Unter den App Stores für die großen Handy-Betriebssysteme ist jener von Microsoft bislang das kleine Stiefkind gewesen. Zwar galten die Apps als qualitativ hochwertig, doch ihre Anzahl fiel recht mager aus. Seit Ende 2012 muss man diese Meinung aber revidieren: Microsoft hat sein Angebot neu aufgestellt, das Design des Shops an die Kachelstruktur von Windows Phone angepasst und darüber hinaus Entwickler mächtig gefördert. Mittlerweile sind über 340.000 Apps im Windows Phone Store erhältlich.

Regulation, aber nicht Bevormundung

Und hier scheint sich Microsofts Strategie zu bewähren, das sein System Windows Phone sozusagen als soliden Mittelweg zwischen dem streng reglementierten iOS von Apple und dem völlig offenen Android von Google sieht. Denn auch in Vergleichstests schneidet der Store mittlerweile ausgesprochen gut ab, nicht selten gelingt ihm sogar der Gesamtsieg – vor der großen Konkurrenz. Das liegt daran, dass Microsoft zwar ähnlich wie Apple reguliert und jede App vor der Freischaltung dezidiert überprüft, zugleich aber weniger scheinbar willkürliche (moralische) Beschränkungen erlässt. Sexuelle Inhalte sind zum Beispiel zwar nur versteckt gelistet, aber von harten pornografischen Inhalten abgesehen nicht grundsätzlich verboten.

Weniger Auswahl, aber qualitativ hochwertig

Dadurch kann der Nutzer viele Apps bei Windows Phone finden, die sonst nur bei Android veröffentlicht werden, während er sich umgekehrt aber so sicher fühlen kann wie bei iOS – Malware und Spionage-Apps sind nahezu ausgeschlossen. Die Qualität der Apps wird zudem ähnlich wie bei iOS als sehr hoch bewertet, vor allem optisch können sie überzeugen. Und da mittlerweile fast alle wichtigen Apps für die beiden Konkurrenzsysteme auch bei Windows Phone zu haben sind, wirkt sich der enorme Unterschied bei der bloßen Masse weniger stark aus (Android > 1.500.000 Apps). Denn, so argumentieren Befürworter des Windows Phone Store, was nützen einem 1.000.000 kostenfreie Billigapps ohne echten Nutzen, wenn die Anwender in Wirklichkeit nur 50.000 Apps aus dem Angebot wirklich brauchen?

Zahlreiche Abrechnungsmöglichkeiten

Darüber hinaus hat der Windows Phone Store einen Vorteil bei der Bezahlung von Inhalten. Wer hier kostenpflichtige Apps herunterlädt, kann zusätzlich zur Zahlung per Kreditkarte oder Abrechnung über die Mobilfunkrechnung auch via PayPal bezahlen (Lastschrift oder Überweisung). Ferner ist es im Gegensatz zu anderen App Stores möglich, mit der „Try before you by“-Funktion eine App vor dem Kauf unbegrenzt auszuprobieren – der Anbieter kann dabei den Funktionsumfang einschränken, nach Zahlung werden die Funktionen einfach freigeschaltet. Das entspricht ungefähr den „Lite“-Varianten bei iOS aber erst einmal einzeln installieren und dann durch den Download der Vollversion ersetzen muss. Schlussendlich kann man auch noch sogenannte Microsoft Points direkt beim Unternehmen erwerben und damit bezahlen.