, zumal der BD-P 1600 keine eigenen HD-Audiodecoder an Bord hat. Dafür spielt er im Unterschied zu seinen Vorgängern Multimedia-Dateien ab, also MP3-Musik, JPEG-Bilder und DivX-Videos. Und das nicht nur von DVD- und CD-Rohlingen, sondern auch von USB-Datenträgern. Lob verdient sich der Player auch mit Blick auf die Wartezeiten: Nach nur 18 Sekunden ist er betriebsbereit, obendrein funktioniert der Download von Software-Updates und BD-Live-Inhalten vergleichsweise schnell.

Mit zwei Prozentpunkten mehr reicht es für den Panasonic DMP-BD80 ebenfalls zum Kauftipp. Ganz so flott wie sein Konkurrent von Samsung ist er allerdings nicht, wie man beim Test der Schnellstartfunktion und beim Download von Informationen aus dem Netz feststellen musste. Pluspunkte gibt es für seine Fähigkeit, über die als „Viera Cast“ bezeichnete Netzwerkfunktion Online-Inhalte von YouTube oder Picasa auf den Fernsehbildschirm zu bringen. Der DMP-BD80 überzeugt mit eingebauten HD-Audiodecodern und gibt das Signal sowohl als Bitstream wie auch entschlüsselt in sehr guter Qualität wieder. Auch über den Analogausgang fand man den Klang sauber und lebendig. Bei der Bildqualität einer Blu-ray gelingen dem Gerät äußerst scharfe Ergebnisse, auch DVD-Filme wirken plastisch und ruhig. Leichte Schwächen zeigte er nur bei der Vollbildwandlung.

Den Testsieg heimst trotzdem ein anderer Kandidat ein, nämlich der Pioneer BDP-320. Der Player startet wesentlich schneller als seine Vorgänger, braucht aber immer noch eine gute Minute, um die ersten Bilder vom eingelegten Blu-ray-Film wiederzugeben. Die Bedienung soll sehr unkompliziert sein, wobei man die Fernbedienung ähnlich gut strukturiert fand, wie die Menüoberfläche. Auch der Pioneer spielt MP3-, WMA-, JPEG- und DivX-Dateien entweder von CD, DVD, über den USB-Port oder von einem Computer im lokalen Netzwerk. Bei der Bildqualität einer Blu-ray liegt er in Sachen Schärfe auf Augenhöhe mit dem Panasonic und übertrumpft damit die Konkurrenz. Lob verdient sich auch die DVD-Darstellung. Im Hörtest lief das Gerät dann zu voller Größe auf und stellt die Mitbewerber in den Schatten: Digital „überragend“, analog „sehr gut“.

Beim Schnellstarter von Samsung sollten Kunden zugreifen, die schon einen AV-Receiver mit HD-Audiodecodern besitzen. Klanglich steht der mit Decodern und einem 7.1-Ausgang gerüstete Panasonic besser da. Für ihn sprechen außerdem die sehr gute Schärfe bei HD-Filmen und die Netzwerkfunktionen. Als Testsieger entpuppt sich der akustisch und mit Blick auf die Bildqualität überragende Pioneer.

Die Testergebnisse im Überblick finden Sie hier.

Autor: Jens