AppsDie kostenlosen Apps sind die Motoren der App Stores. Nicht wenige Handy-Besitzer ziehen ein Betriebssystem dem anderen vor, weil es dafür schlichtweg attraktivere, kostenfreie Apps gibt. Ob es sich dabei um Vollversionen oder um abgespeckte „Lite“-Varianten handelt, spielt jedoch kaum eine Rolle – Hauptsache, es ist kostenlos. Denn der großen Masse an Usern reicht auch der Funktionsumfang der abgespeckten Varianten völlig aus. Dennoch sollte bei der Auswahl der Apps die Vorsicht walten.

Lite-Programme beinhalten gerne Tracking-Module

Denn auch bei den Lite-Varianten erkauft man sich die Kostenfreiheit nicht allein durch eine Einschränkung des Funktionsumfangs. In der Regel muss man zumindest damit leben, dass man mit Werbung belästigt wird – sei es für die Vollversion, sei es für andere Produkte des Herstellers oder sogar komplett andere Waren. Doch in der Regel gesteht man den Entwicklern der App mit dem Download zugleich das Recht zu, umfangreich auf persönliche Daten zuzugreifen. Dazu landen Tracking-Module mit auf dem Smartphone, welche den Programmierern verraten, wie ihre Apps verwendet werden.

Zugriff auf persönliche Daten & Bewegungsprofile

Ginge es dabei nur um den Wunsch, die Qualität der App zu verbessern, ginge das sicherlich in Ordnung. Tatsächlich jedoch werden diese Daten häufig auch gleich noch Werbedienstleistern überlassen, denn dadurch erst rentiert es sich für die Entwickler, eine kostenfreie App anzubieten. Dabei sind es insbesondere die besonders harmlos wirkenden Spiele oder für sehr spezifische Zwecke gedachten Apps, die nicht selten gleich mehrere Werbedienste beliefern. Viele Apps greifen sogar auf die GPS-Daten zu, was nichts anderes als die Erstellung eines Bewegungsprofils ist. Dazu gehören sogar die kostenfreien Varianten des beliebten Spiels „Angry Birds“, wie ARD-Journalisten recherchiert haben. „WhatsApp“ wiederum spioniert die Einträge im Adressbuch aus.

Der Wolf im Schafspelz

Ein weiteres Problem ist Malware. Im Code so mancher Billigapp verbirgt sich in Wirklichkeit ein Schädling, der einmal auf dem Smartphone angekommen umfangreich persönliche Daten sammelt – E-Mail-Adressen, Bankkontoverbindungen, Passwörter. Vor allem bei Scherz-Apps und Apps abseits der großen Publisher sollte man vorsichtig sein. Man sollte sich immer fragen: Muss es wirklich das schon billig wirkende, „aber irgendwie seinen Zweck erfüllende“ Programm eines chinesischen Anbieters sein oder geht nicht doch die bereits von vielen positiv bewertete App eines größeren Publishers für einen kleineren Geldbetrag?

Was der Anwender überhaupt beeinflussen kann

Verhindern kann der Nutzer den Missbrauch seiner Daten kaum. So kann man zwar zumindest die GPS-Ortung untersagen oder genauer definieren (iOS: Einstellungen --> Ortungsdienste; Android: Einstellungen --> Standortdienste), den Zugriff auf die Kontaktdaten kann man aber nirgends untersagen – zumindest nicht ohne „Custom ROMs“, also alternative Versionen der Betriebssysteme, die der Normalverbraucher niemals auf sein Smartphone bekommt (oder überhaupt haben will).

Android erlaubt Ansicht der Zugriffsberechtigungen

Es bleibt daher nur das gesunde Augenmaß bei der App-Auswahl. Immerhin werden beim Download aus dem Android-Store die verlangten Zugriffsberechtigungen angezeigt, die man dann genau unter die Lupe nehmen sollte: Sind sie überhaupt notwendig? Kommt mir hier ein Zugriff merkwürdig vor? Das gibt es bei Apples App Store nicht – dafür ist hier der Anteil an Schadprogrammen viel kleiner. Die wiederum sind ein Problem bei Android, zumal Schadsoftware sich natürlich nicht an die angezeigten Zugriffsberechtigungen hält...