Smartphones: iOS (iPhone OS) für Smartphones

iPhone 5SDas Betriebssystem iOS wird bislang ausschließlich auf den mobilen Geräten von Apple genutzt und stellt daher eine Besonderheit auf dem Markt dar. Es handelt sich dabei um eine teils deutlich beschnittene Version des Mac-OS-Betriebssystems für den Desktop, die jedoch durch ihre extrem intuitive Bedienbarkeit und Reaktionsschnelligkeit glänzt. Trotz der eingeschränkten Verbreitung kann iOS dank des erfolgreichen App Stores mit einer großen Auswahl an Applikationen aufwarten.

iOS wird von Apple für das iPhone, den iPod touch sowie das iPad verwendet. Es basiert ursprünglich auf der Version 10.5 (Leopard) des Desktop-Betriebssystems Mac OS. Einige US-amerikanische Medien haben ermittelt, dass der Umfang des gesamten Systems trotz dessen Anpassung auf mobile Geräte schon in Version 1 (damals noch als Mac OS oder iPhone OS bezeichnet) stolze 700 Megabyte betrug. Mittlerweile ist iOS 9 die aktuelle Version. Als Programme werden der Safari-Webbrowser, das E-Mail-Programm Apple Mail, der Kalender Apple iCal, der eigene Navigationsdienst "Karten" und der Notizblock Notes mitgeliefert, dazu kommen weitere, kleine Dienstprogramme.

Vorteil: Überzeugende Touchscreen-Implementierung, große Programmvielfalt

Der große Vorteil von iOS ist naturgemäß die perfekte Abstimmung des Betriebssystems auf die Bedürfnisse des iPhones. Besonders die hervorragende Benutzerführung des Mobiltelefons durch das Multi-Touch-Display hat daher großes Lob geerntet. Besonders eindrucksvoll wird von vielen Anwendern die implementierte Gestenerkennung empfunden. Dieser ermöglicht neben dem einfachen Antippen des Displays eine raffiniertere Steuerung durch Wischbewegungen, Spreizen oder Zusammendrücken der Finger.

Ebenfalls gelobt wird die Programmvielfalt, die an zusätzlich installierbaren Applikationen existiert. Da Apple ein spezielles Entwicklerkit veröffentlicht hat, dass durch einen Emulator auch auf jedem normalen Mac-Rechner die iPhone-Software testen kann, wurden viele Entwickler zur Mitarbeit motiviert. Dies hat dazu geführt, dass für das iPhone-OS Unmengen an Apps existieren. Über den App Store können die Entwickler ihre Programme anbieten, den Preis frei festlegen und 70 Prozent des Erlöses selbst behalten. Genau hier fangen aber auch die Punkte an, die an iOS für das iPhone kritisiert werden.

Nachteil: Totale Apple-Kontrolle, keine Flash-Unterstützung

iPhone 5CDenn Apple lässt die Installation von Software ausschließlich über den App Store zu. Software von Drittanbietern kann daher nur dann auf dem iPhone installiert werden, wenn Apple das Programm zuvor gesichtet und im App Store freigegeben hat. Diese Politik soll angeblich sicherstellen, dass keine schädliche Software auf das iPhone gelangen kann. Der Verbraucher könne so stets sicher sein, dass er alles aus dem App Store guten Gewissens installieren könne. Für viele Kritiker ist dies aber nur ein Vorwand, um die vollständige Kontrolle über das iPhone zu behalten.

Ein weiterer Kritikpunkt war lange Zeit das fehlende Multitasking. Apple befürchtete, dass im Hintergrund laufende Programme die Akkulaufzeit des iPhones zu stark belasten würden und verbot diese daher. Dadurch konnte der Anwender stets nur ein Programm offen haben und nicht zwischen mehreren Anwendungen wechseln, wie es bei vielen anderen Smartphone-Betriebssystemen möglich ist. Mit iOS 4 wurde immerhin ein eingeschränktes Multitasking eingeführt, das allerdings nicht bei allen Anwendungen funktioniert. Auch die fehlende Flash-Unterstützung wird an dem iPhone-OS kritisiert. Websites, die keine zusätzliche HTML-Version anbieten, zeigt das iPhone in der Regel schlicht gar nicht an.

Frühere Versionen

Mit iOS 5 ist Ende 2011 eine Version des Betriebssystems erschienen, die eine große Neuerung mit sich brachte: Sie beinhaltete die erweiterte Sprachsteuerung namens "Siri". Konnten iPhone-Besitzer bislang nur Rufnummern oder Kontakte aufrufen und den integrierten iPod ansteuern, hat die neue Spracherkennungssoftware Siri die Möglichkeiten enorm erweitert. Dabei handelt es sich um einen sprachgesteuerten, virtuellen Assistenten, der mit zahlreichen anderen Anwendungen auf dem Mobiltelefon verknüpft ist. Auf Anfrage kann dieser Informationen vorlesen, Aufgaben erledigen oder sich Texte diktieren lassen – kontextbezogen.

Den nächsten größeren Evolutionsschritt hat iOS 7 gemacht, welche im Herbst 2013 erschienen ist. Denn erstmals wurde die mittlerweile doch etwas angestaubt wirkende Nutzeroberfläche komplett überarbeitet. Die grundlegende Gitterstruktur ist zwar erhalten geblieben, die Präsentation der Icons und die Hintergrundgestaltung hat sich aber deutlich geändert. Ferner kann seitdem endlich über einen Wisch von unten her das Einstellungsmenü aufgerufen werden. Neu hinzugekommen sind Air Drop (eine Möglichkeit, bequem Daten mit anderen Nutzern auszutauschen) und das lang ersehnte Notificationcenter. Sensible Daten wie Passwörter und Kreditkarteninformationen werden zudem im Datendienst "iCloud" in der sogenannten Keychain abgespeichert.

iOS 9

Mittlerweile wurde die Version 9 eingeführt. Bei ihr hat es viele kleine Detailveränderungen gegeben, große Sprünge bringt sie aber nicht mit sich. Siri wurde aber wesentlich verbessert und versteht nun wesentlich komplexere Eingaben und reagiert sogar proaktiv auf den Nutzer: Werden beispielsweise Kopfhörer eingesteckt, startet die Lieblingsmusik, beim Einsteigen ins Auto wird das favorisierte Hörbuch gestartet. Das kann man, muss man aber nicht nutzen. Ein weiteres großes Update ist, dass iPad-Nutzer nun zwei Apps im Splitscreen nutzen können. Dazu kommen jede Menge kleine Änderungen, Apple spricht gar vom größten Update jemals. Es soll unter anderem auch die Akkulaufzeit erheblich verbessern.

Autor: Janko