Sportwagen: Front- gegen Heckantrieb - Ford Focus RS tritt im Test gegen Porsche Cayman an

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ford-focus-rs-gegen-porsche-caymanUm es vornweg zu nehmen: Auch wenn der Ford Focus RS 2.5 Turbo das direkte Duell mit dem Porsche Cayman, das die Zeitschrift „Auto Straßenverkehr“ auf einer Rennstrecke veranstaltet hatt nicht gewinnen konnte: in puncto Fahrleistung und Fahrspaß, so die Zeitschrift, liege er durchaus auf dem Niveau des Cayman. Obwohl es sich bei ihm um einen Fronttriebler handelt, absolvierte wer den kurvenreichen Parcour mit Bravour. Und im Preis schlägt er den Porsche allemal – und zwar gleich zweimal.

Denn rechnet man zur Grundausstattung des Porsche Cayman noch die diversen, notwendigen Extras wie Doppelkupplungsgetriebe, beheizbare Ledersitze, eine Hinterachssperre sowie eine Klimaautomatik dazu, schraubt sich der Preis schnell von 52.776 Euro auf über 80.000 Euro hoch. Dafür erhält man zwei Ford Focus 2.5 Turbo à 33.900 Euro, inklusive Recaro-Polster, Xenon (bei Porsche für 1.559 Euro zu haben), Klimaanlage, 19-Zöller und Spoiler – und einen Tankgutschein über 5.584 Euro.

Doch „Auto Straßenverkehr“ führte den Test, wie auch die beiden Fahrzeuge, nicht durch, um das Sparpotential auszutesten, sondern um der Frage nachzugehen, ob der Frontantrieb des Focus gegen den Heckantrieb des Porsche eine Chance hat. Und Ford hat den Focus, wie „Auto Straßenverkehr“ respektvoll anmerkt, bestens für das Duell gerüstet. An Bord sind beispielsweise ein mechanisches Sperrdifferenzial der Firma Quaife (serienmäßig) sowie eine aus dem Ralleysport stammende Vorderachse. Beide sorgten dafür, dass die Reifen immer mit der vollen Lauffläche auf den Asphalt drückten und möglichst wenig Kraft des Fünfzylinders mit 305 PS auf die Straße zu bringen.

Im direkten Rennduell lieferten sich der Focus und der Cayman dann auch ein packendes Rennen – mit dem um ein paar Meter glücklicheren Ende für den Porsche. Letztendlich hatte der Porsche dank Mittelmotor die bessere Gewichtsbalance zu bieten, was den Vorsprung des auf der Geraden wie ein „Sturm“ vorantobenden Focus nach einigen Kurven zum Schwinden und schließlich sogar zum Verschwinden brachte.

Doch die bessere Rundenzeit täuscht etwas über die außerordentlichen Qualitäten des Focus RS hinweg. Den Ford habe, wie „Auto Straßenverkehr“ erneut anerkennend feststellt, auch an der Lenkung und am Fahrwerk gearbeitet – was auffällt, wenn man den Focus RS mit dem Focus ST vergleicht. Der RS reagiere direkt und unvermittelt, gebe allerdings auch jede Unebenheit der Straße wieder – und klebt dafür auf dem Asphalt wie „Nutella auf Schwarzbrot“ („Auto Straßenverkehr“). Dies kann der Porsche allerdings auch, doch erst dann, wenn das verstellbare Dämpfersystem PASM mit an Bord sei.

Fazit: Etwas martialisch nennt „Auto Straßenverkehr“ in seinem Schlussfazit den Ford Focus RS den „Gott aller Fronttriebler“ - fast auf Augenhöhe mit dem Porsche Cayman und nur halb so teuer, mit Ausnahme seines Spritdurstes, der 13,8 Liter um 2,4 Liter über dem des Cayman liegt. Einen klaren Vorteil gegenüber dem RS allerdings erarbeitete sich der Porsche mit seinen besseren Bremsen heraus.

Traurig, aber wahr: Die für Deutschland auf 1.030 Exemplare begrenzte Auflage ist fast ausverkauft. Sie sollten also nur rasch schnellen Blick auf die Testfazits werfen – und sich dann ganz hurtig zum Kauf entscheiden.

Autor: Wolfgang