Nettops & Mini-PCs: Voller Funktionsumfang auf kleinstem Raum

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Für welche Einsatzzwecke sind Mini-PCs am besten geeignet?

Apple Mac Mini 2018 Apples Mac Mini gilt als Vorreiter unter den kompakten Computersystemen. (Bildquelle: amazon.de)

Der Mini fürs Büro: Bei Geschäftskunden erfreuen sich kompakte Rechner große Beliebtheit. Sie gelten als günstigere Alternative zu Office-Notebooks, wenn die Mitarbeiter keinen mobilen Rechner benötigen. Sie werden nicht nur wegen ihres geringen Platzbedarfs für die Büroarbeit gewählt, sondern auch wegen des geringen Stromverbrauchs und des oftmals flüsterleisen Betriebsgeräuschs. Mini-Office-PCs sparen Platz am Schreibtisch und können teilweise sogar auf der Rückseite eines Monitors montiert werden. Mithilfe von SSD-Festplatten können Mini-Office-PCs auch trotz weniger rechenstarker Prozessoren ein hohes Tempo bei Alltags- und Office-Anwendungen aufweisen.

Die Multimedia-Zentrale im Wohnzimmer: Einen PC am Fernseher zu betreiben kommt immer mehr in Mode. Während klassische Tower-PCs oftmals zu groß und auffällig für die Wohnstube ausfallen, können Mini-PCs viel diskreter im HiFi- und TV-Schrank untergebracht werden. Auch im Wohnzimmer-Einsatz profitieren Sie von dem leiseren Betriebsgeräusch. Mithilfe von kabellosen Mäusen und Tastaturen können Sie relativ bequem den vollen Funktionsumfang des PCs von der Couch aus nutzen. Mini-PCs treten hier in direkte Konkurrenz zu NAS-Systemen. Diese sind oftmals günstiger und noch kleiner, aber nicht ganz so multitalentiert, wie ein Mini-PC mit Windows oder Linux. Sie können von dem Rechner aus Ihre persönliche Medienbibliothek aus Videos, Fotos und Musik stets zur Verfügung haben und gleichzeitig komfortabel browsen oder gar das ein oder andere Spiel genießen.

Der unauffällige Ersatz-Desktop-PC: Wenn Ihnen ein klassischer Desktop-PC einfach zu unattraktiv und klobig erscheint, können Sie einen Mini-PC auch als Haupt-Rechengerät für Office-Arbeiten und den digitalen Alltag in Erwägung ziehen. Allzu hohe Ansprüche an die Leistung sollten Sie dabei nicht haben, es sei denn, Sie sind bereit, etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Ein günstiges Office-Notebook erfüllt zu vergleichbaren Preisen allerdings denselben Zweck und ist dabei dank des Akkubetriebs noch viel flexibler.

Wie unterscheiden sich Mini-PCs von typischen Desktop-PCs?

Mini-PC Schnittstellen Bei Mini-PCs müssen Sie oftmals mit einer kleineren Schnittstellenauswahl vorliebnehmen. (Bildquelle: amazon.de)

Die ungewöhnliche Bauform von Mini-PCs und Nettops erfordert speziell angepasste Hardware. Die Hauptplatine bietet wegen des Platzmangels in der Regel weniger interne Anschlüsse als ein klassisches Desktop-Mainboard. So stehen beispielsweise nur zwei statt der üblichen vier DIMM-Slots für Arbeitsspeicher zur Verfügung und um den Prozessor-Sockel herum ist nicht genug Platz für extravagante Kühler.

Wenn eine klassische Magnetfestplatte verbaut werden soll, wird es oftmals sehr eng. SSDs, dabei insbesondere M.2-Speicher, lösen das Platzproblem und sind gleichzeitig weitaus performanter. Vorgefertigte Mini-PCs setzen oftmals auf Einsteiger-Prozessoren mit geringem Strombedarf und niedriger Wärmeentwicklung oder gar auf Notebook-CPUs, die sehr effizient arbeiten, aber dafür bei Weitem nicht das Leistungsniveau von Desktop-Prozessoren erreichen.

Aufgrund der kleineren Gehäuse müssen Sie auch bei den Anschlüssen mit Kompromissen rechnen: Sie sollten deshalb vor dem Kauf überlegen, wie viele Peripheriegeräte Sie an den Kompaktrechner anschließen wollen und entsprechend prüfen, ob genug Schnittstellen für Ihr Vorhaben vorhanden sind. Da Mini-PCs vor allem flexibler als Desktop-PCs sein wollen, ist ein integriertes WLAN-Modul im Gegensatz zu den Tower-Kollegen fast schon zum Standard geworden.

Was macht ein Barebone-System aus?

Bei der Suche nach einem Mini-PC werden Sie höchstwahrscheinlich schnell auf den Begriff Barebone stoßen. Diese oftmals ziemlich günstig angebotenen Systeme sind nicht sofort einsatzbereit, denn es fehlen wichtige Komponenten für den Betrieb. In der Regel erhalten Sie bei einem Barebone-PC das Gehäuse mit Hauptplatine, Netzteil und einem vormontierten Prozessor. Dieser ist in der Regel fest verlötet und somit nicht auf- bzw. umrüstbar. Es fehlen jeweils noch Festplatten, Arbeitsspeicher und ein Betriebssystem. Barebones sind also eher etwas für Bastler, die ihren PC mit bestimmten Komponenten individualisieren und auf ihre Ansprüche zurechtschneiden möchten. Vor dem Kauf eines Barebones sollten Sie also die Mehrkosten und den zusätzlichen Aufwand durch Montage und Betriebssystem-Installation berücksichtigen.

Sind Mini-PCs spieletauglich?

Wenn Sie ein Spielegerät fürs Wohnzimmer suchen, Ihnen aber Spielkonsolen zuwider und große Gaming-PCs zu laut und klobig sind, könnte ein Mini-PC die Lösung sein. Immer mehr Anbieter wie Intel oder Zotac bringen Barebones oder fertige Mini-PCs mit potenter Hardware auf den Markt. Das Leistungsniveau ist in der Regel vergleichbar mit Gaming-Notebooks. Dasselbe gilt leider auch für das Preisniveau: In Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis sind Gaming-Mini-PCs oftmals schwach aufgestellt. Während in vielen Wohnzimmern bereits 4K-Fernseher zu Hause sind, sind die spieletauglichen Mini-PCs oftmals noch nicht leistungsstark genug, um aktuelle Games in der entsprechenden Auflösung ohne starke Kompromisse bei Detailgrad oder Bildrate darzustellen. Wenn der Hersteller eine Desktop-Grafikkarte verbaut, ist zudem der Geräuschpegel der Gaming-Box gleichauf oder gar höher als bei normalen Gaming-PCs.

Autor: Gregor L.