Der Sharan von VW VW Sharan

Vans bilden eine relativ neue Fahrzeugklasse, die in Europa erstmals 1984 durch den Renault Espace verwirklicht wurde. In Japan hatten Mitsubishi, Nissan und Honda bereits ein Jahr zuvor ähnliche Autos auf den Markt gebracht. Wichtigstes Merkmal der Großraumlimousinen ist ein flexibel nutzbarer Innenraum mit einem üppigen Platzangebot, das auf einem Kombi-Steilheck und einer Fahrzeughöhe von ca. 1,70 Meter beruht. Häufig findet sich auch die Option zu einer dritten Sitzreihe, um insgesamt sieben Personen aufnehmen zu können. Vans eignen sich daher besonders gut für Familien, die Käufer übten sich jedoch 2012 in Zurückhaltung: Nur rund 60.000 Vans konnten in Deutschland abgesetzt werden. Im Karosseriedesign sind sie eine Mischung aus Kleinbus und Pkw. Abgeleitete kleinere Bauformen sind der Kompakt- und der Minivan.

Zwillinge aus Portugal: VW Sharan und Seat Alhambra

Im englischen Sprachraum werden Vans unter der Bezeichnung MPV (Multi Purpose Vehicle) angeboten. Beliebte „Vielzweckvehikel“ hierzulande sind der VW Sharan und der Seat Alhambra, die beide im selben Werk in Portugal gefertigt werden. Sie sind technisch eng verwandt und mit 4,85 Metern und 1,72 Metern exakt gleich lang und gleich hoch. Das maximale Gepäckraumvolumen der 5-Sitzer-Versionen beträgt 2430 Liter. Der Sharan mit 150-PS-Benzinmotor und Trendline-Ausstattung kostet rund 30.000 EUR, der SEAT wird mit gleichem Motor für knapp 2000 EUR weniger angeboten, hat dafür aber einen geringeren Wiederverkaufswert.

Der Galaxy von Ford Ford Galaxy

Der S-Max von Ford Ford S-Max

Das ungleiche Duo: Ford Galaxy und Ford S-Max

Ford bedient den Van-Sektor gleich mit zwei Modellen, dem Galaxy und dem S-Max. Der Galaxy übernimmt hierbei die Rolle des zweckmäßigen Raumwunders, während der S-Max sich eher sportlich gibt. Die1995 erschienene erste Generation des Galaxy war baugleich mit dem VW Sharan und Seat Alhambra, denn die beiden Autokonzerne Volkswagen und Ford waren eine Kooperation eingegangen. Der aktuelle Galaxy ist dagegen ein reines Ford-Produkt und ab 30.000 EUR erhältlich. Er bietet ähnliche Dimensionen wie die Mitbewerber von VW, sein Gepäckabteil schluckt bis zu den den Vordersitzen und unter das Dach 2325 Liter, und die Karosserie ist ohne Anhängerkupplung 4,82 Meter lang. Den S-Max vermarktet Ford zum gleichen Einstiegspreis als einen so genannten Sportvan. Er ist fünf Zentimeter kürzer und sechs Zentimeter niedriger als der Galaxy, das maximale Gepäckraumvolumen ist um 225 Liter reduziert.

Der 807 von Peugeot Peugeot 807

Der Citroën C8 Citroën C8

Ein Auto, viele Namen: Peugeot 807, Citroën C8, Fiat Ulysse, Lancia Phedra

Unter mehreren Namen kann einem ein Van begegnen, der bei Peugeot als 807 und bei Citroën als C8 geführt wird. Fiat war mit dem Ulyssee ebenso wie Lancia mit dem Phedra ursprünglich ebenfalls mit an Bord, die Italiener haben sich aus dem Gemeinschaftsprojekt aber mittlerweile verabschiedet. Wenn Citroën also ausgerechnet seinem C8 einen „unverwechselbaren Stil“ andichten möchte, dann ist dies nicht mehr als ein hohles Werbeversprechen. Der Einstiegspreis für den C8 bzw. Peugeot 807 ist identisch und beträgt knapp 32.000 EUR. In drei Sitzreihen des 4,73 Meter langen C8 finden bis zu acht Personen Platz.

Der Espace von Renault Renault Espace

Erster Europa-Van: Renault Espace

Der Pionier unter den europäischen Vans, der Renault Espace, wird mittlerweile in vierter Generation seit 2002 gebaut und hat zuletzt 2012 eine Überarbeitung erfahren. Der Ur-Espace von 1984 hatte 4,25 Meter Länge und 1,66 Meter Höhe, das Modell ist seither auf eine Länge von 4,66 Metern und Höhe von 1,80 Metern gewachsen. In der verlängerten Version Grand Espace misst er sogar 4,86 Meter von Stoßstange zu Stoßstange. Bis zu 2860 Liter Ladevolumen kann der gallische Van aufnehmen, beim Grand Espace sind es gar 3050 Liter, wenn man die hinteren Sitzreihen nicht benötigt. Im Vergleich zu anderen Vans ist der Espace teuer, für die Basisversion sind gut 32.000 EUR zu zahlen.

Die R-Klasse von Mercedes Mercedes R-Klasse

Aus für die R-Klasse

Einige Hersteller haben sich aus dem relativ kleinen Marktsegment ganz verabschiedet. Den Mitsubishi Grandis gibt es seit 2010 nur noch gebraucht, und Mercedes bietet seine R-Klasse seit Herbst 2012 nicht mehr in Deutschland an. Die Verkäufe der R-Klasse entsprachen weltweit nicht den Erwartungen, mit Ausnahme des chinesischen Marktes, wo die Baureihe deshalb weiter verfügbar ist. Einer der Gründe für den hiesigen Misserfolg des Stuttgarter Familien-Tourers mit SUV-Anleihen ist seine unpraktische Länge von maximal 5,16 Metern (Langversion), die das Handling in der Stadt wesentlich erschwert.

Van-Vorläufer Fiat Multipla 600 Fiat Multipla 600

Van-Vorläufer Fiat Multipla 600

Fiat hat seit 2011 die Großraumlimousine Ulysse aus dem Sortiment gestrichen. Dabei gehörte bereits in den 50er und 60er Jahren ein Van-Vorläufer zum Programm von Fiat. Der 600 Multipla hatte auf drei Sitzbänken Platz für sechs Personen und sah aus wie ein geschrumpfter Kleinbus. Der 633-Kubikzentimeter-Heckmotor leistete 22 PS, die Höchstgeschwindigkeit lag bei 92 Stundenkilometern, bis zum Erreichen von Tempo 80 vergingen 43 Sekunden. Als die Firma Matra den Renault Espace entwickelte, soll der Fiat Multipla 600 für den Van Pate gestanden haben.

Autor: Hendrik