Kleinwagen: Preis-Leistungsverhältnis in der 10.000-Euro-Klasse - Nur mit Abstrichen

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KleinwagenEin ordentliches Preis-Leistungsverhältnis bieten Autos der 10.000-Euro-Klasse nur, wenn man bereit ist, Abstriche in Kauf zu nehmen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Test des ADAC, den jüngst die Zeitschrift „ADAC Motorwelt“ veröffentlicht hat. Vor allem in puncto Sicherheitsausstattung ist der Käufer häufig gezwungen, zu einer teureren Version zu greifen, da sie für die günstigen Modellen nicht angeboten wird. Unter den zehn vermeintlichen Schnäppchen vergab der ADAC nur an den Toyota Aygo 1.0, den Citroen C1 1.0 Advance sowie an den Volkswagen Fox 1.2. die Auszeichnung „Preis-Leistungs-Sieger“.

Die Aussicht klingt verlockend. Günstige Modellreihen, die mitunter deutlich unter 10.000 Euro kosten, lassen insbesondere im Kleinwagensegment den „Volks-Wagen“ für Jedermann und zum Schnäppchenpreis scheinbar wahr werden. Doch der ADAC rät dazu, vor dem Zücken des Geldbeutels sorgfältig die Preislisten zu studieren. „Lebensretter“ wie ESP, Seiten- und Kopf-Airbags sind oftmals weder ab Werk vorhanden noch in den Aufpreislisten zu finden. Ein guter Anschaffungspreis sollte aber nicht auf Kosten von Leistungen im Bereich Sicherheitsausstattung gehen. Abstriche in den Bereichen Komfort und Ausstattung wiederum sind eher verschmerzlich – und müssen auf jeden Fall vor einem Kauf in Rechnung gezogen werden.

Im Punkte-Scoring der zehn Kandidaten, deren Preis-Leistungsverhältnis der ADAC geprüft hat, lag der Toyota Aygo 1.0 an erster Stelle. Der spritzige und sparsame Dreizylinder biete vorne zumindest ausreichend Platz, doch nur 3,42 Meter Gesamtlänge lassen den Komfort auf der Rückbank sichtlich schrumpfen – auch im Kofferraumbereich. Erfreulich hingegen ist, dass der Aygo serienmäßig mit sechs Airbaigs ausgeliefert wird und das ESP per Aufpreis (445 Euro) nachträglich eingebaut werden kann. Dafür muss man sich beim Komfort auf eine Servolenkung beschränken.

Mit nur einem Punkt Abstand eroberte sich der Citroen C1 1.0 Advance den zweiten Platz. Er verwöhne, so der ADAC, seinen Besitzer zwar mit vergleichsweise wenig Komfort, dafür aber umso mehr mit Fahrspaß. Baugleich mit dem Aygo, wird er jedoch serienmäßig ohne Servolenkung ausgeliefert. Der ADAC rät dazu, diese zusammen mit Kopf-Airbags und ESP im Paket für 990 Euro auf jeden Fall zusätzlich zu ordern. Der flinke Kurvensportler hat allerdings ein Manko: Der Bremsweg ist, so der ADAC, mit 44 Metern eher enttäuschend.

Platz drei sicherte sich der VW Fox 1.2. Der ADAC charakterisiert ihn als den „Deutschen Pragmatiker“. Spartanisch ausgestattet – auf der Liste der Serienausstattung ist sogar das Lenkrad aufgelistet –, muss beim billigsten deutschen Auto überhaupt das meiste per Aufpreis hinzu gekauft werden – darunter aber immerhin auch Seiten-Airbags und ESP. Der Basispreis von 9.950 Euro steigt damit aber natürlich über die 10.000-Euro-Grenze. Vorteile des Fox sind seine Geräumigkeit (auch im Kofferraumbereich), die guten Sitze sowie die komfortable Federung. Aber auch der Fox hat seine Schattenseite: mit 6,7 Liter verbraucht er zuviel.

Deutlich abgeschlagen landete übrigens der Lada Kalina 1119 1.4 16V auf dem letzten Platz. Schlechte Bremsen (48 Meter, trotz ABS), eine unterdurchschnittliche Verarbeitung und eine schlecht arbeitende Servolenkung ließen sein Punktekonto auf nicht einmal die Hälfte des Testsiegers anwachsen. Mit welchem Ergebnis die sechs weiteren Modelle den ADAC-Test abgeschlossen haben - übrigens allesamt Kandidaten zur Ausnutzung der Abwrackprämie für einen Neuwagenkauf -, erfahren Sie aus den Testfazits.

Autor: Wolfgang