MultifuelkocherKlassische Kocher, die sich für eine Brennstoffart entscheiden, sind zwar sehr zuverlässig und technisch einfach aufgebaut, sie sind aber nicht in jeder Lebenssituation einsetzbar. Bei Gebirgstouren in dünnerer Luft beispielsweise besitzen die sonst so beliebten Gaskocher nur eine ungenügende Heizleistung, und bei starkem Wind oder strenger Kälte versagen sie teils völlig. Es macht also bei vielfältigen Einsatzzielen Sinn, einen entsprechend flexiblen Kocher zu besorgen – einen sogenannten Multifuelkocher.

Verfügbarkeit der Brennstoffe

Dabei spielt nicht nur die unterschiedliche Leistungsfähigkeit der Brennstoffe je nach Einsatzzweck eine Rolle. Vor allem die Verfügbarkeit des Brennstoffes ist ein wichtiges Argument für einen Multifuelkocher. Wer nicht nur in Mitteleuropa unterwegs ist, wird schnell feststellen, dass er mit Gas in fremden Ländern nicht unbedingt weit kommt – da ist Benzin oder Petroleum viel einfacher erhältlich. Und so macht es Sinn, wenn ein Brenner zumindest diese Brennstoffe auch „beherrscht“.

Multifuel meint nicht immer auch jeden Brennstoff

Dabei sollte beachtet werden: Nicht jeder Multifuelkocher verbrennt auch wirklich jeden Brennstoff. Der Begriff ist also nicht eindeutig belegt. Die einfacheren Typen sind im Grunde nur normale Benzinkocher, die alternativ neben Reinbenzin auch die verwandten Brennstoffe wie Autosprit oder eben Petroleum verbrennen können. Erst die teureren Modelle um 150 Euro aufwärts beherrschen daneben auch das Verbrennen von Gas oder Diesel. Je nach Typ kann es dazu notwendig sein, andere Brenndüse auszutauschen.

Wartungsaufwand und giftige Rückstände

Nachteile von Multifuelkochern sind die typischen Wehwehchen der reinen Benzinkocher. Sie sind zum Beispiel nicht wartungsfrei wie reine Gaskocher, es sollten also besser Ersatzteile mitgeführt werden. Außerdem arbeiten sie recht laut und die Flamme ist je nach Ausführung recht schwer regulierbar. Nicht zuletzt geben die flüssigen Brennstoffe häufig giftige Geruchsstoffe ab, während Gas rückstandsfrei verbrennt. Das hängt aber auch stark vom konkret verwandten Brennstoff ab, denn auch die Benzinsorten sind nicht alle gleich.

Die Brennstoffarten

Reinbenzin ist beispielsweise recht unproblematisch. Es entspricht dem Autobenzin, allerdings ohne die Zusätze für den Motor, welche den Kocher schnell verdrecken lassen. Autobenzin enthält zudem das krebserregende Benzol, in anderen Ländern häufig sogar noch Blei. Hier sollte nur im Freien und mit Deckel auf dem Topf gekocht werden. Benzindämpfe sind zudem immer explosiv, in einem Zelt ist die Nutzung also ein No-Go. Diesel wiederum verbrennt stark rußend und erhöht den Wartungsaufwand. Ganz anders Petroleum: Es ist wie Reinbenzin nahezu frei von Rückständen und brennt sehr gut, die Regulierung der Flamme ist einfacher als bei den anderen Flüssigbrennstoffen.

von Janko Weßlowsky