Einfache Handys: Series 40 – Proprietäres System für Nokia-Handys

Bei Series 40, oftmals auch (fälschlicherweise) schlicht als S40 bezeichnet, handelt es sich streng genommen nicht um ein Betriebssystem, sondern um eine Benutzeroberfläche. Diese setzt auf Nokia OS (NOS) auf und wurde ausschließlich in den einfacheren Handy-Modellen des Herstellers verwendet. Eine Lizenzierung an andere Hersteller fand nicht statt. Series 40 war dafür bekannt, sich besonders leicht bedienen zu lassen und zügiger zu reagieren als andere Nokia-Plattformen, insbesondere Symbian S60. Doch mittlerweile hat Series 40 ausgedient, Microsoft hat Nokia übernommen und konzentriert sich auf die Lumia-Smartphones.

Sehr einfaches Grundsystem

Trotz der Namensverwandtheit haben Series 40 (S40) und Symbian S60 aber nichts miteinander zu tun. Bei Letzterem handelt es sich um eine Oberfläche basierend auf dem individuell erweiterbaren Smartphone-Betriebssystem Symbian OS, wohingegen Series 40 eine schlichte Oberfläche ohne große Modifikationsmöglichkeiten ist. Die verfügbare Zusatzsoftware ist arg beschränkt, es muss sich dabei um in Java (J2ME) geschriebene MIDlets handeln.

Kein Multitasking

Series 40 besitzt zudem nicht wie Smartphone-Betriebssysteme die Fähigkeit zum Multitasking, weshalb stets nur eine Anwendung zu einem bestimmten Zeitpunkt aktiv sein kann. Dies ist natürlich auch der Grund, warum S40 von vielen Nutzern als angenehm reaktionsschnell empfunden wird. Darüber hinaus wirkt S40 an zahlreichen Stellen sehr rudimentär: So sind die meisten Anwendungen nicht miteinander verknüpft, ein Klick auf eine E-Mail-Adresse in einer SMS öffnet also nicht die E-Mail-Anwendung.

Nur für Einsteiger-Handys gedacht

Zusammengefasst ist Series 40 das schlichte Haussystem von Nokia: Es ist schnell und für die Bedürfnisse einfacher Mobiltelefone optimiert, lässt aber Multitasking, viele individuelle Einstellungsmöglichkeiten und App-Support missen. Wer so etwas sucht, sollte zu einem Handy mit einem Smartphone-Betriebssystem wie Android, BlackBerry oder Windows greifen.

Nokia Asha folgte auf Series 40

Allerdings zeichnete sich kurzfristig in Grenzen ein kleiner Wandel ab: Nokia wollte Series 40 für Touchscreen-Handys optimieren und sogar Qt in das System integrieren. Das resultat war Asha. Damit wurde zum einen die Full-Touch-Bedienung ohne physische Tasten sowie zum anderen eine breitere App-Auswahl möglich. Qt ist nämlich plattformübergreifend, weshalb der Anpassungsaufwand von Entwicklern für S40-Apps minimal war. Doch mit der Mikrosoft-Übernahme hat sich auch dieses Thema erledigt, auch Asha-Handys erscheinen nur noch sehr fragmentarisch.

Autor: Janko