Die Corvette ZR1 hat nichts verlernt: Mit ihren 647 PS gelang der Neuauflage des „Klassikers“ aus den 1980er-Jahren gleich eine neuer Nordschleifenrekord. Die Zeitschrift „sportauto“ zeigte sich deshalb zurecht beeindruckt vom Comeback des amerikanischen Vorzeige-Sportwagens. Die „stärkste und schnellste Vette“ („sportauto“) aller Zeiten überzeugte mit Leistung, HighEnd-Technik, nötigte allerdings auch Respekt ab.

Denn vorab sollte man durchaus darauf hinweisen, dass der im Kaufpreis enthaltene Lehrgang über den Umgang mit der Corvette ZR1 mehr als empfehlenswert ist. Und auch die Rekordfahrt von Jim Moreno, dem Corvette Testfahrer, die am Ende dieser Meldung durch ein Youtube-Video dokumentiert ist, empfiehlt sich ebenfalls nicht zum voreiligen Nachmachen. Allein die Lektüre der nackten Leistungsdaten der ZR1 lässt das ganze Ausmaß der in ihr steckenden Kraft plastisch werden.

Die Neuauflage der ZR1 und zugleich Nachfolgerin der Z06 verfügt nämlich über 672 PS bei einem Gewicht von 1.518 Kilogramm. Der 247 Kilogramm schwere Alu-V8-Motorblock mit 6,2 Liter Hubraum und Eaton-Kompressoraufladung sowie Ladeluftkühlung produziert 819 Newtonmeter, die, so „sportauto“, auf das manuelle Sechsganggetriebe „einprügeln“. Zwar ging der ein oder andere Gang im forschen Rennstreckeneinsatz nicht eben leicht von der Hand. Doch im Großen und Ganzen war das Getriebe leicht zu bedienen. Das „Beschleunigungsspektakel“ war im kompletten Drehzahlbereich lückenlos (maximal 6.600 Umdrehungen) und wird wegen der ab 3.000 Umdrehungen auf „Durchzug“ schaltenden Auspuffrohrklappen von einem adäquaten Sound orchestriert.

Vom Feinsten sind auch die anderen Zutaten der ZR: Der Aluminium-Magnesium-Rahmen, verchromte/silber lackierte Spezialreifen von Michelin, zum Teil Kohlefaser-Karosserie in Leichtbauweise und eine Bremsanlage, deren Karbon-Keramik-Scheiben ursprünglich für den Ferrari FXX/Enzo gedacht waren. Um 70 Kilogramme schwerer als die Z06, liegt die ZR1 dafür auch besser in den Kurven. Auch für Langstreckenfahrer ist die neue Corvette etwas komfortabler geworden. Die Querblattfedern des Magnetic-Ride-Fahrwerk sind spürbar weicher ausgefallen. Im Sportmodus dagegen ist die ZR1 straffer eingestellt als die Vorgängerin.

135.990 Euro kostet die Corvette ZR1, und in Europa dürfen sich 50 Fahrer über den Genuß der neuen Corvette freuen - denn nur so viele Fahrzeugen werden 2009 über den Atlantik verschifft. Das Testfazit über diesen deshalb fast unerreichbaren Kultwagen für Extremsportler auf der Straße finden Sie hier.

Den Rundenrekord auf der Nordschleifen ist, wie der Onlineauftritt der Zeitschrift "auto motor sport" vermeldet, der ZR1 mittlerweile schon wieder abgeluchst worden - um 4,3 Sekunden, und ausgerechnet von einer Viper SRT10 ACR des Konkurrenten Dodge. Diese Maschine ist in Deutschland allerdings überhaupt nicht zu kaufen.

Autor: Wolfgang