Car-HiFi-Lautsprecher: Sieben Systeme, drei Preistipps

top-test-7-lautsprechersysteme_1Ein Zweiwege-System ist nicht das Maß aller Dinge: Mit einem Dreiwege-System erreicht man bessere Ergebnisse beim Mittelton, während ein Doppelwoofer-Komponentensystem sattere Bässe verspricht. Die Zeitschrift „autohifi“ hat sieben 16-cm-Lautsprecher-Sets zwischen 120 und 1800 Euro getestet. Wegen der extremen Preisdifferenz gibt es keinen ausgewiesenen Testsieger, dafür vergibt die Redaktion gleich drei mal das Prädikat „Preistipp“.

Das günstigste unter den Dreiwege-Systemen kommt von Magnat. Trotzdem macht das Classic 316 mit vernickeltem Blechkorb und silberfarbener Membran keinen billigen Eindruck. Das Set besteht aus 16-Zentimeter-Tieftöner, 10-Zentimeter-Mitteltöner und einem Hochtöner mit 25-Millimeter-Gewebekalotte. In der Weiche kommen ein 6-Dezibel-Hochpass und mehrere 12-Dezibel-Filter zum Einsatz, für Hoch- und Mitteltöner stehen je drei Pegeleinstellungen zur Auswahl. Im Labor konnte man einen – mit Blick auf den Preis - überraschend hohen maximalen Basspegel messen. Und auch im Hörtest machte das Classic 316 eine gute Figur: Zwar bietet es nicht die Detailtreue deutlich teurerer Systeme, im Verhältnis zum Preis ist das Ergebnis aber sehr solide. Ein „Preishammer“, so das Fazit der Tester.

Im maximalen Basspegel unterscheidet sich das System von Magnat nicht vom zweiten Preistipp unter den Dreiwege-Sets, dem mehr als doppelt so teuren Rainbow SLC 365.25 NG. Mit 79 von 100 Punkten (Magnat: 59 Punkte) hat Rainbow insgesamt aber klar die Nase vorn: Tief- und Mitteltöner besitzen pulverbeschichtete und mehrfach belüftete Gusskörbe, einen schicken Magnetschutz, leicht glänzende und geprägte Papiermembranen und verchromte Anschlussterminals. Auch die 25-Millimeter-Gewebekalotte macht einen ausgezeichneten Eindruck. Die Hauptweiche punktet ebenfalls mit hochwertigen Bauteilen, hier findet man Phasenumschaltung, sechs verschiedene Lautstärken für den Hochtöner und zwei für den Mitteltöner. Den Tiefpass für den Woofer beherbergt eine zweite Weiche. Die Laborwerte sind solide, wenn auch nicht außergewöhnlich. Wertvolle Pluspunkte gab es vor allem beim Hörtest: Das Rainbow-Set spielt sehr natürlich, gefällt mit knackiger Basswiedergabe, klaren Stimmen und einem dynamischen Hochton. Für 300 Euro ein „Hammer-Schnäppchen“.

Bei den Doppelwoofer-Kompos bescheinigt man dem Rainbow SAC 465.25 das beste Preis-Leistungsverhältnis. Die Verwandschaft zum Dreiwege-Rainbow ist nicht zu übersehen. Einzig die Membran unterscheidet sich sichtbar, denn beim SAC besteht eben jene aus Aluminium und nicht aus Papier. Gusskorb und verchromte Polplatten sind identisch. Die Tieftöner des SAC arbeiten nicht parallel: Einer ist für den Tiefmittelton bis zu drei Kilohertz zuständig, der andere wird über eine separate Tiefpassweiche oberhalb von 350 Hertz ausgeblendet. Für den Hochtöner stehen fünf verschiedene Lautstärken und ein Phasenschalter bereit, beim Tieftöner hat man sich für zwei Filterfunktionen entschieden. Im Labor überzeugt das Set mit einem sauberen Frequenzgang, im Hörraum mit natürlichen und gut abgestimmten Ergebnissen. Der Grundton ist kräftig, der Bass druckvoll. Beim Mittelton kann das SAC zwar nicht mit dem Dreiwege-System konkurrieren, dafür darf man sich auf einen „satten Kick“ freuen.

Das günstige Magnat-System empfiehlt sich für klangfreudige Einsteiger und bietet trotzdem eine solide Ausstattung. Mit der in Relation zur Leistung ebenfalls günstigen Dreiwege-Kompo von Rainbow werden auch ambitionierte HiFi-Fans glücklich, während man sich in Sachen Bassdruck mit dem SAC 465.25 auf der sicheren Seite bewegt.

Autor: Jens