EC-, Geld- und Kreditkarten: Totale Überwachung

Kundenkarten im Test''Haben Sie eine Kundenkarte?'' lautet die Frage, die man fast an jeder Kasse zu hören bekommt. Und viele Menschen antworten dann mit ''ja'' und beginnen, in dem großen Gewirr der unzähligen Karten in ihrem Portemonnaie nach der richtigen zu suchen. Aber das Suchen lohnt sich kaum, so ein Test über 27 Kundenkarten des österreichische Verbrauchermagazin ''Konsument''- jedenfalls nicht für den Kunden, denn eigentlich profitiert nur der Einzelhandel von den bunten Plastikkarten.

Fast jede große Ladenkette wirbt mit Rabatten und Prämien, wenn man eine Kundenkarte hat. Das Problem dabei: durch die Karten erhalten die Händler sehr viele Informationen über den Käufer und dessen Kaufverhalten, viele Kunden sind sich dessen aber gar nicht bewusst.

Bei allen Kundenkarten im Test werden die Daten genutzt. Eine aktive Zustimmung des Kunden ist dafür bei  keiner Karte nötig, bei einigen, zum Beispiel der Ikea Family Card, ist aber zumindest der Widerruf der Datennutzung möglich. Voraussetzung ist natürlich, dass der Kunde darüber Kenntnis hat. Bei zehn Karten hat der Kunde kein Widerrufsrecht, unter anderem bei der kostenpflichtigen Douglas Card und der dm active beauty vorteilswelt. Interesant auch, dass die Unternehmen unterschiedlich auf den Widerruf reagieren. Bei manchen Kundenkarten hat der Widerruf keine Auswirkungen auf die Gültigkeit der Karte, andere gewähren dem Kunden dann keine Rabatte mehr. Bei der Datennutzung zeigte sich im Test ein heterogenes Bild, alle Unternehmen nutzen die Kundendaten zwar für eigene Marketingzwecke, aber nicht alle geben selbige auch an Dritte weiter. Vorsicht geboten ist bei den Karten Baumax Preissäge, dm active beauty und Douglas Card, bei diesen dreien werden die Daten zumeist an externe Marketingunternehmen weitergegeben.

Milchmädchenrechnung

Doch nicht nur die leichtfertige Ausgabe der persönlichen Daten ist ein Nachteil des Kundenkarten, auch gibt es de facto gar keine Rabatte, denn was man am Ende herausbekommt, hat man vorher schon investiert. Laut ''Konsument'' werden die Produktpreise oft höher angesetzt, damit sich die Bonus-Aktionen für den Händler auch rentieren. Am Ende ist das also eine Milchmädchenrechnung, was bleibt, sind die Daten, durch die sich der ein oder andere Händler sogar teure Marktforschungen spart.

Den kompletten Testbericht lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der ''Konsument'', einen Überblick über die 22 Kundenkarten sowie ein kurzes Testfazit finden Sie hier.

Autor: Judith-H.