A- und B-Klasse verkaufen sich besser, doch für das Image von Mercedes bleibt die E-Klasse, neben der S-Klasse, die wichtigste Modellreihe. Sie ist in Deutschland der erfolgreichste Repräsentant der oberen Mittelklasse, vor dem 5er-BMW und dem Audi A6. Taxiunternehmer setzen auf die große Limousine mit Stern: Wer hierzulande in eine Taxe steigt, der nimmt häufiger in einer E-Klasse Platz als in irgendeinem anderen Auto, auch wenn der Marktanteil von Mercedes bei den Wagen im Farbton Hellelfenbein von einst 80 auf inzwischen 60 Prozent gesunken ist. Generell ist die E-Klasse ein beliebter Firmenwagen, daher wird nur etwa jedes dritte Exemplar privat zugelassen.

Assistenten-Vielfalt

Die jüngste Modellpflege der Baureihe fand bei der Fachpresse große Aufmerksamkeit, weil Mercedes bei den Sicherheits-Assistenzsystemen kräftig aufgerüstet hat. Die E-Klasse wird aktuell als eines der fortschrittlichsten Autos in dieser Hinsicht eingestuft, noch vor den Mitbewerbern aus München und Ingolstadt. Kaum eine Gefahrensituation, vor der die E-Klasse nicht warnen kann, die elektronischen Helferlein heißen unter anderem Collision Prevention Assist, Abstandsregeltempomat Distronic Plus mit Lenk-Assistent, Fahrlicht-Assistent, Totwinkel-Assistent, Aufmerksamkeits-Assistent, Spurhalte-Assistent sowie Park-Assistent.

Mercedes-Benz E-Klasse Limousine der E-Klasse

Limousine, T-Modell, Cabrio, Coupé

Bei rund 41.000 EUR beginnt der Einstieg mit dem E200 CDI, der einen 4-Zylinder-Diesel mit 136 PS (100 kW) unter der Haube hat. Spitzenmodell ist der E 63 AMG S 4Matic mit 585 PS (430 kW) für 119.000 EUR. Als Kombi bietet die E-Klasse ein beeindruckendes Platzangebot: Das T-Modell verfügt ohne Umbauten, also bei hochgeklappter Rücksitzbank, über einen Kofferraum mit 695 Litern Volumen. Auch die Maximal-Kapazität von 1950 Litern bietet keinen Anlass zur Kritik, sie übertrifft die Konkurrenz klar, denn ein 5er-BMW verstaut nur höchstens 1670 Liter, beim Audi A6 sind es 1680 Liter. Das T-Modell kostet mindestens 44.000 EUR, weitere Karosserievarianten der E-Klasse sind das Cabrio für rund 48.000 EUR und das Coupé für rund 43.000 EUR. Am besten eingesetzt ist die geräumige E-Klasse als Langstreckenfahrzeug, im Stadtverkehr ist sie bei einer Länge von 4,88 Metern (Limousine) etwas sperrig und muss daher bei kleineren Parklücken häufig passen.

W124 E-Klasse, T-Modell T-Modell der Baureihe W124

Ohne Premierenfeier

Das Debüt der E-Klasse erfolgte ohne Glanz und Gloria. Mercedes führte das vorangestellte E im Sommer 1993 während einer Modellpflege für die bereits 1984 aufgelegte Baureihe W124 ein. Bis dahin hatte der Buchstabe nachgestellt die Einspritz-Benziner gekennzeichnet. Als die Ära der Vergaser-Gemischaufbereitung zu Ende ging und Mercedes ganz auf die Einspritztechnik umstellte, stand das E zur Verfügung und konnte als Namensgeber für die Baureihe der oberen Mittelklasse dienen. So wurde etwa aus einem W124er-Mercedes 200 E von 1993 an ein E 200. Vorgänger der ersten E-Klasse ist die 1975 gestartete Baureihe W123, die sich inzwischen zum gefragten Youngtimer entwickelt hat. Makellos ist die Bilanz der E-Klasse nicht. Schon ihre zweite Auflage, die Baureihe W210, machte durch erhebliche Korrosion negativ auf sich aufmerksam. Später gab es Rückrufaktionen, die das Bremssystem SBC und die Servolenkung betrafen.

Autor: Hendrik