Autos: Viel Platz auf kleiner Grundfläche

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Die Form folgt der Funktion, lautet eine häufig vertretene Position im Fahrzeugdesign. Und der Minivan verkörpert diesen Ansatz besonders gut, denn dieser Fahrzeugtyp ist in seiner Gestaltung vorrangig auf den Zweck ausgerichtet, einen möglichst geräumigen Innenraum mit einem möglichst kompakten Blechkleid zu verbinden.

Minivan Citroën C3 Picasso Citroën C3 Picasso

Höher als normale Kleinwagen

Schönheitspreise werden Minivans wohl nur selten gewinnen, da ihr Anspruch, als kleiner „Raumfrachter“ zu funktionieren, einige Zugeständnisse an die Eleganz der Karosserieform erfordert. In Länge und Breite stimmen Minivans weitgehend mit Kleinwagen überein, doch sie sind meist ein wenig höher gebaut, und ihre Heckpartie ist eher kastenförmig, um den Gepäckraum zu vergrößern. Charakteristisch für Minivans ist eine Länge von gut vier Metern und eine Höhe von ungefähr 1,60 Metern. Zwei Beispiele: Der Citroën C3 Picasso ist 4,10 Meter lang und inklusive Dachreling 1,67 Meter hoch, der Ende 2012 erschienene Ford B-Max ist 4,08 Meter lang und besitzt eine Höhe von 1,60 Meter. Der in Deutschland meistverkaufte Kleinwagen, der VW Polo, bleibt in der fünften Generation knapp unter der Vier-Meter-Grenze (3,97 Meter), ist aber bei 1,46 Metern Höhe ungefähr 20 Zentimeter niedriger als ein Minivan.

Kippsicher durch ESP

Als der in Deutschland beliebteste Minivan gilt bislang die A-Klasse von Mercedes in der Karosserievariante, wie sie bis 2012 gebaut wurde, mit Abmessungen von 3,88 x 1,76 x 1,59 Metern und einem steil abfallenden Heck. Der hohe Schwerpunkt ist allerdings ein problematisches Merkmal von Minivans und damit auch der Mercedes-Baureihen 168 und 169. Die Gewichtsverteilung führte 1997 zum Umkippen eines Testwagens der damals brandneuen A-Klasse beim so genannten Elch-Test, einem schnell gefahrenen Ausweichmanöver. Um die Symptome des konstruktionsbedingten Problems zu kurieren, baute Mercedes ein elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) ein, und der angeschlagene Ruf der A-Klasse besserte sich allmählich. Seit 2011 ist ESP bei Neufahrzeugen Pflicht; ein Beschluss, von dem die hoch gebauten Minivans besonders profitieren dürften.

Minivan Hyundai ix20 Hyundai ix20

Familien als Zielgruppe

Der ADAC beschreibt Minivans als „Großraumlimousine der Kleinwagenklasse“ und drückt damit aus, dass sie ein besonders großzügiges Platzangebot bieten sollen. Der Minivan Hyundai ix20 zum Beispiel hat bei einer bescheidenen Länge von 4,10 Metern einen Kofferraum, der bei aufgestellter Rücksitzbank 440 Liter fasst. Durch das Umklappen der Rücksitze lässt sich das Volumen auf 1486 Liter steigern. Ein VW Golf VII ist zwar 16 Zentimeter länger, kann aber nur zwischen 380 und 1270 Liter verstauen. Eine Garantie für ein überdurchschnittlich großes Gepäckabteil ist das Etikett „Minivan“ aber nicht, denn der Ford B-Max ist auf 318 bis  1386 Liter beschränkt, kann dafür aber mit einer Fond-Schiebtür aufwarten. Minivans werden aufgrund ihrer Eigenschaften meist als Familienfahrzeuge beworben, die Einstiegspreise bewegen sich um die 15.000 EUR.

Autor: Hendrik