Android ist eine von Google initiierte Plattform für Smartphones, die derzeit eine atemberaubend rasante Verbreitung erfährt. Dies liegt wohl vor allem an der intuitiven Bedienung und der enormen Flexibilität des Betriebssystems. Denn die einfache Verständlichkeit des Systems auch für Anfänger steht ebenso im Fokus der Entwickler wie eine möglichst barrierefreie Internetnutzung. Mittlerweile werden daher auch Tablets, MP3-Player und sogar Fernseher mit dem Betriebssystem ausgestattet. Ein weiterer Vorteil von Android ist die breite Verfügbarkeit zusätzlicher Software.

Dafür sorgt Googles Online-Handelsplattform „Play Store“, die nach dem Vorbild von Apples App Store Software für nahezu jeden Nutzungsbereich bereitstellt. Der Anwender kann sich also direkt von einer zentralen Plattform aus mit jeder beliebigen Software versorgen, die er eventuell gebrauchen kann. Da Android unter einer Open-Source-Lizenz betrieben wird, sind besonders viele Entwicklergruppen motiviert, an dem Projekt mitzuarbeiten und Software für Android-Handys zu programmieren. Längst hat Android die Konkurrenz von Apple in dieser Hinsicht eingeholt.

Zusätzliche Software von allen Seiten

Dies liegt darin begründet, dass der Source Code der Plattform von allen Mitgliedern der Herstellerallianz „Open Handset Alliance“ frei genutzt werden kann. Dadurch reduzieren sich natürlich die Forschungskosten jedes einzelnen Unternehmens. Und dies motiviert eben mehr Entwickler, an dem Projekt mitzuarbeiten. Da der Quellcode zudem in sogenannten Developer-Kits der Fan- und Entwicklergemeinde zur Verfügung gestellt wurde, kann diese ebenfalls ihre eigenen Applikationen programmieren und dem verfügbaren Softwarepool hinzufügen.

Sony Xperia Z1 CompactDass dies so einfach möglich ist, liegt an der offenen Systemarchitektur von Android, die bewusst auf eine möglichst einfache Erweiterbarkeit ausgelegt wurde. Schließlich ist Android letzten Endes auch nichts anderes als ein stark weiter entwickeltes Linux, das auf dem bekannten Kernel 2.6 aufbaut. Mit Ausnahme des Systemkerns selbst können alle Komponenten des Systems frei ausgetauscht werden, und die Herstellerallianz ermutigt dazu auch ausdrücklich. Wem zum Beispiel die Anwendung für SMS nicht gefällt, der lädt sich halt einfach eine andere herunter.

Ein Minimum an Betriebssystem, ein Maximum an Flexibilität

Das Ganze kann so zusammengefasst werden: Android soll ein Minimum an Betriebssystem vorgeben und ein Maximum an Flexibilität bei der Ausgestaltung desselben bieten. Android-Handys werden also tendenziell mit relativ wenig Anwendungen ausgeliefert. Doch alles, was vermisst wird, kann man dann auf Android Market finden und nachinstallieren – das Baukastenprinzip lässt grüßen.

Mittlerweile sind bei jedem großen Handy-Hersteller - sogar dem Windows-Spezialisten Nokia - Android-Handys im Angebot. Insbesondere HTC, Samsung und Sony treiben die Verbreitung des Betriebssystems voran. Damit hat sich Android zum verbreitesten Betriebssystem überhaupt entwickelt. Auf absehbare Zeit dürfte kein anderes OS an die Popularität von Android heranreichen und selbst das iPhone kann trotz steigender Verkaufszahlen nicht an die geballte Marktmacht von Android ankommen.

Android 4 + 5

Samsung Galaxy S4 ActiveDoch Android musste reifen. Erst Android 4 hat das Wirrwarr aus verschiedenen Versionen für unterschiedliche Gerätetypen beendet und die Einheitsoberfläche eingeführt. Mit Android 4.4 kam schließlich noch das zusammengefasste SMS- und Chatsymbol ("Hangouts"), darüber hinaus benötigt diese Version deutlich weniger eigenen Speicher, um auch auf Einsteigermodellen der 100-Euro-Klasse stabil zu laufen. Leider hat es aus Sicht der Kunden aber auch einen Rückschritt gegeben: Die seit Version 2.2 generell im OS enthaltene Funktion "App2SD" wurde irgendwann wieder entfernt. Daher müssen die Nutzer jeweils hoffen, dass die Hersteller die Funktion ihrerseits implementieren. Ohne die Funktion ist es nicht möglich, Apps auf der Speicherkarte zu installieren - was bei dem kleinen internen Speicher der meisten Handys ein echtes Ärgernis ist. Sony beispielsweise gehört hartnäckig zu den Verweigerern der App2SD-Funktion.

Android 5 aka Lollipop wiederum hat die Oberfläche weiter vereinheitlicht, Herstelleranpassungen an essentiellen Bedienlogiken sind nun nicht mehr möglich. Man kann seine Einstellungen ferner so anpassen, dass einen nur ausgewählte Personen und Nachrichten erreichen, wenn man beispielsweise gerade im Restaurant oder mitten in einem wichtigen Meeting ist. Und wenn eine wichtige Nachricht eingeht, wird diese direkt auf dem Sperrbildschirm angezeigt. Zudem wurde die Möglichkeit geschaffen, mehrere Nutzerkonten und Gastprofile anzulegen, um die persönlichen Daten zu schützen. Zudem kann man sein Gerät nun mit einer PIN, einem Passwort, einem Sperrmuster oder sogar durch das Verbinden des Smartphones mit einem anderen Gerät wie der Uhr oder einem Auto über Smart Lock schützen.

Android 6 aka Marshmallow

Am Horizont winkt mittlerweile die sechste Großversion von Android, Marshmallow genannt. Die Detailansicht der installierten Apps ist nun übersichtlicher und bietet Informationen zum Datenverbrauch, den Berechtigungen, den Benachrichtigungseinstellungen oder dem Akkuverbrauch. Ferner wird Android M den neuen USB-C-Anschluss unterstützen und damit eine drei- bis viermal schnellere Ladezeit. Außerdem wird die Technologie für Fingerabdrucksensoren (auch im Display selbst) fest in den Code integriert und vereinheitlicht. Dies soll das mobile Bezahlen schneller voranbringen.