Smartphones: Mit Einfachheit und Individualität nach vorne

Firefox OS mit dem ZTE OpenBislang ist die Welt der mobilen Betriebssysteme im Grunde zweigeteilt. Da gibt es auf der einen Seite das extrem flexible, aber wenig intuitive Android und auf der anderen das stark beschränkte, aber kinderleicht zu bedienende iOS. Andere Systeme spielen im Grunde keine Rolle, vom zaghaft aufstrebenden Windows Phone vielleicht einmal abgesehen, das sich in einem Mittelweg versucht. Und genau in die gleiche Kerbe sollte auch das Firefox OS schlagen: Maximale Flexibilität bei einfachster Bedienung.

Programmierung allein mit Webtechniken

"Sollte" deshalb, weil das Projekt mittlerweile wieder eingestellt wurde - nach etwa einem Dutzend verschiedener Geräte im Einsteigerbereich. Dabei sah das Ganze am Anfang eigentlich gut aus: Die gesamte Benutzeroberfläche ist mit Webtechniken programmiert worden, zu denen im Wesentlichen HTML, CSS und JavaScript gehören. Dies soll dafür sorgen, dass die Programmierung von Apps besonders einfach möglich ist – und diese auch auf der unterschiedlichsten Hardware mit minimalen Anpassungen laufen. Der User wiederum soll durch die an den Firefox-Browser erinnernde Bedienlogik besonders einfachen Zugang zur Bedienung finden. Der Firefox ist naheliegenderweise auch der Hausbrowser des Systems. Für Einsteigermodelle also ideale Bedingungen.

Ähnelt in der Darstellung iOS und Android

Grundsätzlich präsentiert sich die Oberfläche aber ebenso wie die großen Konkurrenten iOS und Android, inklusive verschiebbarer App-Symbole auf einem Startbildschirm und einer am Fuße des Displays angeordneten Perma-Leiste mit vier Symbolen (Telefon, Nachrichten, Kontakte und Firefox-Browser), die auf jedem der verschiedenen Startbildschirme eingeblendet bleibt. Von iOS übernommen wurde der Home-Button, der immer wieder zum Hauptbildschirm zurückführt, ein Wisch von rechts nach links offenbart jeweils die App-Übersicht.

Grafisch aber eher schlicht gehalten

Grafisch ist das Betriebssystem sehr schlicht gehalten, vermutlich, damit es auch auf schwächerer Hardware ruckelfrei läuft. Die vorgestellten Geräte waren allesamt unterdurchschnittlich ausgestattet, aber das System lief bei Präsentationen sogar schon auf 256 Megabyte RAM butterweich. Freunde grafisch opulenter Darstellungen dürften mit Firefox aber daher eher nicht glücklich werden. Das System hat sich sich eindeutig an Konsumenten gewandt, die eine preiswerte Alternative zu iOS und Android suchten.

Welche Hersteller unterstützen Firefox OS?

Nach dem offiziell verkündeten Ende von Firefox OS verbleiben noch eine Handvoll Geräte im Handel, die abverkauft werden. Es gibt einige Modelle des spanischen Anbieters Geeksphone und jeweils ein erstes Handy von Alcatel und ZTE. Andere Nischenanbieter haben sich ebenfalls beteiligt, deren Geräte sind hierzulande aber ohnehin nicht erhältlich. Da der App-Support bislang sehr mager war und auch keinerlei Unterstützung mehr gewährt werden wird, sollte man von einem Erwerb künftig eher absehen.

Autor: Janko