All-in-One-PCs: Vor- und Nachteile von Komplettsystemen

Was verraten Testberichte über All-In-One-PCs?

HP Envy Curved 34-b000ng Oft ist die Technik im Monitor verbaut oder als kleine Box hinten angesteckt, hier beim HP Envy 34-b000ng steckt die Technik in einem entsprechend massiven Standfuß. (Bildquelle: store.hp.com)

Der Name verrät es bereits: All-In-One-PCs beinhalten sämtliche Komponenten, die man sonst erst mühsam zusammenstellen muss. Neben dem PC selbst und dem Monitor umfasst dies Tastatur und Maus, Lautsprecher und Webcam. Was aber die meisten nicht sofort anhand der Bezeichnung erahnen: Das Gros dieser Komponenten, inklusive des PCs, sind im Gehäuse des Monitors verbaut. Das macht die Lösung so platzsparend, mobil und elegant – und erzwingt Kompromisse. Und genau diese werden von den Testmagazinen bevorzugt unter die Lupe genommen.

Da die Komponenten somit nicht so einfach ausgetauscht werden können, muss deren Qualität umso höher ausfallen. Dies gilt insbesondere für das Display, welches nur sehr selten überhaupt nachträglich gewechselt werden kann. Das dürfte aber auch kaum nötig sein, denn tatsächlich bescheinigen die professionellen Tester gerade den Bildschirmen eine hervorragende Qualität. Die hohe Qualitätsschwankung, wie man sie bei normalen Monitoren gewohnt ist, tritt hier nicht auf. Insbesondere die für die Grafikbearbeitung gedachten Modelle können definitiv mit den besten Stand-alone-Monitoren mithalten.

Es liegt in der Natur der Sache, dass auf der Leistungsseite oft die meisten Abstriche hingenommen werden müssen. Häufig arbeitet in den Rechnern Notebook-Technik, da diese weniger Hitze erzeugt, damit ein dezenteres Kühlungssystem erlaubt und generell mit weniger Platz auskommt. Es gibt aber auch Modelle mit richtig viel Leistung, die aber auch etwas voluminöser ausfallen und vor allem mit ihrer lauten Lüftung stören können, die dann nicht irgendwo unter dem Tisch im PC-Tower sondern direkt auf Kopfhöhe dröhnt. Wer das System für den Videoschnitt nutzen möchte, sollte aber in jedem Fall darauf achten, dass die Tester eine dedizierte PC-Grafiklösung anstelle der mobilen Variante betonen.

Nicht zuletzt lenken Tester ihren Blick auf die Ausbaufähigkeit der Systeme. Denn neben den Kompromissen bei der Leistung ist vor allem die Wartung ein beständiges Problem bei Komplettsystemen. Einige vorbildliche erlauben zwar sogar den Austausch des Displays, in der Regel beschränken sich die möglichen Eingriffe aber ähnlich wie bei einem Notebook auf den Austausch des Arbeitsspeichers und der Massenspeicher wie Festplatte oder SSD. Manchmal kann die Lüftung gesäubert werden, dann war es das auch schon.

Sind All-in-One-PCs gamingtauglich?

Im Preisbereich unter 1.000 Euro sind kaum All-in-One-PCs mit guten Grafikchips zu finden, weshalb die Geräte in dieser Preisklasse nur ältere oder einfach gestrickte Spieletitel mit angemessenen Bildraten wiedergeben können. Jenseits der 1.000-Euro-Grenze finden sich durchaus Modelle mit starken Grafikmodulen, die aber kaum mit den Grafikkarten in herkömmlichen Desktop-PCs derselben Preisklasse mithalten können. Aktuelle Games bewältigen diese Geräte im Highend der Mobil-Grafikkarten durchaus, man muss aber hinsichtlich des Detailgrads und der Auflösung Abstriche in Kauf nehmen.

Wie kann ich meinen All-in-One-PC aufrüsten?

Lenovo All-in-One-PC Ein All-in-One-PC mit geöffneter Wartungsklappe. Die Festplatte (Mitte) lässt sich austauschen. (Bildquelle: amazon.de)

All-in-One-PCs sind in der Regel geschlossene Systeme, deren Komponenten sich nicht einfach austauschen lassen. Einige Systeme bieten allerdings Wartungsklappen, die einen Zugriff auf den Arbeitsspeicher oder die Festplatten gewähren. Eine Erweiterung des Arbeitsspeichers kann lahmenden Systemen zu neuem Leben verhelfen, vor allem dann, wenn mehrere parallel aktive Programme das System deutlich ausbremsen. Die meisten All-in-One-PCs setzen beim RAM auf Speicherriegel im SO-DIMM-Formfaktor, wie er bei Notebooks üblich ist.

Welche Displaygröße ist für All-in-One-PCs empfehlenswert?

Die günstigeren All-in-One-PCs bieten meist vergleichsweise kleine Bildschirme von 15 bis 20 Zoll. Für einfache Ansprüche genügt das. Die Monitore stoßen aber schnell an ihre Grenzen, wenn mehrere Programmfenster zugleich angezeigt werden sollen, Webseiten etwas größer ausfallen oder umfangreiche Tabellen bearbeitet werden. Für komfortables Arbeiten mit zwei Programmfenstern gleichzeitig und einen guten Bildeindruck ist der Griff zu All-in-One-PCs mit 24-Zoll-Bildschirmen empfehlenswert. Die 27-Zoll-Modelle sind oft sehr teuer, benötigen einen großen Schreibtisch sowie einen weiten Sitzabstand von etwa einem Meter.

Autor: Janko