Pickups sind, verglichen mit ihrer Präsenz in Amerika, bei uns bisher relativ selten im Straßenbild zu finden. Wegen ihrer offener Ladefläche zeigen sie ihre Vorteile in erster Linie beim Einsatz als Nutzfahrzeuge und werden teils auch so klassifiziert. Da sie auch abseits befestigter Straßen bewegt werden, etwa von Handwerkern auf Baustellen, sind Pickups häufig mit Allradantrieb ausgerüstet oder basieren auf Geländewagen. Das Angebot in diesem Fahrzeugsegment ist bei uns relativ überschaubar.

Der Amarok von VW VW Amarok

VW Amarok

Innerhalb kurzer Zeit hat sich der VW Amarok die Führungsposition bei den Pickups hierzulande erobert. Dies gelang dem in Hannover gebauten Wagen erstmals 2011 mit einem Marktanteil von 29 Prozent, den der Amarok bis 2013 auf 35 Prozent ausbauen konnte. Mehr als die Hälfte der VW-Pickups werden allerdings weit entfernt von ihrem Produktionsort abgesetzt, nämlich in Südamerika. Im Internet-Auftritt von Volkswagen ist der 5,25 Meter lange Amarok nicht bei den Pkw zu finden, sondern bei den Nutzfahrzeugen. Mit zwei Sitzreihen und der größeren Kabine (Double-Cab) ist der Amarok für rund 28.000 EUR gelistet. Das Einstiegsmodell kostet 24.000 EUR und beschränkt sich auf eine Single-Cab-Fahrgastzelle, die lediglich Platz für Fahrer und Beifahrer bietet. Dank eines Heavy-Duty-Fahrwerks kann der rund 1,9 Tonnen schwere Amarok eine Zuladung von mehr als einer Tonne verkraften, sein zulässiges Gesamtgewicht ist mit 3,04 Tonnen angegeben. Mit anderen Fahrzeugen seiner Art hat er den Vorteil gemeinsam, auch große und schwere Gegenstände transportieren zu können, mit denen ein Kombi überfordert wäre. Der Nachteil von Pickups ist, dass die Ladung der Witterung und einem erhöhten Diebstahlsrisiko ausgesetzt ist und außerdem durch Verzurren gesichert werden muss. Eher als Lifestyle-Automobil vermarktet Volkswagen den Amarok Canyon für rund 38.0000 EUR, der – teils gegen Aufpreis - einige augenfällige Extras wie Zusatzscheinwerfer auf dem Dach, Seitenschriftzüge und Sonderlackierung offeriert, aber auch eine gute 4x4-Ausstattung im Program hat.

Der Hilux von Toyota Toyota Hilux

Toyota Hilux

In Lizenz fertigte VW im Werk Hannover von 1989 bis 1997 den Taro, einen Nachbau des Toyota Hilux. Der Hilux gehört seit 1968 zum Programm der Japaner und ist einer der weltweit erfolgreichsten Pickups, die seit 2005 gebaute siebte Hilux-Generation wurde 2011 überarbeitet. Sie wird in Deutschland mit drei verschiedenen Aufbauten (Zweisitzer bis Fünfsitzer) und nur mit Dieselmotoren (144 PS und 171 PS) angeboten. In der Basisausstattung mit Hinterradantrieb sind für den Hilux rund 22.000 EUR zu zahlen, bei teureren Varianten sind alle vier Räder angetrieben. Je nach Motorisierung und Ausstattung kann der Toyota zwischen 580 und 835 Kilogramm transportieren. Zum Allradantrieb gesellt sich eine Geländeuntersetzung, der Hilux ist also auch für schwieriges Geläuf gut gerüstet, nicht zuletzt wegen der Starrachse und Blattfedern hinten.

Der L 200 von Mitsubishi Mitsubishi L200

Mitsubishi L200

Die wichtigsten japanischen Hilux-Konkurrenten auf dem deutschen Markt sind der Mitsubishi L200 und der Nissan Navara. Der L200 kostet als Zweisitzer gut 24.000 EUR und ist bereits in der Basisversion mit 4x4-Antrieb und einem Hinterachs-Sperrdifferential ausgestattet. Abhängig von der Modellvariante, gibt Mitsubishi eine Zuladung zwischen 910 und 1005 Kilogramm an. Auch beim L200 sind drei Kabinengrößen für zwei, vier und fünf Personen möglich.

Der Navara von Nissan Nissan Navara

Nissan Navara

Der Nissan Navara ist eine Pritschenwagen-Version des Geländewagens Pathfinder. Er startet bei rund 26.000 EUR mit einem 144-PS-Turbodiesel und einem Karosserieaufbau für vier Personen. Wählt man die Kabine mit fünf Sitzplätzen, als Motorisierung den 231-PS-Turbodiesel und dazu das Automatikgetriebe, so sind mehr als 47.000 EUR fällig. Die Nutzlast eines Navara beträgt bis zu 1175 Kilogramm, auch Nissan setzt dazu auf eine Starrachse mit Blattfedern. Der Allradantrieb ist nicht permanent, sondern bei Bedarf zuschaltbar, dann werden auch die Vorderräder mit Kraft versorgt. Der Pickup kann mit ähnlichen Geländeeigenschaften aufwarten wie sein Verwandter, der Pathfinder, und ist daher abseits von Straßen dem beliebten Nissan-SUV Qashqai deutlich überlegen. Eine Getriebeuntersetzung ist serienmäßig, ein Hinterachs-Sperrdifferenzial als Extra erhältlich.

Der Ranger von Ford Ford Ranger

Ford Ranger

Ford versteht sich seit Jahrzehnten auf den Bau von Pickups. So erlebte zum Beispiel die F-Serie ihre Premiere bereits 1948, sie zählt zu den meistproduzierten Modellreihen weltweit. In Deutschland wirbt derzeit der Ranger um die Gunst der Pritschenwagen-Käufer, die mindestens 26.000 EUR bereithalten sollten. Der Ranger kann bis zu 1361 Kilogramm aufladen und maximal 3,5 Tonnen auf den Haken nehmen. Zuschaltbarer Allradantrieb ist Standard, die Motorenleistung reicht von 125 PS über 150 PS bis zu 200 PS. Ford wirbt damit, dass der Ranger beim Euro-NCAP-Crashtest als erster Pickup 5 Sterne erzielt hat. Für den harten Geländeeinsatz ist er aber nicht optimal gerüstet, bei Getriebeuntersetzung und Differenzialsperre muss der US-Hersteller abwinken. Ebenso wie die Mitbewerber, so offeriert auch Ford seinen Pickup mit drei verschiedenen Kabinengrößen für zwei bis fünf Personen. Blattfedern und Starrachse hinten sind ein bewährtes Pickup-Konzept, der Ranger setzt ebenfalls auf diese robuste Technik, die im Pkw-Bereich als veraltet gilt.

Autor: Hendrik