AMD Grafikkarten: Preis-Leistungs-Kracher vom Underdog

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Was zeichnet AMD-Grafikkarten im Vergleich zur Konkurrenz aus?

AMD Radeon Referenzkarte Eine Referenzkarte von AMD, die als Basis für Dritthersteller wie MSI und Sapphire dient. (Bildquelle: amd.com)

AMD selbst verkauft keine Grafikkarten, sondern kümmert sich um die Entwicklung neuer Chipsätze und Architekturen. Die sogenannten Referenzkarten des Herstellers werden dann an Dritthersteller wie Powercolor oder MSI lizenziert. Diese modifizieren die technische Basis mit eigenen Kühllösungen und anderen Detailanpassungen und bringen die Karten dann auf den Markt. Hauptkonkurrent Nvidia verkauft inzwischen auch eigene fertige Grafikkarten in Form der Founders Editions.

Im Gegensatz zu Nvidia legt AMD den Fokus auf das stark nachgefragte Mittelpreissegment. Nur selten werden echte Highend-Karten angeboten. Oftmals bieten AMDs Grafikkarten eine Menge Power fürs Geld. Konkurrenzkarten von Nvidia im selben Preissegment werden sogar teils übertroffen – zumindest bei synthetischen Benchmarks. AMD adaptiert inzwischen Nvidias Modell mit regelmäßigen Treiberupdates mit Optimierungen für die neuesten und populärsten Games, wenn auch nicht mit gleicher Regelmäßigkeit und Zuverlässigkeit. Trotz der Stärken in der wichtigen Preis-Leistungs-Disziplin ist AMD der Underdog am PC-Markt: Nur etwa jede fünfte verkaufte Grafikkarte basiert auf AMD-Chips.

Wenn Ihnen der Stromverbrauch der Grafikkarte wichtig ist, ist AMD leider oftmals keine gute Wahl: Dass die Grafikchips des roten Riesen denen von Nvidia in Sachen Energieeffizienz und Lautstärke unterlegen sind, hat beinahe schon Tradition. Auch wenn die Kühlung oftmals in der Hand der Dritthersteller liegt, sind AMD-Grafikkarten meist lauter als ihre Nvidia-Äquivalente.

Warum schwanken die Preise bei AMD-Grafikkarten so stark?

Während des Booms von Cryptowährungen 2017 bis 2018 waren AMD-Grafikkarten so gefragt wie nie. Die Architektur der Grafikkarten ist für die komplexe Berechung der Crypto-Currency-Algorithmen weitaus effizienter als Prozessoren. AMD-Grafikkarten hatten hier sogar noch klare Tempovorteile gegenüber Nvidia. Da viele Crypto-Miner gleich mehrere Grafikkarten im Verbund genutzt haben, waren die Bestände schnell aufgekauft. Dies führte zu einem enormen Preisanstieg, was AMD-Grafikkarten für Gamer unattraktiv gemacht hat. Die Preise haben sich inzwischen erholt, leiden aber weiterhin stärker als die Nvidia-Konkurrenz unter Preisschwankungen. Sie sollten also unbedingt vor dem Kauf recherchieren, ob es eine gleichwertige Grafikkarte oder gar genau dasselbe Modell bei anderen Shops noch weitaus günstiger gibt.

Autor: Gregor L.