Autos: Zahlenspiele - Volkswagen Golf VI gegen Audi A3 und Einser-BMW

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Mit der mittlerweile sechsten Golf-Generation macht sich Volkswagen derzeit anheischig, auch die Konkurrenten A3 1.8 TFSI Ambition von Audi sowie den BMW 120i anzugreifen. Im Test der Zeitschrift „Auto Motor Sport“ gelang es dem Golf 1.4 TSI Comfortline dann auch, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen und mit seinem Gesamtkonzept Testsieger zu werden.

Greift der VW Golf 1.4 TSI Comfortline etwa zu unerreichbaren Sternen, wenn er sich als ernstzunehmender Konkurrent zu den hubraumstärkeren Audi A3 1.8 TFSI Ambition und BMW 120i ins Gespräch zu bringen versucht – Autos, die „Auto Motor Sport“ zurecht als „Kompaktklasse-Idole“ bezeichnet? Die Zeitschrift beantwortet diese Frage nach dem Test mit einem klaren Nein! Der Golf gewann nicht nur klar das Kostenkapitel – liegt er doch, ausstattungsbereinigt, um satte 4.000 beziehungsweise 6.000 Euro unter der Konkurrenz, beim Einstandspreis immerhin noch 2.500 und 3.000 Euro. Auch in puncto Karosserie, Fahrkomfort und Antrieb hatte er bei der Punktevergabe die Nase vorn.

Es muss also, so eine Erkenntnis des Testberichts, nicht mehr unbedingt ein Audi sein, um sich den Wunsch nach einemn behaglichen Innenraum zu erfüllen. Der Golf habe, so die Tester, zum bisherigen „Haptikprimus“ aufgeschlossen. Hochwertige Materialien, ein ergonomisches Cockpit sowie ein sehr gutes Platz- und Raumangebot spielen ihm die Trümpfe wie von selbst in die Hand. Der 320i hat den beiden „pragmatischen Kompakten“ in dieser Hinsicht nicht viel entgegen zu setzen – so jedenfalls das Urteil der Zeitschrift. Für den engen Fond und den schmalen Kofferraum gab es Punkteabzug.

Aber auch mit seinen 10 PS mehr an Motorleistung konnte der BMW diese Scharte nicht auswetzen. Der Zweiliter gab sich „erstaunlich zugeschnürt“ und bereitete nicht viel Spaß – auch an der Tankstelle, an der man dem um bis zu 1,5 Liter höheren Verbrauch Tribut zollt. Ganz anders, nämlich kultiviert, präsentierte sich der TSI des Golf, und dies dank der in der Kompaktklasse „einzigartigen Geräuschisolierung“ auch fast völlig unbemerkt von den Insassen. Der Audi konnte sein Hubraumplus gegenüber dem Golf zwar nicht in mehr Leistung ummünzen, reagierte allerdings spontaner auf das Gaspedal.

Der BMW wiederum spielte doch noch eine Stärke aus. Denn dank seines (einzigartig in der Klasse) Heckantriebs und einer perfekten 50:50-Gewichtsverlagerung präsentierte er sich als „Kurvendynamiker“ par excellence. Doch dann die Überraschung: Der Audi und der Golf waren nicht minder dynamisch unterwegs und legten sogar eine Portion mehr Gelassenheit an den Tag. Von Kopflastigkeit, wie man sie von Frontantrieben eigentlich tendenziell erwarten dürfte, war im Slalomtest nichts zu spüren.

Höhepunkt der Golf-Gala war zum Schluss jedoch das Komfortkapitel. Seine Federung war die deutlich beste unter den Testkandidaten, obwohl auch der Audi Stöße sauber schluckt. Die Investition in die 925 Euro Aufpreis für die adaptiven Dämpfer für den Golf lohnen sich nach Aussage der Testfahrer auf jeden Fall.

In der Endabrechnung lag der Golf 1.4 TSI Comfortline doch relativ klar vorn, 25 Punkte vor dem Audi A3 1.8 TFSI Ambition und sogar deutliche 53 vor dem BMW 120i.

Autor: Wolfgang