Doppel-Din-Autoradio Kenwood DPX 71000DAB Beispiel eines Doppel-Din-Radios:
Das Kenwood DPX 71000DAB
(Bildquelle: https://www.kenwood.de)

Die technischen Entwicklungen in der Unterhaltungselektronik machen auch vor Autoradios nicht Halt: Die Zeiten, in denen sie nur ein paar Sender und dazu noch Kassetten oder CDs abgespielt haben, sind längst vorbei. Immer mehr entwickeln sie sich zu Media-Playern mit vielfältigen Funktionen. Die wachsende Zahl von Schnittstellen und komplexere Anwendungsmöglichkeiten erhöht die Anforderungen an eine übersichtliche und komfortable Bedienung.  Auch ein Grund, warum sich Doppel-DIN-Radios mit ihren größeren Displays und übersichtlichen Bedienelementen einer wachsenden Beliebtheit erfreuen.

Was bedeutet Doppel-Din?

In älteren Autos gibt es einen einfachen DIN-Schacht mit 182 x 50 Millimetern. Da passen die klassischen Autoradios hinein. Vor allem in Fahrzeugmodellen neuerer Baujahre ist oft schon werksseitig ein doppelt so hoher Platz vorgesehen, in den dann sogenannte Doppel-Din- oder 2-Din-Geräte passen. Ausschlaggebend ist also die Höhe der Geräte. Das können tatsächlich reine Radio-Geräte, mit oder ohne CD-Player sein. Oder zum Beispiel auch die als Moniceiver oder Navitainer bekannten Multimedia-Monitore, die je nach Ausstattung beispiesweise auch zum Abspielen von Videos oderals Navigationsgerät nutzbar sind. Die bewegen sich dann aber in deutlich höheren Preisregionen.

Kann ich auch ein Doppel-Din-Radio einbauen, wenn ich keinen großen Einbauschacht habe?

Das ist je nach Fahrzeugmodell möglich, aber nicht so einfach. Es gibt als Zubehöre entweder der CarHiFi-Hersteller oder auch anderer Anbieter Doppel-Din-Einbauschächte.  Trotzdem brauchen Sie aber natürlich den nötigen Platz in der Amaturentafel. Oft sind unterhalb oder oberhalb des Autoradios Bedienelemente für Lüftung, Klima, Warnblinkanlage etc. angebracht. Exoten wie das XM-V746 von Xomax, dass nur einen Ein-Din-Schacht braucht, aber einen ausklappbares Display an Bord hat, gibt es nur selten. Bei den preisintensiveren Moniceivern kommen Geräte mit 1-Din-Schacht öfter mal vor, bei den Radios äußerst selten. Auch bei diesen muss man jedoch immer beachten, ob der ausgefahrene Bildschirm nicht anderwe wichtige Bedienelemente im Auto verdeckt.

Haben 2-Din-Radios besondere Features?

Rückansicht des WX XB100BT von Sony Rückansicht des 2-Din-Radios
WX XB100BT von Sony
(Bildquelle: https//www.amazon.de)

Bei den Funktionen gibt es wenige Unterschiede zwischen den Großen und den "Kleinen". Ihre Zahl ist inzwischen fast unüberschaubar. Seien es Komfortfunktionen wie das Dimmen oder Farbwechsel der Displays, das Pairing mit teilweise bis zu einem halben Dutzend Smartphone oder die Anschlüsse für externe Geräte. Beim Tuner ist die Frage, ob er außer UKW auch noch MW empfangen können soll. Und durchaus wichtig ist, ob ds Gerät digitale Radiosender, insbesondere DAB+, empfangen kann. Moderne Tuner wechseln dabei automatisch je nach Empfangsqualität zwischen UKW und DAB oder DAB+ und das praktisch unmerklich. Sinnvoll ist natürlich, wenn Sie das Radio als Freisprecheinrichtung zum Telefonieren nutzen können. Das aber zumeist bei denen der Fall, die mit Bluetooth ausgestattet sind. Nur wenige Geräte sind indes selber per Sprache zu steuern, da hat die haptische Bedienung unverändert klar das Sagen. Wobei es einige gibt, die Sie immerhin mit einer Fernbedienung nutzen können.

Kompatibilität und Steuerung über Smartphone-Apps

Viele Autoradios, egal ob 1-Din oder 2-Din, bringen inzwischen unterschiedlichste Formen der Kompatibilität mit.  Noch nicht allzu viele 2-Din-Radios sind es, die sowohl iOS- als auch Android-kompatibel sind. Die meisten sind entweder kompatibel mit Android oder kompatibel mit iOS.  Bei einigen wenigen kann auch Spotify Connect unmittelbar genutzt werden. Gerade aber was die geräteübergreifende Nutzung, Kompatibilität oder auch Smart-Funktionalität betrifft, besteht durchaus noch einiges an Entwicklungspotential.

von Jens Claaßen

Fachredakteur im Ressort Audio, Video und Foto - bei Testberichte.de seit 2008.