Wodurch zeichnen sich die besten Hybridautos im Test aus?

Nachbau Lohner-Porsche "Mixte" von 1902 mit Hybridmotor Nachbau Lohner-Porsche "Mixte" (ca. 1902), einem Hybridfahrzeug mit Daimler-Benz Motor und zwei Radnabenmotoren zu je 1,5 kW an den Vorderrädern.
(Quellen: http://www.autoviva.com; Autoviva - Flickr Genevia Motor Show 2011; https://de.wikipedia.org/wiki/Hybridelektrokraftfahrzeug)

In Tests und Fahrberichten zu Hybridfahrzeugen legen die Tester neben den üblichen Kriterien für Fahrzeugtests ihr Augenmerk vor allem auf die vom Hersteller versprochene elektrische Reichweite. Die Erfahrungen zeigen, dass die tatsächliche Reichweite oft deutlich unter den angegebenen Werten liegt.

Je geringer die Unterschreitung, desto besser fällt auch die Bewertung der Autos aus. Bei solchen Hybriden, die bei leerer Batterie auf den Verbrennungsmotor als alleinigen Antrieb umschalten, wird zudem geprüft, inwieweit sich die Fahrleistungen und das Fahrverhalten im Vergleich zum kombinierten Antrieb negativ verändern. Bei Plug-in-Hybriden spielt auch die nötige Ladedauer am Stromnetz eine Rolle. Die besten Hybridautos sind also solche, die möglichst wenig Kraftstoff bei möglichst hoher Reichweite verbrauchen und dabei gute Fahreigenschaften aufweisen.

 

Welche Unterschiede gibt es bei Hybridantrieben?

VW Golf GTE, Hybrid, Konzeptzeichnung der Bodengruppe Konzeptzeichnung der Bodengruppe des VW GTE mit Hybridantrieb.
(Quelle: https://www.volkswagen-newsroom.com/de/hybrid-antriebe)

Bei Hybridwagen kommt eine Kombination aus mindestens einem Elektromotor mit hohem Wirkungsgrad bei niedrigen Drehzahlen und einem Verbrennungsmotor (meist Benzin) mit hohem Wirkungsgrad bei hohen Drehzahlen zum Einsatz. Beide Antriebe ergänzen sich somit recht gut, da der Verbrennungsmotor mit Unterstützung des Elektromotors häufiger in einem günstigen Wirkungsgrad betrieben werden kann, was einen geringeren Verbrauch begünstigt. Überschüssige Energie des Verbrennungsmotors wird beim Bremsen und im Schubbetrieb dem Akku zurückgeführt. Bei Hybriden wird zwischen verschiedenen Konzepten unterschieden:

 

 

 

 
  • Handelt es sich um einen sogenannten Plug-in-Hybrid-Antrieb (PHEV), wie z.B. beim Mitsubishi Outlander PHEV, können die Akkus bereits vor der Fahrt am Stromnetz geladen werden. Hierdurch sinkt auch der Kraftstoffverbrauch weiter, da der Verbrennungsmotor nicht zum Laden des Akkus genutzt werden muss. Außerdem erlaubt das System die Wahl zwischen beiden Antriebsvarianten. Das ermöglicht es einerseits, auch größere Strecken emissionsfrei zurückzulegen. Andererseits sind auch bei leerer Batterie noch größere Strecken mit Verbrennungsmotor möglich. Nachteil ist aber, dass größere Energiespeicher benötigt werden, was häufig zulasten der Kofferraumgröße und der Größe des Kraftstofftanks geht.
  • Ein anderes Antriebskonzept ist der autarke Hybridantrieb. Hier werden die Akkus während der Fahrt über einen eingebauten Generator durch überschüssige Energie des

    Display des Toyota Prius mit Hybridantrieb (2017) Display des Toyota Prius
    mit Hybridantrieb (2017)
    (Quelle: www.toyota-media.de)

    Verbrennungsmotors geladen. Das Laden des Akkus an einer externen Stromquelle entfällt. Bei autarken Hybridantrieben fällt die Speicherkapazität des Akkus jedoch geringer aus als bei Plug-in-Hybriden, was wiederum nur kürzere emissionsfrei gefahrene Strecken erlaubt.

  • Bei einem Mildhybrid-Antrieb unterstützt ein vergleichsweise schwacher Elektroantrieb den Verbrennungsmotor lediglich zur Leistungssteigerung. Auch hier kommt die teilweise Rückgewinnung der Bremsenergie zum Einsatz. Einen Mildhybrid-Antrieb zeichnet gutes Einsparpotenzial bei vergleichsweise niedrigem Aufwand aus: Durch die elektrische Unterstützung wird der Kraftstoffverbrauch gesenkt, der nötige technische Aufwand hält sich in Grenzen.
  • Vollhybride nutzen stärkere Elektromotoren und können Strecken daher auch rein elektronisch und damit emissionsfrei zurücklegen. Allerdings sind hierzu größere Speicherkapazitäten mit höherem Gewicht notwendig, was sich wiederum negativ auf das Einsparpotenzial auswirkt.

 

Wie umweltfreundlich, sparsam und nachhaltig sind Hybridautos?

Autos mit Hybridantrieb verbrauchen weniger Benzin und stoßen somit auch weniger Schadstoffe aus. Auf den ersten Blick sind sie somit die umweltfreundlichere Alternative zu herkömmlichen Antrieben. Allerdings enstehen sowohl durch die Herstellung der Akkus mit dem einhergehenden Ressourcenverbrauch als auch deren Entsorgung eine nicht unerhebliche Umweltbelastung dar. Wobei die natürlich auch bei der Produktion herkömmlicher Motoren entsteht. Ein wirklich sachgerechter Vergleich ist schwierig. Da kommt es zum Beispiel darauf an, ob der Strom zum Laden der Akkus Ökostrom ist oder aus Kohlekraftwerken. Das ist kaum differenziert zu erfassen. Der ADAC hat 2017 erstmals versucht, die Ökobilanz der verschiedenen Antriebe zu vergleichen und auch in dieser Untersuchung bestätigt, dass Elektro nicht immer auch  klimafreundlich bedeutet.

Hybridmotor aus dem Peugeot 3008 Hybridmotor des kompakten SUV Peugeot 3008 mit Frontantrieb
(Quelle: https://www.peugeot.de)

 

Wann lohnt es sich, ein Hybridauto anzuschaffen?

Für alle, die viel in der Stadt und auf dem Land fahren, wo häufiges Bremsen und gegebenenfalls Bergabfahren die Energierückgewinnung begünstigen, kann ein Hybridauto eine lohnende

Alternative sein. Wenn das Auto viel auf der Autobahn gefahren wird, entsteht kein nennenswerter Vorteil, da herkömmliche Verbrennungsmotoren ihr Potenzial hier bereits gut ausnutzen können. Der unterstützende Aspekt der Elektromotoren kommt hier also nicht mehr zum Tragen.

Mit welchen Anschaffungskosten muss ich rechnen?

Im Allgemeinen sind Hybridwagen durchschnittlich 8.000 Euro teurer als ihre Varianten mit herkömmlichen Antrieben. Ein Auto mit Hybridantrieb ist derzeit ab etwa 18.000 Euro zu haben (z.B. der Toyota Yaris), Premium-Modelle können bis zu 100.000 Euro kosten.

Plug-in-Hybride werden mit einer staatlichen Förderung von 3.000 Euro subventioniert, um einen Anreiz für scheinbar umweltfreundlichere Alternativen zum herkömmlichen Antrieb zu schaffen. Voraussetzung für die Subvention ist, dass die Industrie die Hälfte der Kosten trägt, der Händler also den Kaufpreis um die Summe von 1.500 Euro vertraglich mindert. Die Förderung ist bis zum Jahr 2019 begrenzt.

 

Autor: Marieke