Grafikkarten: Cloud-Gaming in den Startlöchern

Das Ende der 3D-Grafikkarten naht, da Cloud-Computing den gigantischen Spielemarkt für sich entdeckt hat. In den USA entstehen riesige Serverfarmen, die auf nichts anderes ausgelegt sind, als Video-Streams mit Spieledaten zu senden. Diese sind bereits in Bild und Ton so aufbereitet, dass der Client (Spiele-PC zu Hause) nur noch die fertigen Daten anzeigt. Somit ist keine 3D-Grafikkarte mehr erforderlich, um ein Cloud-Spiel in beinahe vollem Umfang zu spielen. Aber die Kosten für eine passende Infrastruktur sind hoch und die Einnahmen niedrig.


Für leistungsschwache Geräte ausgelegt

So sind die Anforderungen an die eigene Hardware nur noch gering und der Trend zielt auch auf Netbooks, Tablet-PCs, Settop-Boxen und Handheld-PCs ab. Das zeigt auf, dass viele Games unabhängig von der Betriebssystem-Plattform laufen werden – mit anderen Worten: ab Windows XP aufwärts, Mac OS 10.6 und Linux.

Angebot

Zur Zeit gibt es 28 Spiele-Titel, die man probeweise für eine halbe Stunde kostenlos zocken darf. Die Kosten für die Abonnenten sind je nach Distributor unterschiedlich und oft zeitlich begrenzt. Bei Ubisofts „Prince of Persia“ kann man nicht testen und muss gleich abonnieren, jedoch gibt es viele bekannte Titel, die manch älteren PC zu ungeahntem Leben verhelfen: Mafia2, Assasin's Creed 2, Splinter Cell: Conviction, Lego Harry Potter, Borderlands, UT3 und viele mehr, die alle auf OnLive veröffentlicht werden. Auch Electronic Arts, Capcom und Atari rücken langsam zum Cloud-Gaming auf – nur Blizzard ziert sich noch (wen wundert es?).

Hohe Kosten

Aber die Kosten für eine passende Infrastruktur sind hoch und die Einnahmen niedrig. Abgesehen von den hohen Kosten sind derzeit die Latenz-Zeiten eines der größten Probleme. Je nach Bandbreite des Anwenders können schnell Ruckler und Verzögerungen entstehen. Vor allem in Deutschland ist die Internetanbindung in den ländlichen Bereichen noch nicht hoch genug um die eintreffenden Audio- und Videosignale zu bewältigen. Das Ganze soll mit Hilfe einer neuer Technik beseitigt werden, die derzeit getestet wird. Damit sollen bis zu 250 Millisekunden Verzögerung kompensiert werden.

PlayStation Now

Mit „PlayStation Now“ hat Sony vor Kurzem einen eigenen Cloud-Gaming-Dienst vorgestellt. Damit soll sich eine große Auswahl an Spielen mehrerer PlayStation-Generationen (PS2, PS3, PS Vita, PS4) auf Fernseher, Tablets und Handys streamen lassen. Seit Ende Juli 2014 läuft ein großer Beta-Test in den Vereinigten Staaten. Bislang umfasst der Dienst nur einige PS4 Spiele.

Autor: Christian