SonnenblumenöleÜber Sonnenblumenöl herrschen weithin völlig falsche Vorstellungen. Immer wieder wird es als gesunde Alternative zu Butter und Margarine beim Anbraten ins Spiel gebracht, darüber hinaus soll es bei höheren Temperaturen stabiler bleiben als Olivenöl, das dann nämlich wieder schädlich wird. Doch das gilt auch nicht für jedes Sonnenblumenöl. Trotzdem verkauft es sich zum Braten immens gut: Sonnenblumenöl liegt weltweit an Platz Vier aller pflanzlichen Ölsaaten.

Gesund: Wie immer das kategepresste Öl

Doch es lohnt sich, sich näher mit dem Thema zu beschäftigen. Als besonders gesund gilt das kaltgepresste Sonnenblumenöl. Es ist hellgelb, schmeckt leicht nussig und holzig und eignet sich hervorragend für Salate und andere kalte Speisen. Mit einem auffällig hohen Anteil an Vitamin E ist das Öl nicht nur sehr gesund, sondern auch besonders lange lagerungsfähig – es wird also nicht so schnell ranzig. Das ist vor allem für jene interessant, die eher selten am Herd stehen und so eine Literflasche Öl eben nicht in einem Monat wegputzen können.

Zusammensetzung: Die Anteile der Fettsäuren

Darüber hinaus ist der Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren mit mehr als 60 Prozent ähnlich hoch wie bei Raps- und Distelöl. Allerdings fehlen hier die besonders wertvollen Omega-3-Fettsäuren fast vollständig, was den Nutzen effektiv wieder beschränkt und Sonnenblumenöl hinter die beiden anderen genannten Öle wieder zurücktreten lässt. Industriell raffiniertes Sonnenblumenöl wiederum ist von noch hellerer Farbe und erheblich günstiger im Handel zu haben. Leider wird bei diesem Herstellungsprozess ein Großteil der Vitamine zerstört.

Auch raffiniert nicht zum Anbraten geeignet

Zudem – und das ist vielen nicht bewusst! - eignet sich auch raffiniertes Sonnenblumenöl nicht zum Braten, allenfalls zum sanften Garen. Wer mit Sonnenblumenöl braten möchte, muss zum sogenannten High-Oleic-Sonnenblumenöl (HO-Sonnenblumenöl) greifen. Hier liegt der Anteil der ungesättigten Fettsäuren allerdings wieder unter 10 Prozent. Es ist also dahin mit dem Gesundheitsmythos. Und Vorsicht: Auch mit HO-Sonnenblumenöl sollten keine Temperaturen über 210 bis 220 Grad Celsius überschritten werden, hierfür eignet sich ausschließlich Erdnussöl. HO-Öle sind speziell ausgewiesen, das handelsübliche Sonnenblumenöl ist lediglich einfach raffiniert!

Autor: Janko