Smartphones (Handys): Bada - „Smartphone für jedermann“

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Bada ist der jüngste Zugang unter den großen Betriebssystemen. Das von Samsung entwickelte OS sollte die bisherigen, proprietären Systeme des Herstellers ablösen und den Nutzern echtes App-Feeling vermitteln. Anders als bisher sollte der Anwender nach Belieben das Betriebssystem erweitern und dabei aus einem riesigen App-Pool schöpfen können. Leider hat Samsung sich mittlerweile von dem interessanten Projekt wieder distanziert, nachdem immer mehr preiswerte Android-Handys auf den Markt kamen.

Von Anfang an gut mit Apps unterstützt

Samsung Bada sollte dabei von Anfang an mit einer sehr breit aufgestellten App-Unterstützung aufwarten können. Laut Hersteller waren bereits zum Start des Systems über 6.500 Applikationen vorhanden, womit Bada besser aufgestellt war als viele der etablierten Konkurrenten. Damit hat Samsung einen richtigen Schritt getan: Denn den Kunden interessieren mittlerweile eigentlich mehr die zur Verfügung stehenden Apps als andere Fähigkeiten eines OS. Bada konnte sich denn auch zunächst als echte Alternative vor allem bei schlichteren Samsung-Smartphones etablieren.

Zielpublikum: Jugendliche und Gamer

Optisch dürften die wenigsten Nutzer einen Unterschied zu bisherigen Oberflächen von Samsung ausmachen können. Denn auch Bada-Smartphones waren mit der hauseigenen Oberfläche TouchWiz ausgestattet, somit also vertraut. Bada hat lediglich die Personalisierungsmöglichkeiten der Nutzer gewaltig erweitert und in Form eines grundsätzlich ebenfalls proprietären (da nur von Samsung genutzten) Systems echte Smartphone-Funktionalitäten bereitgestellt. Ein Fokus der Bada-App-Welt lag hierbei insbesondere auf Spielen. Unter den großen Partnern stachen die umsatzstarken Spielhersteller wie Capcom, Electronic Arts oder Gameloft hervor. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Social-Network-Apps wie Facebook, MySpace und Twitter. Das Zielpublikum von Bada war also ganz klar ein jüngeres, Spiel- und Web-2.0-orientiertes.

Die aktuellste Version: Bada 2.0

Nur kurze Zeit nach dem Launch kamen die ersten Geräte mit der zweiten Evolutionsstufe von Bada auf den Markt. Bada 2.0 hat vor allem die bislang von vielen vermisste Möglichkeit zu OTA-Updates (Over-the-Air) mit sich gebracht, wodurch der Zwangsumweg über die PC-Software Kies entfiel. Darüber hinaus wurde das Speichermanagement überarbeitet, damit Browser sowie Apps reibungsloser parallel arbeiten konnten. Ferner hat Bada 2.0 Spracherkennung und Push-Nachrichten unterstützt. Und nicht zuletzt wäre da die Integration von WiFi Direct zu nennen, womit das Handy ohne den Umweg über einen Router direkt mit entsprechend ausgerüsteten Peripheriegeräten kommunizieren konnte.

2012 kam jedoch das plötzliche Ende

Anfang 2012 wurde allerdings bekannt, dass Samsung mittelfristig Bada mit dem neuen Intel-Betriebssystem Tizen verschmelzen lassen will. Dieses basiert auf dem von Nokia fallen gelassenen MeeGo OS und sieht Bada auch überraschend ähnlich, weshalb viele Beobachter davon ausgehen, dass hier bereits Entwicklungsteams eng zusammenarbeiten. Bislang wurde allerdings noch nicht bekannt gegeben, inwiefern sich Tizen von Bada unterscheiden wird - und inwieweit Apps und Inhalte zwischen entsprechenden Geräten kompatibel bleiben. In jedem Fall hat es seitdem kein einziges Bada-Smartphone mehr von Samsung gegeben. Das System muss also als tot gelten.

Autor: Janko