Barebones: PC-Eigenbau für Individualisten

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Die Hardware-Ansprüche an einen PC sind immer sehr unterschiedlich und nicht immer können die Anbieter von fertigen PCs den individuellen Ansprüchen des Kaufinteressierten gerecht werden. Da hilft nur noch die Suche nach einem Barebone-PC, der das passende Gehäuse zum bereits installierten Mainboard anbietet. Bei Spezialgehäusen mit besonderen Raumverhältnissen bietet man oft auch das passende optische Laufwerk gleich mit an, damit der Käufer auch das Richtige bekommt. In seltenen Fällen ist der Prozessor fest installiert und die persönliche Nachrüstung beschränkt sich nur noch auf den Arbeitsspeicher, die Festplatte und eventuell ein WLAN-Modul – siehe Intel NUC.

Gehäuseauswahl

Seit einiger Zeit sind leistungsstarke Mini-ITX-Mainboards mit Intel Z77- oder AMD A75-Chipsatz erhältlich, die gleichzeitig einen freien PCI-Express-Slot mit 16 Datenbahnen und voller SATA3-Unterstützung mit 6 Gbps anbieten. Viele PC-Gehäuse sind direkt auf dieses Mainboard-Format mit 170 Millimeter Kantenlänge zugeschnitten und überschreiten die Maße nur geringfügig. So können leistungsstarke Gamer-PCs im Mini-Format aufgebaut werden, die ganz leicht in einer Tasche mit dem Rest des Equipments zur LAN-Party transportiert werden können. Andere Anwender legen im HTPC-Bereich für das Wohnzimmer großen Wert auf die Optik des Gehäuses, die zum Rest des Ambientes passen soll und gleichzeitig sehr leise sein sollten. Hier ist die Auswahl recht groß und es kommen sogar größere Mainboards im Micro-ATX-Format zum Einsatz. Weniger anspruchsvolle, aber dafür umweltbewusstere Anwender greifen gerne zu einem der vielen Mini-PCs, die auch Nettops genannt werden. Diese sind extrem kompakt, verbrauchen nicht viel Strom und sind meist in Minuten aufgerüstet, da sich die Arbeit auf das Einstecken des Arbeitsspeichers und der Montage der Festplatte beschränkt.

Ausstattungsmerkmale

Bei den Mini-ITX-Mainboards mit Z77- und A75-Chipsatz muss man sich um die Ausstattung keinerlei Sorgen machen. Diese Barebones sind natürlich etwas teurer, bieten jedoch dafür jegliche Freiheit bei der Hardware-Bestückung an und verfügen direkt an der ATX-Blende über alle wichtigen Anschlüsse. Die meisten Barebone-Gehäuse besitzen an der Front oder seitlich ein I/O-Panel mit zusätzlichen Anschlussmöglichkeiten, wobei die individuellen Bedürfnisse nach USB 3.0, FireWire oder eSATA erfüllt werden sollten. Bei Nutzung ohne dedizierte Grafikkarte muss das Mainboard an der ATX-Blende ebenfalls die benötigten Monitor- und Audio-Anschlüsse bieten. Je nach den eigenen Bedürfnissen muss man sich auf den Austausch bereits installierter Lüfter im Gehäuse, Netzteil oder gar auf der CPU gefasst machen. Hier sparen die Anbieter gerne und verbauen weniger effiziente, aber dafür umso lautere Gebläse. Bei den Nettops im Barbone-Format sieht dies ähnlich aus, da sehr kleine Lüfter einen hochfrequenten Ton erzeugen, der eigentlich unerwünscht ist. Lüfterlosen Systemen mit einem externen Netzteil ist hier immer der Vorrang zu gewähren.

Aufrüsten

Bevor man sich an das eigentliche Aufrüsten begibt, sollte man die antistatischen Voraussetzungen erfüllen. Im Idealfall arbeitet man mit der Hardware auf einer Antistatikmatte und einem Handgelenksband, das für eine Entladung sorgt. Beides ist im Computerladen um die Ecke für wenig Geld erhältlich. Im Notfall kann man die eigene statische Aufladung durch einen Griff an ein Heizungsrohr eliminieren. Die verpackte Hardware vorsichtig entnehmen und nie an den elektronischen Kontakten berühren. Die Steckkarten und Speichermodule müssen kräftig in ihren Slot gedrückt werden, damit die Halterungen einrasten können. Die Prozessorkühler nie ohne Wärmeleitpaste installieren (hier ist die beste gerade gut genug) und bei der Fixierung auf einen hohen Anpressdruck achten. Die Laufwerke mit beweglichen Teilen (DVD, Festplatte) sollten nach Möglichkeit entkoppelt (mit Gummiunterlagen an den Schrauben) montiert werden.

Autor: Christian