Was schreiben Testmagazine zu Laserdruckern mit Scanmodul?

Kyocera TASKalfa 406ci Für den privaten Hausgebrauch etwas überdimensioniert: ein klassischer Laserdrucker mit Scaneinheit (Kyocera TASKalfa 406ci, Bildquelle: amazon.de)

Multifunktiondrucker (MuFu), also Drucker, die sich dank eines Zusatzmoduls auch auf die Digitalisierung von Vorlagen sowie das Kopieren verstehen, haben mittlerweile eine marktdominierende Stellung. Verständlicherweise, denn es ist auch äußerst praktisch – und platzsparend –, mit dem Drucker auf die Schnelle eine Rechnung, den Steuerbescheid oder ähnliche Dokumente in eine Digitalkopie zu überführen. Auch im Bürobereich hat sich diese Kombination durchgesetzt – mit der schnellen Laserdrucktechnik als Grundlage. Dementsprechend liegt bei diesen Geräten der Testfokus vor allem auf der Schnelligkeit und guten Bedienbarkeit.

Es wird daher vor allem geprüft, wie schnell das Druckwerk und das Scanmodul arbeiten, wie effektiv damit also große Aufträge abgearbeitet werden können. Hierbei mag es beim Druck keine allzu große Rolle spielen, ob nun 30 oder 33 Seiten je Minute hervorquellen, doch beim Scanner sind größere Unterschiede zu finden. Wenn sich das Modul satte 30 Sekunden über das Dokument quält, während andere Scanner 8 oder 12 Sekunden brauchen, macht das einen gewaltigen Unterschied in der Produktivität. Hinzu kommt die Frage, ob der Scanner Dokumente automatisiert beidseitig einscannen kann (ADF-Duplex) – am besten nicht einzeln sondern in einem ganzen Stapel.

Die schnellsten Laserdrucker mit Scanfunktion – Druckgeschwindigkeit

  1. HP PageWide p55250dw
    50 Seiten/min
    HP PageWide p55250dw
    • keine Tests
  2. Brother MFC-L6800DW
    46 Seiten/min
    Brother MFC-L6800DW
    • keine Tests
  3. Brother MFC-L6800DWT
    46 Seiten/min
    Brother MFC-L6800DWT
    • keine Tests

Die besten Laserdrucker mit ADF-Scanfunktion

Nicht zuletzt liegt ein weiterer Schwerpunkt auf der Bedienung. Da Laserdrucker mit Scanmodul bevorzugt in Firmenumgebungen zum Einsatz kommen, muss sich das Gerät möglichst einfach in ein Netzwerk einbinden lassen – heutzutage natürlich bevorzugt kabellos via WLAN. Aber auch die alltägliche Bedienung des Tastenpanels beziehungsweise Touchscreens will elegant gelöst sein: Nichts nervt mehr als eine schlechte Fingertipp-Erkennung oder eine umständliche Menüstruktur, was bei vielen Bedienvorgängen je Tag richtig Zeit und Nerven kostet. Firmennutzer werden zudem Wert darauf legen, dass das Gerät nur dann den Scan oder Druck auswirft, wenn zuvor ein Sicherheitsschlüssel des entsprechenden Nutzers eingegeben wurde, damit nicht zufällig Vorbeikommende sensible Dokumente im Auswurfschlitz einsehen können.

Kann ich auch Fotos in hoher Qualität scannen?

Laserdrucker mit Scanfunktion sind eher für Dokumentenscans gedacht als für Fotoscans. Bei der Digitalisierung von Fotos fällt beim Gros der Modelle die Qualität deutlich ab. Nur in wenigen Ausnahmefällen wird hier ein gutes Niveau erreicht, das über den sprichwörtlichen „Hausgebrauch“ hinausreicht. Ein weiterer Punkt betrifft nur die Laser-Multifunktionsdrucker. Die Scans lassen sich über den Drucker natürlich auch ausdrucken, und da Fotos – ebenfalls von wenigen Ausnahmen abgesehen – nicht gerade die Stärke von Laserdruckern sind, ergeben sich bei einem Laser-MuFu folgerichtig Qualitätsnachteile. Mit einem hochwertigen MuFu auf Tintenstrahlbasis dagegen lassen sich die eingescannten Fotos – sofern die Qualität der Scans stimmt – in Laborqualität ausdrucken. Laser-MuFus stehen daher eher in Konkurrenz zu einem Dokumentenscanner.

CIS oder CDD?

Lasserdrucker Samsung MultiXpress M4370LX So richtig dezent wirkt keiner der Bürodrucker mit Scanfunktion (Samsung MultiXpress M4370LX, Bildquelle: amazon.de)

Die Scanqualität hängt grundsätzlich vom Sensor ab. MuFus arbeiten nämlich überwiegend mit einem CIS-Sensor (Contact Image Sensor), und zwar aus zwei praktischen Gründen. Zum einen erlaubt diese Technik eine flachere Bauweise, außerdem ist die Aufheizzeit kurz und der Stromverbrauch niedriger. Nicht weniger wichtig ist für die Hersteller ferner, dass CIS-Sensoren weniger kostspielig sind, was dazu führt, dass MuFus mittlerweile schon für deutlich unter 100 Euro zu haben sind. Aber auch in höherklassigen Geräten ist oft ein CIS-Bildsensor zu finden. Nachteil: Der Sensor kann nur Vorlagen optimal, das heißt, scharf erfassen, die vollständig plan auf der Glasplatte aufliegen. Ist dies nicht der Fall, etwa wenn eine Buchseite eingescannt werden soll, wird der Scan technisch bedingt unscharf. Ein CDD-Sensor dagegen (Charged-Coupled Device) hat einen größeren Schärfebereich und kann daher auch nicht plan aufliegende Objekte erfassen. Die CDD-Technik ist in Laser-MuFus aber öfter anzutreffen als bei den Tintenstrahlern.

Wann ist ein richtiger Dokumentenscanner besser?

Generell sind Laser-MuFus eine gute Wahl, wenn hauptsächlich Dokumente und gegebenenfalls einfache Grafiken digitalisiert werden sollen. Von Vorteil ist dabei der Einzug, mittlerweile fast Standard bei allen Geräten, über den sich auch ganze Stapel verarbeiten lassen. Allerdings ist die Größe der Stapel dabei meist auf 30 bis 50 limitiert, ein Dokumentenscanner bietet in dieser Hinsicht oft mehr. Einige Drucker können sogar Vorder- und Rückseite eines Dokuments automatisch, also ohne manuelles Zutun des Benutzers, verarbeiten („Duplex“). In Schwierigkeiten kommen sie allerdings, wenn der Vorlagenstapel aus unterschiedlichen Medien besteht oder Leerseiten besitzt. Dokumentenscanner sieben Letztere meistens selbständig aus, erkennen außerdem zum Beispiel unterschiedliche Papierformate und passen den Scan-Rahmen automatisch an – kurzum: Speziell bei der Verwaltung/Verarbeitung eines Dokumentenstapels ist ein Dokumentenscanner in der Regel immer noch die bessere Wahl. MuFus mit Scaneinheit dagegen eignen sich gut für kleine Mengen und unproblematische Vorlagen.

Autor: Janko