Nvidia Grafikkarten: Marktführer mit großem Produktportfolio

Wie bewerten Testmagazine Nvidia-Grafikkarten in ihren Testberichten?

Nvidia GeForce GTX 1080 Ein Referenzmodell der GeForce GTX 1080, die Drittherstellern als Basis für die Produktentwicklung dient (Bildquelle: nvidia.de)

Wenig überraschend: Testmagazine achten bei Nvidia-Grafikkarten vor allen Dingen auf die Leistungswerte. Da Nvidia selbst seine Grafikkarten nur sehr eingeschränkt direkt verkauft und sie stattdessen als Grundlage für Eigenentwicklungen der Dritthersteller herausgibt, landen in den Testlaboren meist zuerst Referenzmodelle des Herstellers. Das neue Referenzmodell wird dann in der Regel mit der Vorgängergeneration direkt verglichen, wobei neue Fertigungstechniken und technische Fähigkeiten besonders für Aufsehen sorgen.
Die endgültige Wertung der Testmagazine bemisst sich dann in der Regel an der reinen Leistung und dem Preis-Leistungs-Verhältnis. Vor allem Letzteres führt zu spannenden Testergebnissen, denn Nvidia bringt regelmäßig Grafikkarten wie die Titan X auf den Markt, die sich technisch deutlich an die Spitze des Marktes setzen, dafür aber sündhaft teuer sind. Hier fällt das Urteil der Testmagazine aufgrund des hohen Preises kritischer aus, als man es vermuten würde.
Eine gute Grafikkarte muss also viel Leistung zu einem angemessenen Preis bieten. Da Nvidias Preise oft etwas höher ausfallen als die der Konkurrenz von AMD, hat es der Hersteller hier oft in Test trotz seiner Marktdominanz schwer.
Lob verdient sich Nvidia dennoch regelmäßig für die Energieeffizienz der Grafikkarten. Hier hat der Hauptkonkurrent AMD weiterhin das Nachsehen, solange man die jeweils preislich äquivalenten Karten miteinander vergleicht.

Exklusive Effekte für ansehnlichere Games

Nvidia arbeitet eng mit vielen Entwicklerstudios zusammen und sorgt so dafür, dass grafische Finessen, die im eigenen Haus entwickelt wurden, ihren Weg in viele aktuelle Top-Titel finden. Ob nun besonders aufwendige Physikdarstellungen per Nvidia PhysX oder realistische Haardarstellung mit Nvidias Hairworks-Technologie – die zusätzlichen Effekte machen durchaus was her, fressen aber fast immer sehr viel Rechenleistung. Sie können häufig auch mit AMD-Grafikkarten aktiviert werden, kosten dann aber in der Regel noch deutlich mehr Rechenleistung.

2018 hat Nvidia eine neue Grafikkartenklasse eingeführt, deren ganze Architektur auf neuartigen Effekten fußt: RTX. Wenn Sie eine RTX-Grafikkarte Ihr Eigen nennen, profitieren Sie in einer Hand voll Spielen (z.B. Metro Exodus und Battlefield V) von einer hochrealistischen Darstellung von Umgebungslicht und Reflexionen. Die Berechnungen dieser Effekte übernehmen spezielle Rechenkerne auf der Platine. Der Einfluss auf die Performance ist trotzdem verheerend. Nvidia DLSS kann hier für Ausgleich sorgen: Mit DLSS kann das Bild auf einer niedrigeren Auflösung gerendert werden und wird dann automatisch auf Ihre Wunschauflösung hochskaliert. In der Theorie dürfte das für einen Geschwindigkeitszuwachs bei gleichbleibender Bildqualität sorgen, aber die Güte von DLSS variiert von Spiel zu Spiel und ist nicht immer schön anzusehen.

Wie unterscheiden sich die verschiedenen Grafikkarten-Serien von Nvidia untereinander?

Nvidia nutzt ein vergleichsweise klares Benennungsmuster für seine Grafikkarten-Serien. Nach dem Markennamen GeForce GTX folgt eine Zahl, die sich aus der jeweiligen Generation und der Leistungsstufe zusammensetzt. So ist die Nvidia GeForce GTX 1060 eine Vertreterin der 10. Generation und die 60 signalisiert die obere Mittelklasse. Grundlegend können Sie das Preis- und Leistungsniveau der Karten an der Endung ablesen:
  • Für Videowiedergabe und einfache Ansprüche Karten mit der Endung 20 und 30.
  • Flüssige Wiedergabe älterer Spiele in hoher Qualität und aktueller Spiele mit reduzierten Detailstufen sowie fortgeschrittene Medienbearbeitung: 50er (bspw. GeForce GTX 1050).
  • Flüssige Wiedergabe aktueller Titel in gängigen Monitorauflösungen und hohen Detailstufen: 60er (GeForce GTX 1060 / RTX 2060).
  • Toptitel in sehr hohen Detailstufen: 70er-, 80er- und Titan-Baureihe (GeForce 1070 Ti, GeForce GTX 1080, Titan X)
Die Endung Ti nach der Zahl signalisiert eine verbesserte Version der Basiskarte mit mehr Speicher, höherem Chiptakt und oftmals werksseitiger Übertaktung. Modelle mit dem Kürzel RTX am Anfang unterstützten Raytracing und DLSS.

Sollte der Grafiktreiber regelmäßig auf die neueste Version aktualisiert werden?

Nvidia GTX SLI-Verbund Zwei Nvidia-Grafikkarten im Verbund mit einer SLI-Brücke (Bildquelle: nvidia.com)

Auch wenn Nvidia regelmäßig neue Grafiktreiber veröffentlicht, lohnt sich das Upgrade der Treiber in der Regel nur, wenn Sie Kompatibilitätsprobleme bei bestimmten Anwendungen haben. Wenn Sie ein brandneues Spiel erworben haben, raten wir aber auf jeden Fall zu einer Aktualisierung der GeForce-Software. Die kurz vor Veröffentlichung des jeweiligen Spiels herausgegebenen Treiber enthalten oft spezifische Optimierungen für den Titel (Game Ready Driver), was für mehr Stabilität und höhere Bildraten sorgt.
Bei der Treiberaktualisierung empfiehlt sich zudem eine saubere Neuinstallation der kompletten Nvidia-Software. Die Express-Installation geht zwar schneller vonstatten, aber Treibersoftware entwickelt bei häufiger Express-Aktualisierung des Öfteren Softwaremacken, die sich durch saubere Neuinstallationen verhindern lassen.

Ist die Nutzung zweier Nvidia-Grafikkarten im SLI-Verbund sinnvoll?

Die Leistung zweier Grafikkarten gleichzeitig zu nutzen, klingt für Spiele-Enthusiasten erst einmal verlockend. Doch in der Praxis fällt der Performance-Vorteil eines SLI-Verbunds nicht sehr groß aus, vor allem im Hinblick auf die immense Mehrinvestition, den deutlich höheren Energieverbrauch und das Plus an Lautstärke. Die Leistungssteigerung durch SLI liegt oft bei ca. 30%, sofern das jeweilige Programm SLI zu nutzen weiß. Oftmals nutzen Spiele und Programme die zweite Grafikkarte überhaupt nicht.

Autor: Gregor L.