Smartphones (Handys): Symbian UIQ

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Sony Ericsson G900Die Symbian-OS-Familie war einst ausgesprochen groß und unübersichtlich. Lange Zeit nutzte der Gerätehersteller Sony Ericsson für seine Smartphones einen besonderen Ableger von Symbian OS mit der Bezeichnung UIQ. Die Besonderheit an dieser Benutzeroberfläche war, dass sie im Gegensatz zu Symbian S60 direkt für den Einsatz mit Touchscreen-Displays optimiert war. So konnte bei UIQ eine Stifteingabe am Bildschirm erfolgen, was vor allem für Business-Handys von großem Vorteil war. Dies hat UIQ eine zeitlang Symbian S60 überlegen gemacht.

Stifterkennung lange vor dem normalen Symbian OS

Zusätzlich wurde in UIQ zuletzt auch die Fähigkeit zur Handschrifterkennung implementiert, was die Eingaben noch einfacher gestaltete. UIQ-Handys gehörten neben Palm-Geräten zu den ersten, welche diese Form der Handschrifterkennung für die breite Masse zur Verfügung stellten. Dadurch hatten Sony-Ericsson-Handys einen weiteren Vorteil vor den Nokia- und Samsung-Geräten mit Series40 und Series60, die lange Zeit auf reine Tastaturbedienung gesetzt haben. Erst mit Symbian S60 5th Edition und dem Nokia 5800 XpressMusic konnten die Finnen in diesem Bereich mitsprechen.

Nicht gerade die zügigste Oberfläche

Dadurch wurde allerdings auch der Daseinszweck von UIQ zunehmend in Frage gestellt, zumal UIQ nicht die schnellste Oberfläche war. Für Sony Ericsson bedeutete die stete Weiterentwicklung der Benutzeroberfläche den Einsatz großer Ressourcen, während die Konkurrenz nun zunehmend auf Symbian S60 setzte und sich auf diese Weise die Kosten teilen konnte. Als schließlich 2008 die Symbian-Stiftung ins Leben gerufen wurde, der sich neben Nokia auch Sony Ericsson anschloss, hatte für Symbian UIQ die Stunde geschlagen.

Aus Sony Ericsson wurde Sony und aus UIQ zunächst Windows und dann Android

Die Entwicklungsfirma von Symbian UIQ ging schließlich im Januar 2009 bankrott, weshalb es seitdem keine neuen Handys mit UIQ mehr gegeben hat. Sony Ericsson wandte sich in der Folgezeit stattdessen Windows Mobile zu. Schlussendlich folgte noch eine Trennung von Sony und Ericsson, was alle Chancen auf eine Rückkehr von UIQ zerstörte. Mittlerweile setzt Sony wie alle großen Hersteller auf Android. Interessanterweise hat sich die Handschrifterkennung bislang aber nicht wieder hervorgewagt - obwohl Android durchaus die Möglichkeiten dazu bietet, wie die Galaxy-Note-Modelle von Samsung beweisen.

Autor: Janko