27-Zoll-Monitore: Neun Zentimeter mehr Bildfläche werden erschwinglich

Foto: Samsung

Für die Anschaffung eines 27-Zöllers spricht ein triftiges Argument: Die Bildschirme bieten – umgerechnet – neun Zentimeter mehr Bilddiagonale als ein 24-Zoll-Monitor, nämlich 69 Zentimeter. Den Zugewinn an Fläche schätzen vor allem Kunden, die auf ihrem Monitor Videos und Filme schauen, aber auch PC-Gamer steigen immer häufiger von 24 auf 27 Zoll um – nicht zuletzt deshalb, weil viele Geräte sehr erschwinglich geworden sind. Im Profibereich hingegen sind die Boliden seit je her bei Bild- und Videobearbeitern als komfortable, weil großzügige Arbeitsgeräte angesagt.

Monitore mit Full-HD-Auflösung

Auf 27 Zoll lassen sich bequem mehrere Windows-Fenster gleichzeitig öffnen, umfangreiche Werkzeugpaletten auslagern oder nebenher Chats und E-Mail-Programme im Blick behalten. Da sich jedoch an der Auflösung im Vergleich zu einem 24-Zöller beziehungsweise sogar zu vielen 22-Zöllern nicht geändert hat, beschränkt sich der Zugewinn allein auf die reine Bildfläche. Denn die meisten aktuellen Modelle bieten nur eine Full-HD-Auflösung, also 1.920 x 1.080 Bildpunkte (16:9). Zu glauben, allein aufgrund der zusätzlichen Zoll zeige der Monitor mehr Inhalt, also zum Beispiel mehr Details eines Bildes an, ist daher ein Trugschluss. Ein Vorteil hat jedoch die auf 27-Zoll aufgeblasene Full-HD-Auflösung: Schriften / Symbole sind größer als auf 24 oder 22 Zoll, das heißt, der Monitor kann weiter weg vom Benutzer platziert werden. Wer mit einer leichten Augenschwäche zu kämpfen hat, profitiert demnach von der Darstellung auf üppigen 27 Zoll. Zudem sind 27-Zöller mit Full-HD erschwinglich geworden, die meisten sind schon für deutlich unter 300 EUR zu haben.

Monitore mit 2.560 Pixel

Deutlich teurer, dafür für Bildbearbeiter oder generell für den Publishing-Bereich interessanter sind hingegen 27-Zöller mit einer Auflösung von 2.560 Bildpunkten in der Horizontalen und entweder 1.440 (16:9) oder 1.600 (16:10) Bildpunkten in der Vertikalen. Der Zugewinn an reiner Arbeitsfläche geht hier einher mit einer detaillierten, feineren Darstellung, die Bildschirme zeigen tatsächlich mehr vom Bild als ein 24 Zöller. Nicht selten bieten diese oft primär für den Profi- oder Multimedia-Bereich konzipierten Geräten auch einen erweiterten Farbraum (Wide Colour Gamut) und damit eine bessere Farbdarstellung. Die höhere Auflösung fordert allerdings auch mehr Leistung von der Hardware. Dies gilt insbesondere für Spieler oder bei der Wiedergabe bewegter Bilder. Außerdem sollten die Geräte nur digital angesprochen werden, neben DVI/HDMI ist daher oft eine DisplayPort-Schnittstelle vorhanden.

Paneltypen

In puncto Paneltypen gelten die für alle Monitore typischen Unterscheidungen auch in diesem Segment. Modelle mit einem TN-Panel bieten für allgemeine Office-Anwendungen eine ausreichend gute Bildqualität, ambitionierte Spieler hingegen schätzen an dieser Bildschirmtechnologie die flotten Reaktionsgeschwindigkeiten. In diesem Punkt langsamer, dafür aber mit einer besseren Bildqualität gesegnet sind dagegen VA- und IPS-Panels beziehungsweise deren verschiedene Varianten. Die Panels sind blickwinkelstabiler als TN-Modelle, ein wichtiger Punkt für viele Kunden. Denn die großen Bildschirme laden förmlich dazu ein, Videos mit mehreren Personen gleichzeitig zu schauen. Stabile Einblickwinkel ohne Bildverfälschungen von der Seite oder unten sind in diesem Fall ganz klar ein Mehrwert. IPS-Panels kennzeichnet außerdem eine sehr gute Graustufendarstellung, die Stärke der VA-Panels dagegen liegt in ihrem hohen nativen Kontrastverhältnis, der eine detailliertere Bildwiedergabe erlaubt. Für Bildbearbeitungen und Ähnliches sind sie daher meist die erste Wahl, während die etwas schneller schaltenden IPS-Modelle sich in der Regel besser für sämtliche Multimedia-Anwendungen eignen.

Zusatzfunktionen
Einige Hersteller statten ihre 27-Zöller von Haus aus mit TV-Tuner und/oder Schnittstellen wie Scart, Komponente sowie Composite Video aus, da sie viele Kunden als TV-Ersatz einsetzen möchten. Diese Hybrid-Modelle können sich in vielen Fällen mit einem Fernseher durchaus messen. Smartphone-Besitzer hingegen sollen von Modellen mit MHL-Unterstützung angesprochen werden. Die Geräte lassen sich via Micro-USB-auf-HDMI-Kabel bequem von einem Smartphone/Tablet-PC mit MHL ansprechen und teilweise sogar aufladen. Einige Full-HD-Modelle können sogar kabellos via WLAN mit Bildsignalen versorgt werden und bieten außerdem eine Schnittstelle für einen PC-unabhängigen Internetzugang. Immer öfter sind außerdem praktische USB-Hubs (teilweise sogar mit USB 3.0) für den unkomplizierten Anschluss von Peripheriegeräten oder Speichermedien anzutreffen und die 3-D-Technik hat in diesem Segment ebenfalls schon Einzug gehalten. Wer wiederum den Monitor tagtäglich mehrere Stunden als reines Arbeitsgerät nutzt, sollte ein Modell mit einem flexibel verstellbaren Standfuß wählen. Insbesondere eine Höhenverstellbarkeit stellt beim Arbeiten einen großen Mehrwert in puncto Ergonomie dar und trägt damit zum Erhalt der Gesundheit bei.

Autor: Wolfgang