AMD FX 8350 AMD FX 8350

Mit der Einführung der FX-Prozessoren, die auf exotische Codenamen wie Vishera und Zambezi getauft wurden, musste der bislang so erfolgreiche AM3-Sockel leicht modifiziert werden und wurde ab sofort als AM3+ benannt. Trotzdem funktionieren alle AM3-Prozessoren auch in dem neuen Sockel, während umgekehrt von Herstellerseite abgeraten wird, auch wenn einige Mainboard-Hersteller ihr BIOS entsprechend angepasst haben.

Sockelunterschiede

Optisch lassen sich die beiden Sockel leicht trennen, da der AM3 ganz in Weiß und der Neuling in Schwarz gefertigt wird. Beim AM3+ sind die Löcher für die Pins etwas größer, damit sich diese nicht so leicht beim Einstecken verbiegen können. Die Modifikation des Sockels bewirkte eine deutlich schnellere Verbindung zwischen CPU und Powermanagement, wodurch gleichzeitig der Energieverbrauch um rund 12 Prozent gesenkt werden konnte. Gleichzeitig wurde die Stabilität der Spannung erhöht und das Rauschverhalten drastisch gesenkt. Durch die Erhöhung der maximalen Stromaufnahme von 110 auf 145 Ampere wurden auch die Mainboard-Hersteller gefordert und nur minderwertige Boards liefern noch die geringere Auslastung. Ein weiterer optisch gut erkennbarer Unterschied liegt in der offenen Kühlerhalterung, wodurch der Luftstrom besser die umgebenden Komponenten kühlen kann.

Kerne und Module der AMD-CPUs

Mit der Bulldozer-Architektur ging man bei AMD dazu über, sogenannte mit zwei „Kernen“ in den neuen FX-CPUs zu etablieren. Während bei Intel alle physikalischen Kerne streng getrennt sind und vollständig autark arbeiten, teilen sich die AMD-Kerne eine Gleitkommaeinheit sowie den Cache. Auch wenn böse Zungen anderes behaupten, kann man bei den FX-Prozessoren von Kernen sprechen, die vom Betriebssystem auch, als solche erkannt werden. Mit den FX-CPUs hatte AMD endlich den Shrink auf eine 32-Nanometer-Fertigung geschafft und konnte relativ leistungsstarke Prozessoren mit vier, drei und zwei Modulen anbieten. Man erkennt die unterschiedlichen CPUs leicht an der ersten Ziffer. So bietet ein FX-8XXX insgesamt acht Integer-Kerne, während die FX-6XXX und FX-4XXX entsprechend spärlicher bestückt sind. Da die Taktgeschwindigkeiten der neuen Prozessoren relativ hoch angesiedelt sind, sollte man auch für eine entsprechende Kühlung sorgen. Auch wenn die Boxed-Kühler von AMD in Leistung und Lautstärke verbessert wurden, können Drittanbieter deutliche mehr Kühleffizienz bieten, die auch akustisch voll und ganz überzeugen können.

Mainboards

Alle namhaften Mainboard-Hersteller bieten AM3+-Sockel an, die mit unterschiedlicher Ausstattung für relativ kleines Geld erhältlich sind. Auch wenn inzwischen die Sockel FM1 und FM2 bereits nachgerückt sind, bekommt man noch immer eine große Auswahl bei ASRock, Asus, Biostar, Gigabyte und MSI angeboten. Je nach Chipsatz sind mit Anschaffungskosten ab 50 EUR zu rechnen, die sich aber auch über 200 EUR bewegen können, wenn man ein High-End-Mainboard wie das Asus Crosshair V Formula-Z anschaffen möchte.

Unterm Strich

Auch wenn der AM3+ nicht mehr brandaktuell ist, so kann man doch ganz spezifisch an Leistung und Kosten orientiert ein AMD-System aufbauen, das den persönlichen Ansprüchen voll entsprechen kann. AM3+ ist noch nicht tot und weiterhin eine gute Möglichkeit, einen günstigen Rechnern mit zugegenebermaßen etwas betagten Komponenten zusammenzustellen.

von Christian