Smartphones (Handys): Palm OS / webOS

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Ursprünglich war Palm OS ein Betriebssystem für PDAs. Später wurde daraus ein Betriebssystem für Smartphones und wendete sich aufgrund seiner Vergangenheit lange Zeit insbesondere an professionelle Nutzer. Es ist etwas komplexer in der Bedienung als andere OS und bietet eine besondere Datenbankstruktur, die relativ gewöhnungsbedürftig ist, aber leichter verwaltet und mit dem Computer synchronisiert werden kann. Mit der neuesten Version webOS hat Palm eigentlich auch wieder den Anschluss an moderne Betriebssysteme gefunden - und eine intuitiv bedienbare Nutzeroberfläche nach Vorbild des iPhones präsentiert. Trotzdem sieht es für die Zukunft des Systems sehr düster aus, denn Rechtehalter HP hat seit 2011 keine neuen Geräte mehr auf den Markt gebracht.

Touchscreens & Handschrifterkennung Palm OS 5.4 webOS

Der Vorteil des Palm/webOS-Betriebssystems liegt insbesondere für Geschäftsanwender in dessen besonderen Struktur: Anders als bei anderen Betriebssystemen wird bei Palm OS nicht in Dateien oder Ordnern unterteilt sondern alles auf einer einzigen Ebene in sogenannten Datenbanken abgespeichert. Diese Dateien lassen sich daher besonders leicht sortieren und überblicken sowie auf den Desktop-Computer überspielen. Der Datenabgleich erfolgt via HotSnyc mit PC, Macintosh- oder Linux-Rechner. Dabei wird jeder Datenbankeintrag einzeln verglichen – Änderungen am Computer werden umgekehrt auch auf das Palm-Gerät übertragen.

Dies ermöglicht das Arbeiten an den Dokumenten sowohl am Smartphone als auch am Computer. Seit Palm OS auch Speicherkarten unterstützt, können zudem die Datenbanken auch unterwegs bequem auf die Speicherkarte gesichert werden. Dies ist ein großer Vorteil von Palm OS, da auf diese Weise mit nur einem < Tastendruck das ganze System, alle Einstellungen, kurz die ganze Datenbankstruktur gesichert werden kann.

Touchscreens und Handschrifterkennung seit Ewigkeiten

Im Gegensatz zu den anderen Betriebssystemen für Smartphones wie Windows Phone oder Symbian OS verfügt Palm OS schon seit langer Zeit über die Unterstützung für Touchscreens. Das liegt daran, dass Palm OS mit einer Handschrifterkennung namens Graffiti arbeitet. Dazu können in zwei berührungsempfindlichen Feldern am unteren Rand des Bildschirms Zahlen beziehungsweise Buchstaben eingegeben werden, die dann von der Software in Text umgewandelt werden. Einige Handhelds unterscheiden auch noch in Groß- und Kleinschreibung durch weitere Eingabefelder.

Dies war lange Zeit ein Alleinstellungsmerkmal von Palm OS gegenüber anderen Smartphone-Betriebssystemen. Erst viel später haben zum Beispiel Symbian UIQ oder Windows Mobile ähnliche Software ins System implementiert. Alternativ können bei Palm OS wie bei anderen Betriebssystemen auch Eingaben per virtueller Bildschirmtastatur oder über eine physische Tastatur erfolgen.

Palm OS 6 „Nova“ / webOS

webOS ist das neue Betriebssystem für Palm-Geräte, das zahlreiche Vorteile bietet: Multitasking, native Unterstützung für ARM, ein umfassender Speicher- und Prozessschutz sowie verbesserte Multimedia- und Sicherheitsfunktionen. Lange Zeit verhinderte der gewaltige Ressourcenhunger aber eine Markteinführung. Daher wurde bis Anfang 2009 nicht ein einziges kommerzielles Smartphone für Palm OS 6 / webOS auf den Markt gebracht, obwohl die Urversion Nova bereits 2004 (!) vorgestellt wurde.

Es wurde stattdessen weiterhin Palm OS 5.4 genutzt oder – wie beim Palm Treo Pro – Windows Mobile. Daher geriet Palm OS immer mehr in die Defensive. Mit dem Erscheinen von webOS sollten neue Palm-Geräte< aber endlich wieder auch mit eigenem OS konkurrenzfähig sein. Angesichts der hochgradig intuitiv bedienbaren Nutzeroberfläche sah das anfangs auch ganz gut aus.

Doch Palm ging auf den Weg einfach die Puste aus: Zu wenig war die Marke noch im Blickfeld der Nutzer, zu gering auch die App-Unterstützung für das neue webOS. Geräte wie der Palm Pre waren zwar innovativ und galten als echte iPhone-Konkurrenten - aber eben nur bei Fachleuten. Bei den Nutzern blieben Palm-Smartphones bis zuletzt trotz ihrer Fähigkeiten eher unbeliebt, auch die App-Plattform wollte sich einfach nicht entwickeln. Mitte 2010 erfolgte die Übernahme von Palm durch den Konkurrenten HP. Der wollte webOS eigentlich weiter verwenden: für eigene Geräte wie Tablet-PCs und Drucker mit Touchscreen. Doch nach einigen erfolglosen Versuchen wurde dieses Vorhaben wieder ad acta gelegt: Im August 2011 kam die Nachricht, dass HP keine weiteren Geräte mehr mit webOS entwickeln möchte. Die Ära der Palm-Smartphones ist damit endgültig zu einem Ende gekommen.

Autor: Janko