Kinderwagen-Sonnensegel

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Ratgeber zu Sonnensegel für Kinderwagen

Sonnensegel vs. Sonnenschirme

Kinderwagen-SonnensegelEin vollwertiger Sonnenschutz an einem Kinderwagen gilt heute als Pflicht. Zu unberechenbar sind die Risiken der UV-Belastung geworden, und Babys empfindliche Haut hat ihr so gut wie gar keinen Eigenschutz entgegenzusetzen. Als vollflächige Beschattung der Liegefläche von Kinderwagen laufen Sonnensegel derzeit den Kinderwagen-Sonnenschirmen den Rang ab - wobei die Nachteile nicht zu übersehen sind. Denn paradoxerweise kollidiert der moderne Sonnenschutz recht häufig mit moderner Kinderwagen-Technologie.

Nicht immer ein "Universal"-Sonnensegel

Nur wenige Kaufrezensionen in Verkaufsforen und auf Elternplattformen lassen Kritik in einem wichtigen Punkt vermissen: Die Segel sind überall da meist unbrauchbar, wo das Kind in auch wahlweise in Fahrtrichtung blicken kann. Denn ein Sonnensegel wird – meist mit zwei Kordeln an der Schmalseite des trapezförmigen Stoffs – in der Regel am Schieber des Kinderwagens befestigt und bis hin zum höchsten Punkt des Verdecks gespannt. Bislang ist noch kein einziges Modell am Markt aufgetaucht, das dieses Problem auf befriedigende Weise löst. Selbst als „Universal-Sonnensegel“ vermarktete Produkte versprechen zu viel: Viele lassen sich schlecht mit den Kombikinderwagen und Buggys moderner Multifunktionalität verbinden. Besonders häufig scheitern sie an wendbaren Sitzpositionen, aufsetzbaren Babyschalen (Travelsysteme) und, weil viele der Segel zu kurz sind, den besonders gefragten Dreirad-Joggern.

Vollflächiger Sonnenschutz über der gesamten Liegefläche

Doch abgesehen von den logistischen Problemen sind Sonnensegel, wenn man die richtigen kauft, die perfekte Lösung für Eltern, die dem Kind einen möglichst vollflächigen UV-Schutz zuteil werden lassen wollen. Da wäre zum Beispiel der umfassendere UV-Schutz gegenüber den Sonnenschirmen zu nennen, die zur ständigen Positionskorrektur zwingen, sobald man nur die Fahrtrichtung ändert – und das kann enorm nerven. Ein Sonnensegel ist vielflach schneller an den wechselnden Sonnenstand anzupassen als ein Schirm, den man von der einen zur anderen Seite pfriemelt und permanent neu zur Sonne hin ausrichten muss. Überhaupt ist ihr größter Nutzen von praktischer Natur: Wer seinen Kinderwagen oft zusammenklappt und irgendwo verstaut, muss ein Segel nicht jedesmal komplett demontieren wie einen Schirm; die meisten Modelle lassen sich zum Verdeck hin aufrollen und einschlagen, ohne die Grundbefestigung lösen zu müssen.

Die UV-Schutzfaktoren variieren erheblich

Das größte Augenmerk sollte aber dem UV-Schutzfaktor eines Segels gelten. Denn der Sonnenschutzfaktor, den Stoffe und Beschichtungen entsprechend dem Lichtschutzfaktor bei Sonnencremes bieten, variiert ganz erheblich. Ausschlaggebend für den UPF (Ultraviolet Protection Factor) sind nicht nur dunklere Farben eines Sonnensegels, sondern ein möglichst hoher UV-Schutzfaktor zwischen 20 und 80+. Die Hersteller verwirren hier gerne mit den unterschiedlichsten Zertifizierungen und Prüfstandards. Den besten UV-Schutz erreichen derzeit Stoffe mit dem Siegel UPF 80+ und Zertifizierung nach dem UV Standard 801. Der australisch-neuseeländische Standard und jener nach EN 3758-1 oder AATCC 183 sind  in der Regel Testverfahren ohne Praxisbezug. Die Ermittlung des UPF nach 801 hingegen zielt darauf ab, den Schutzfaktor auch unter Gebrauchsbedingungen zu messen. Das heißt: Der Stoff darf nass, gewaschen und gedehnt werden, ohne seinen UV-Schutz zu verlieren.

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