Schlafsäcke: Extreme Bereiche

Extreme SchlafsäckeExpeditionsschlafsäcke müssen ganz besonderen Ansprüchen gerecht werden und in dieser Kategorie meint man damit vornehmlich die Isolierung gegen Kälte. Generell unterscheidet man synthetische Füllungen und Daunenfüllungen. Neben der bekannten Mumienform (auch teilweise als Hängematte nutzbar) werden auch Schlafsäcke mit Armen und Beinen für besonders Nachtaktive produziert.

Normen und Typen

Immer wenn besondere Ansprüche an ein Produkt gestellt werden, kann man sicher sein, dass es eine Norm dafür gibt - so auch bei Schlafsäcken und Expeditionsschlafsäcken im Speziellen. In Deutschland war es bislang die DIN 7943, die inzwischen von der Europa-Norm 13537 abgelöst wurde. Die Bewertung ist geschlechtsspezifisch und betrifft wegen des unterschiedlichen Grundumsatzes (Kalorienverbrauch ohne körperliche Betätigung gerechnet) und des subjektiven Kälteempfindens gleich zwei so genannte Komfortbereiche: TCom für die Damen (25 Jahre, 60 Kg, 160 cm) und TLim bei den Herren (25 Jahre, 70 kg, 173 cm). Trotz dieser DIN-Normen ist die Kälteempfindung eine ganz individuelle Angelegenheit, die einerseits von der körperlichen Gewöhnung, sowie dem momentanen psychischen und physischen Zustand abhängt. Wenn tagsüber große körperliche Anstrengungen wie Bergsteigen und Wandern vollbracht wurden, friert man nachts nicht so schnell wie untätige Personen. Hier reicht ein Schlafsack aus dem „Roten Bereich“ (Tcom).

Daunen- oder Synthetikfüllung?

Vorsicht ist beim Kauf eines amerikanischen Schlafsacks geboten, da die US-Norm ASTM F1720 das Leistungsvermögen zu Gunsten des Herstellers beurteilt und nicht immer die versprochene Kälteisolation gegeben ist. In jedem Fall muss ein Expeditionsschlafsack eine Isolierung bis minus 40 Grad Celsius bewältigen können. Dafür sind extreme Dämmungen aus synthetischem Füllmaterial oder einer Daunenfüllung erforderlich. Neuartige Kunstfasern sind inzwischen sehr leistungsfähig geworden und bringen einen Hauptvorteil mit: Unempfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit. Der Nachteil liegt im höheren Gewicht, denn die sehr leichten Daunenschlafsäcke erreichen bei relativ niedrigem Gewicht eine Isolierung bis minus 50 Grad Celsius. Der Wirkungsgrad ist jedoch von der Qualität der Daunenfüllung abhängig, die von 90:10 bis 97:3 (Verhältnis Daune:Federn) reichen kann und beim Kauf unbedingt beachtet werden sollte. Als Hilfestellung wird für den Schlafsack ein Loft-Wert angegeben, der je höher er ist, die bessere Füllqualität angibt. Ein anderer Wert, der auch viel über die Isolierkraft des Schlafsacks aussagt ist die so genannte Bauschkraft. Diese wird in cuin (cubic inches per ounze) angegeben und je höher der Wert, desto besser die Daunenqualität – hochwertig bedeutet dann 700 bis 800 cuin. Dies gilt übrigens auch für Daunenjacken.

Autor: Christian