Vans: Vier Familien-Vans - VW Touran bleibt vorn

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FamilienvansDie Zeitschrift „Auto Motor Sport“ hat in einem Test die Neuauflagen des Renault Grand Scénic und des Toyota Verso mit den angestammten Platzhaltern und Verkaufsstars unter den Vans, dem VW Touran und den Opel Zafira zusammengeführt. Den direkten Vergleich der besonders bei Familien beliebten Vans entschied der Touran 1.4 TSI Highline für sich. Doch sowohl der Verso 1.8 Valvematic Executive als auch der Grand Scénic 1.4 TCe 130 Luxe konnten sich am Ende noch vor den Opel Zafira 1.9 Ecotec Sport schieben.

Die Wahl des besten Familienfahrzeugs kann mitunter schwer fallen, wenn es kein dicker SUV, ein praktischer Kombi oder gleich ein teurer Kleinbus sein soll. In die Bresche springen häufig Kompakt-SUVs, die von allem ein bisschen versprechen und auch bieten, was ihre relativ große Popularität erklärt. Toyota und Renault unternehmen mit ihren Neuauflagen des Verso und des Grand Scénic erneut den Versuch, den Herstellern der – in Deutschland zumindest – Platzhirschen Touran und Zafira die Freude über den Verkaufserfolg zu verderben.

Im Vordergrund des Tests stand natürlich das Innenraumhandling der vier Vans, die allesamt – wenn auch beim Touran und beim Grand Scénic nur gegen Aufpreis – als Siebensitzer selbst großen Familien viel Platz bieten. Die höchste Innenraum-Variabilität bewies dabei der Touran, dessen Einzelsitze in Reihe zwei sich individuell längs verschieben oder nach innen versetzt montieren lassen. Das große Plus des Grand Scénic wiederum sei der Komfort der Sitze – und zwar auf allen Plätzen – und die vielen durchdachten Details wie Relax-Kopfstützen, Sonnenschutzrollos oder Ablagen. Zu den hinteren Sitzreihen wiederum haben die Fahrgäste am einfachsten im Toyota Zugang, allerdings sitzt es sich dann nicht so bequem wie im Renault. VW und Opel dagegen „verwöhnen“ mit Sportsitzen, die einen guten Halt bieten, sowie mit den besten Sitzen im Fonds.

Nach Abwägung beziehungsweise in der Summe aller Vor- und Nachteile sammelte der Touran im Karosseriekapitel am meisten Punkte auf seinem Konto, da die Funktionalität seines Cockpits am meisten überzeugen konnte. Der Zafira verlor hier Punkte wegen eines „fummeligen“ Tempomaten im Blinkerhebel, und die TFT-Anzeige im Grand Scénic sowie die im Vergleich dazu besser ablesbaren Instrumente des Verso reichten in den Augen von „Auto Motor Sport“ auch nicht an den VW heran.

Im Kapitel Fahrkomfort liegen der Touran und der Grand Scénic gleichauf, wobei sich letztere im Kapitel Sicherheit einen kleinen Ausrutscher leistete, da er im Grenzbereich wegen seiner komfortbetonten Fahrwerksabstimmung zu stärkeren Karosseriebewegungen neige. Das ESP bremste aber den Touran, den Renault sowie auch den Toyota Verso immer so gut ein, dass sich alle drei problemlos und sicher fahren ließen. Ein Ausnahme machte dagegen der Zafira. Er präsentierte sich innerhalb des Quartetts als eindeutiger König der Kurven. Selbst im Grenzbereich traten kaum Lastwechselreaktionen auf. Der Nachteil der sportlichen Abstimmung liegt auf der Hand. In puncto Fahrkomfort müssen bei ihm Abstriche hingenommen werden, und auch die Abrollgeräusche sind im Innenraum lauter zu vernehmen als bei der Konkurrenz. Wer Ruhe und eine gute Federung sucht, ist mit dem Renault besser bedient. Je höher die Zuladung, desto mehr übrigens federte der Touran – und genau umgekehrt war die Sachlage beim Renault. Den besten Fahrwerkskompromiss biete jedoch insgesamt der Touran, dicht gefolgt vom Toyota Verso.

Kommen wir noch kurz zum Verbrauch, bei dem Familien ebenfalls sehr genau hinschauen. Die kürzeste Standzeit an der Tankstelle verlangt der Verso, am längsten dauerte die Prozedur beim Grand Scénic – der dafür als Gegenleistung aber auch den besten Durchzug bietet. Rund einen Liter mehr als der Toyota, aber immer noch weniger als der Renault gönnte sich der Zafira, während sich der Touran in der Mitte zwischen den beiden positioniert.

Nachdem „Auto Motor Sport“ die Punkte aller vier Vans zusammengezählt hatte, lag der Touran 1.4 TSI Highline doch deutlich vor dem Toyota Verso 1.8 Valvematic Executive. Der Grand Scénic 1.4 TCe 130 Luxe hätte sich näher an den Testsieger heranschieben können, wenn er sich an der Tankstelle hätte zügeln können. Der Opel Zafira 1.9 Ecotec Sport schließlich empfiehlt sich für Familien, die für ein Plus an Sportlichkeit auf Komfort zu verzichten bereit sind – oder auf Kinder, denen die Querbeschleunigungskünste des Zafira leicht auf den Magen schlagen könnten, wenn sich Mama oder Papa hinter Steuer nicht zurückhalten.

Autor: Wolfgang