EC-, Geld- und Kreditkarten: Welchen Nutzen hat eine Gepäckversicherung?

Eine Gepäckversicherung findet sich im Leistungsumfang vieler Kreditkarten. Sie soll Reisende für den Verlust des Gepäcks entschädigen. Ob die Police einen tatsächlichen Mehrwert bietet, hängt von den Versicherungsbedingungen ab. Elementar wichtig ist der Versicherungsschutz jedoch in keinem Fall.

Kommt während einer Reise das Gepäck abhanden, ist der Ärger groß. Den materiellen Schaden erhalten Reisende zurück, wenn sie eine Gepäckversicherung abgeschlossen haben - sofern alle Bedingungen erfüllt sind.

Die Versicherungsbedingungen der meisten Policen sind sehr streng. So sehen sie einen vollständigen Haftungsausschluss der Assekuranz vor, wenn der Versicherte auch nur annähernd fahrlässig gehandelt hat. Bleibt das Gepäck beispielsweise am Flughafen nur einen Moment unbeaufsichtigt und verschwindet dann, zahlt die Versicherung nicht. Selbst bei einem Diebstahl aus dem verschlossenen Hotelzimmer heraus gehen Versicherte in der Regel leer aus.

Kommt das Gepäck wiederum durch Verschulden der Flug- oder Busgesellschaft abhanden, muss diese auch dafür zahlen. Ein zusätzlicher separater Versicherungsschutz ist deshalb für diesen Fall nicht notwendig. Dies gilt auch für Diebstähle aus dem Safe eines Hotelzimmers. Hier greift unter normalen Umständen sogar die Hausratversicherung.

Das ernüchternde Fazit muss also lauten: Eine Gepäckversicherung als Zusatzleistung einer Kreditkarte mag für eine Bank oder Kartengesellschaft ein schönes Verkaufsargument sein. Einen wirklichen Nutzen können Verbraucher jedoch nur sehr selten aus ihr ziehen.

Autor: JL