Seagate HybridtechnikNeben konventionellen HDD-Festplatten und den Flash-basierten SSDs wetteifert nun eine dritte Technologie um die Gunst der Käufer. Hybrid-Festplatten (SSHD) werden als das „Beste aus beiden Welten“ oder als „Perfekte Symbiose gewohnt hoher Festplattenkapazitäten mit der Geschwindigkeit einer SSD“ beworben. Dabei handelt es sich im Grund genommen um normale Festplatten mit einem zusätzlichen Flash-Speicher.

Der schnelle Flash-Speicher wird zum Puffern von Schreibzugriffen verwendet. Anstatt die Daten gleich auf die Magnetscheiben zu schreiben, werden die Dateien im Flash-Speicher abgelegt. Dies geschieht so lange, bis der Speicher voll ist. Erst dann wird das Laufwerk aufgeweckt und der Inhalt auf den Magnetspeicher übertragen. Vor allem nichtlineare Zugriffe, bei denen der Schreib-/Lese-Kopf der Festplatte sich mehrmals über die Platte bewegt, werden damit beschleunigt. Der Kostenpunkt liegt dabei oberhalb der konventionellen Festplatten, jedoch deutlich unter den komplett Flash-basierten SSDs.

Seagate Hybrid

Verschiedene Modelle

Die neuen Hybrid-Modelle gibt es in zwei unterschiedlichen Ausführungen. In herkömmlichen PCs kommen im Normalfall 3,5-Zoll-Festplatten zum Einsatz, in Notebooks sind es 2,5-Zoll-Varianten. Die Kapazitäten liegen bei bis zu einem Terabyte (2,5-Zoll) auf den Magnetscheiben und der NAND-Flash-Speicher fasst vier bis acht Gigabyte. Interessant ist vor allem der Einsatz in Notebooks. Hier kommt es neben einer niedrigen Leistungsaufnahme auch auf schnelle Startzeiten an.

Kompakte Modelle unterhalb der 15-Zoll-Marke bieten meist nur einen Festplatteneinschubschacht und SSDs sind derzeit noch recht teuer zum Nachrüsten. Für Aufrüster drängt sich hier eine SSHD geradezu auf. Neben viel Speicherplatz für die ständig wachsende Multimediasammlung ist man schneller unterwegs als mit einer alten HDD. Mittlerweile ist auch die Bauhöhe deutlich geschrumpft und einem Einbau in moderne Ultrabooks steht nichts im Wege. Erste Modelle sind nur noch 5 Millimeter flach.

Hybrid Festplatte

Trainingseffekt

Die größte Stärke kann ein Hybrid-Laufwerk bei sich wiederholenden Aufgaben ausspielen. Werden Anwendungen häufig ausgeführt, beispielsweise eine Textverarbeitung oder ein Bildbearbeitungstool, wird dies erkannt und die Daten werden auf den integrierten Flash-Speicher übertragen. Die Festplatte lernt also mit der Zeit dazu und ist dann klar schneller als althergebrachte HDDs.

Daher empfiehlt es sich, den Bootvorgang mindestens fünf Mal hintereinander zu wiederholen und dazwischen das System ein paar Minuten im Leerlauf zu lassen. Ein zweiter Vorteil ergibt sich aus einer Entlastung für den Motor, welcher die Speicherscheiben antreibt. Da häufig genutzte Daten im Speicher liegen, muss der Motor wesentlich seltener anspringen. Damit wird nicht nur Energie gespart, die Scheiben rotieren seltener und die Platte arbeitet damit leiser.

Die Nachteile

Die Nachteile zeigen sich bei Kopiervorgängen von großen und kleinen Dateien bei der Datensicherung. Hier unterscheiden sich die verfügbaren Modelle nicht von herkömmlichen Festplatten. Desktop-Besitzer sind mit einem dualen System besser bedient. Das Betriebssystem und oft aufgerufene Programme werden auf einer SSD abgespeichert und eine normale HDD dient als Datengrab. Eine Hybrid-Platte bietet sich somit primär nur dann an, wenn sie auch als Systemlaufwerk verwendet wird.